Training der Einsatzkräfte 

Für den Katastrophenfall geübt

Ein folgenschwerer Brand in der Kläranlage und eine Massenkarambolage in der Dornierstraße: Schreckliche Szenen spielten sich am Samstag in Hallbergmoos ab. 120 Rettungskräfte von Feuerwehr, Sanitätsdiensten, Technischem Hilfswerk und Polizei waren im Einsatz, um über 40 Unfallopfer zu versorgen.

Hallbergmoos  Auch wenn die Szenarien „nur“ Teil einer groß angelegten Übung waren: Die Einsatzkräfte standen vor großen Herausforderungen.

Bei Schweißarbeiten kommt es zu einer Verpuffung, Feuer bricht aus, gelagerte Düngemittel geraten in Brand und Nitrose-Gase ziehen in Richtung Ortschaft: So die dramatische Ausgangslage in der Kläranlage. Vier erschreckend authentisch geschminkte Brandverletzte liegen im völlig verqualmten Gebäude, unter Schock stehende Kollegen irren auf dem Gelände herum, ein Unfallopfer – Gott sei Dank nur ein Dummie – liegt in einem schwer zugänglichen Schacht. Etwa 50 Einsatzkräfte sind gefordert, um diese schwierige Situation zu meistern. Einsatztaktisch, so das Fazit von Organisationschef Stephan Zobel (1. Kommandant FFW Goldach) und der offiziellen Beobachter, gibt es Verbesserungsbedarf. Denn die ersten beiden eintreffenden Fahrzeuge platzieren sich falsch, viel zu nah am brennenden Gebäude. In der Realität wären sie womöglich abgefackelt. In jedem Fall aber erschwerten sie das Nachrücken der Kollegen. Das Auffinden der Opfer im Gebäude dauert zu lange, auch wenn die Atemschutzträger körperlich an ihre Grenzen gehen. Die „Ex-Zone“ – der explosionsgefährdete Bereich – hätte früher „entlüftet“ werden müssen. „Die Fehler, die heute passiert sind, dürfen passieren. Wir üben ja, um sie in Zukunft zu vermeiden“, so das Fazit.

Professionell und fehlerlos funktioniert die Rettungskette bei einem Verkehrsunfall: 25 Fahrzeuge liegen nach einer Massenkarambolage verkeilt und zum Teil brennend in der Dornierstraße (Gewerbegebiet). 42 Insassen sind schwer verletzt, für vier kommt jede Hilfe zu spät. Kreisbrandrat Manfred Danner, an diesem Tag eigentlich nur Beobachter vor, übernimmt spontan das Kommando und koordiniert den Großeinsatz: 140 Rettungskräfte – die FFW Goldach, Hallbergmoos, Eching, Kreiseinsatzzentrale, Beamte der Polizei Neufahrn, das THW, die Malteser Flughafen/Erding, München, Dorfen, Niederaichbach, und Ingolstadt sowie das BRK Erding/Dorfen sind beteiligt. Hinzu kommen 40 Statisten. Drei Notärzte, zehn Rettungswägen und unzählige Sanitäter sichten und versorgen die Verletzten. Stephan Zobel und Marcel Müller (Organisationsleiter Sanitätsdienste) sind mehr als zufrieden. Das hat gut geklappt.

Eva Oestereich

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