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Am Wasserwerk darf Telefonica einen Funkmast bauen, der den bisherigen in der Bonau ersetzt. Dagegen regt sich Widerstand von Anwohnern des Grünwegs.

Trotz Anwohnerprotest

Funkmast in der Bonau: Moosburgs Stadträte entscheiden sich für Standort

Moosburg - Der Protest von Anwohnern hat nicht gefruchtet: Am Montag hat sich der Moosburger Stadtrat für einen neuen Mobilfunk-Standort entschieden. Er soll die Versorgung der Bonau und Thonstettens sichern.

Der Mobilfunkanbieter Telefonica kann am Wasserwerk in der Moosburger Bonau einen Sendemasten bauen, um den Wegfall der Anlage an der Kanalstraße zu kompensieren. Das hat der Stadtrat entschieden. Er folgt damit der Empfehlung eines Gutachtens. Scharfe Kritik kommt derweil von Anwohnern.

Noch bevor das Thema am Montag überhaupt zur Sprache gekommen war, ergriff Franz Josef Bachhuber auf den Zuhörerrängen im Stadtrat das Wort. Weshalb denn nach wie vor der Standort am Wasserwerk für den neuen o2-Sendemast favorisiert werde, wo es doch aus Sicht seiner Bürgerinitiative „Der Mast muss weg“ verträglichere Alternativen gebe, wollte er wissen. Und: „Wieso darf ich als Betroffener, wo es um meine Gesundheit und die meiner Kinder geht, mich nicht in die Diskussion einbringen? Das betrifft unsere Existenz“, klagte Bachhuber, dessen Haus knapp einen halben Kilometer vom Wasserwerk entfernt steht.

Bachhuber will Stadt haftbar machen

Doch Bürgermeisterin Anita Meinelt zeigte sich unbeeindruckt: „Hier sitzen die gewählten Vertreter der Bürger. Das Vertrauen muss man haben, dass diese sehr gewissenhaft ihre Entscheidungen treffen“, sagte sie. Um Rederecht zu einem Tagesordnungspunkt zu erhalten, müsse im Gremium Einstimmigkeit herrschen. „Und wie mir von Kollegen vorab signalisiert wurde, ist das nicht der Fall.“ Außerdem habe sich Bachhuber ja bereits schriftlich an alle Räte gewandt. Auch an unsere Zeitung: In einem Schreiben kündigt er an, die Stadt als Grundstückseigentümer für jegliche Negativauswirkungen eines Funkmastens haftbar machen zu wollen.

Sieht sich in seiner „Existenz bedroht“: Anwohner Franz Josef Bachhuber kritisierte die Stadträte und beklagte, als Betroffener nicht in die Diskussion eingebunden zu sein.

Um die Verträglichkeit von Mobilfunkantennen ging es dann auch im Referat von Hans Ulrich. Der Ingenieur des Umweltinstituts München präsentierte dem Gremium das Ergebnis seines Gutachtens, das die Stadt im August 2015 zur Entscheidungsfindung beauftragt hatte. Ulrich wies zunächst darauf hin, dass es durchaus ernstzunehmende Studien über mögliche Zusammenhänge zwischen Funkstrahlung und Gesundheitsauswirkungen gebe. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass Gemeinden laut Bundesverwaltungsgericht das hohe öffentliche Interesse an flächendeckender Mobilfunkversorgung zu achten hätten, das in den letzten Jahren zugenommen habe.

Zwei Standorte mit geringerer Strahlung

Im Gutachten seien acht Standorte untersucht worden. Fazit: Es gebe deutliche Unterschiede bei der Strahlenbelastung. Von den Orten, von denen aus Betreiber-Sicht noch genügend Versorgung möglich ist, seien von Antennen am Sportplatz des FC Moosburg sowie am Wasserwerk die geringste Strahlenbelastung für die Bevölkerung zu erwarten.

Jörg Kästl (ÖDP) sprach sich für eine Vertagung aus und wollte vor einer Entscheidung erst noch betroffene Bürger informieren. „Sonst stellen wir sie vor vollendete Tatsachen.“ Auch Erwin Köhler (UMB) wollte zuerst die Eltern des FC-Moosburg-Nachwuchses aufklären. 

"Endlich Handyempfang"

Doch die Mehrheit der Räte lehnte das ab. Mit 17:4 Stimmen wurde beschlossen, dem Unternehmen Telefonica den Wunschstandort Wasserwerk mitzuteilen, um eine Mobilfunkversorgung der Bonau und Thonstettens sicherzustellen.

Den Mienen auf den gut gefüllten Besucherplätzen nach zu urteilen, sorgte das durchaus auch für Zustimmung. Denn abseits von Bachhuber und seiner Tochter Isolde waren auch Stimmen wie diese zu hören: „Endlich bekommen wir am Mühlbachbogen ordentlichen Handyempfang.“

Armin Forster

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