Der Funkmast ist gefallen

Freising - Die Sprengung lief wie am Zündschnürchen: Am Samstag ließ das THW den Funkmasten auf dem Areal der Stein-Kaserne kontrolliert umstürzen.

Seit Samstag, 13.47 Uhr, ist auch das höchste Wahrzeichen der ehemaligen Garnisonsstadt Freising Geschichte: Mit drei Kilogramm Plastiksprengstoff brachte das Technische Hilfswerk den 65,5 Meter hohen Funkmasten auf dem Areal der früheren Stein-Kaserne zum Einsturz - die „Initialzündung“ für die neue Nutzung des Geländes, wie OB Dieter Thalhammer betonte. Er durfte am Samstag die Kurbel drehen, die den Masten mit einem dumpfen Schlag umlegte.

Funkmast Sprengung in der Kaserne Freising

Funkmast Sprengung in der Kaserne Freising

Zahlreiche Gäste aus dem Stadtrat, der Stadtverwaltung und von der Bundeswehr waren eingeladen. Schaulustige Bürger, die man aus Sicherheitsgründen bei der Sprengstoff-Aktion ausgesperrt hatte, verfolgten beispielsweise vom Waldfriedhof aus das Geschehen. Und das war seit vielen Wochen geplant, seit einer Woche von 20 Sprengstoffexperten des THW-Ortsverbandes Dachau mit Sprengemeister Thomas Hörmann und 56 THW’lern aus Freising vorbereitet und am Samstag abgewickelt worden.

90 Bohrlöcher hatte man angebracht, dazu zwei seitliche Einfräsungen, damit das im Jahr 1975 errichtete Ungetüm auch wirklich dorthin fiel, wohin es fallen sollte - nämlich auf den ehemaligen Sportplatz der Kaserne. Außerdem waren rund um den Turm vier Meter hohe Strohballen aufgeschichtet worden, um das gefährliche Herumfliegen von Splittern zu vermeiden.

Ein langes Tuten, gefolgt von zwei kurzen Signalen, dann durfte Thalhammer aus sicherer Entfernung an der Kurbel drehen und die Zündung auslösen: Erst langsam, dann immer schneller sank der Funkmast hin, bevor er - in eine Staubwolke gehüllt - auf dem Boden aufschlug. Applaus bei den Zuschauern, die nach den nächsten drei kurzen Signaltönen das Gelände betreten und den gefällten Koloss unter die Lupe nehmen durften.

Zu einer kleinen Geduldprobe wurde die für 13 Uhr angesetzte Sprengung, weil zum einen die Polizei erst die Absperrung der Mainburger Straße bestätigen musste. Und zum anderen, so erklärte der Freisinger THW-Chef Michael Wüst, weil zwei von den zur Stabilisierung angebrachten Drahtseilen klemmten und sich nicht so schnell lösen ließen.

Letztlich aber half das dem Funkmast alles nichts: Das „ungewöhnliche Ereignis mit Sprengkraft“, so der OB, lief wie am Zündschnürchen - in den Augen Dieter Thalhammers nicht nur das Ende eines „Relikts“ der Freisinger Historie als Garnisonsstadt, sondern auch der „symbolträchtige Startschuss“ für die neue Nutzung als 16 Hektar großes Wohnquartier für rund 1200 Menschen.

Auch interessant

Kommentare