In Nachbarschaft zum Kindergarten St. Kastulus ist seit Anfang der Woche der Telekom-Funkmast in Betrieb gegangen. Der Konzern schaffte so vollendete Tatsachen. ARO

Funkmast in Moosburg: Telekom überrumpelt Stadt und Kindergarten

Moosburg - Alle Hoffnungen lagen auf diesem Gespräch: Am Mittwoch wollte die Stadt Moosburg den drohenden Betrieb des Funkmasten an einem Kindergarten abwenden. Doch dann präsentierte die Telekom eine eiskalte Überraschung.

„Alles war für die Katz'“, ärgert sich Schwester Renate, Leiterin des Moosburger Kindergartens St. Kastulus. „Wir hatten extra eine Unterschriftenliste gegen den Betrieb des Funkmasten erstellt.“ Die Liste war Anfang der Woche per Fax an die Telekom gegangen, um dem Unternehmen bereits vor dem Verhandlungstermin am Mittwoch (wir haben berichtet) zwischen dem Mobilfunkbetreiber, der Stadt und dem Kindergarten klarzumachen, dass sich Widerstand gegen den UMTS-Sender regt.

Doch als man im Rathaus am Tisch saß, machte die Telekom mit einer Information alle Hoffnung der Moosburger zunichte: Sie hatte den Betrieb an der Poststraße bereits zum Wochenbeginn anlaufen lassen. Vorher-Nachher-Messungen der Strahlung sind somit nicht mehr möglich. „Einfach ärgerlich“, sagt Schwester Renate. „Es hat geheißen, man spricht erst einmal. Und dann erfahren wir im Gespräch, dass das bereits läuft.“

„Die Vertreter der Telekom waren sich ihrer Rechtsposition bewusst, dementsprechend selbstbewusst sind sie in den Gesprächen aufgetreten“, berichtet Verwaltungschef Josef Mühlberger aus dem Rathaus. „Der Standort ist ja genehmigt.“ Und so habe der Konzern auf den Betrieb bestanden. Zudem hätten die Telekom-Vertreter argumentiert, dass durch die horizontale Ausbreitung der Funkwellen der Kindergarten ohnehin einen weniger belasteten Standort habe, als dies in weiterer Entfernung der Fall sei.

Rein auf diese Aussage möchte sich in Moosburg jedoch niemand verlassen. Die Stadt lässt deshalb laut Mühlberger Messungen durchführen, die die genaue Strahlenbelastung für die Kindergartenkinder ans Licht bringen sollen. „Das weitere Vorgehen ist dann ergebnisabhängig“, sagte der Verwaltungschef auf FT-Nachfrage. Schwester Renate ist dankbar für diese Unterstützung: „Das Rathaus und Frau Meinelt engagieren sich sehr stark für unsere Sache und übernehmen auch die Kosten für die Messungen.“ Für sie und die Eltern sei nun wichtig, „dass die konkrete Belastungshöhe genau herausgefunden wird".

von Armin Forster

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