Klare Worte: Der Kreisverband der SPD hat seine Kritik an KAB-Reprästentant Rainer Forster untermauert.

Stellungnahme

Gäste, die nicht zur KAB passen: SPD erneuert Kritik an Forster

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Freising - Der SPD-Kreisverband hat seine Kritik an KAB-Diösesansekretär Rainer Forster bekräftigt. Der kirchliche Verband werde als Plattform für unchristliches Gedankengut missbraucht. Ein Fall ist für die Sozialdemokraten besonders heikel.

Ein AFD-Landesvorsitzender, der von einer Feministin als „militanter Lesbe“ spricht; ein Internetportal-Betreiber, der deutschen Politikern rät, „sich ins Boot zu setzen“ und wegzurudern“; ein Rapper, der sich als Systemfeind bezeichnet; und ein Verschwörungstheoretiker, der das Vertrauen in die Demokratie untergräbt. Für den Kreisverband der SPD sind das Referenten und Moderatoren, die der KAB nicht gut zu Gesicht stehen. Deshalb hat sie ihre Kritik an KAB-Diözesansekretär Rainer Forster in einer umfangreichen Stellungnahme untermauert.

„Die Unterzeichner des Schreibens an die KAB-Landesspitze wandten sich keineswegs gegen alle Veranstaltungen, die Herr Forster organisiert hat“, betont der SPD-Kreisvorstand. „Unsere Sorge resultiert aus einer auffällig zunehmenden Anzahl von eingeladenen Moderatoren und Referenten aus unterschiedlichen politischen Spektren, die wir für höchst problematisch halten.“ So pflege der von Forster eingeladene Landesvorsitzende der AfD Bayern, Petr Bystron eine hochaggressive Sprache. Vom „links-grün versifften Deutschland“ sei da die Rede. Alice Schwarzer werde als „militanter Lesbe“ bezeichnet. Zudem fabuliere er von einer „Asylindustrie“ in Deutschland.

„Wir kritisieren nicht, dass jemand ein konservatives Gesellschaftsbild hat, die Emanzipation von Frauen falsch findet, die Flüchtlingsaufnahme begrenzen möchte. In einer demokratischen Gesellschaft müssen solche Sichtweisen möglich sein“, stellt die SPD klar. „Wir meinen jedoch, dass Sprache und Stil des AfD-Landesvorsitzenden von einer Aggressivität und Radikalität sind, dass es sich für einen seriösen Sozialverband wie die KAB geradezu verbieten sollte, solche Referenten einzuladen.“ Besonders heikel werde es, wenn eine von der KAB und dem AfD-Mann abgestimmte Presseerklärung veröffentlicht werde, in der dann von „großen Schnittmengen“ zwischen KAB und AfD die Rede sei, wie Screenshots dieser im Internet veröffentlichten Presseerklärung zeigen.

Über den ebenfalls eingeladenen Daniele Ganser schreibt die SPD: „Er erweckt auf eine äußerst subtile und demagogisch geschickte Weise bei seinem Publikum den Eindruck, der 11. September 2001 sei in Wirklichkeit gar kein Terroranschlag gewesen, sondern müsse von amerikanischer Seite inszeniert worden sein.“ Den Aufstand gegen die Janukowitsch-Diktatur in der Ukraine halte Ganser für einen großangelegten Geheimplan der USA, der NATO, der EU, um ein willfähriges Regime zu installieren, das man dann benutzen könne, um Russland in die Enge zu treiben. „Wir halten es für völlig legitim, die Politik der USA nach 9/11 kritisch zu hinterfragen, und es ist auch legitim, zu hinterfragen, ob sich europäische und amerikanische Politik im Verhältnis zu Russland immer geschickt verhalten hat“, betont die SPD. „Aber die Richtung, in die Herr Ganser die öffentliche Meinungsbildung lenken will, fußt auf Desinformation und der Verbreitung von Lügen. Sein Ziel ist die Untergrabung des Vertrauens in das gesamte demokratische System. Auch Herr Ganser ist aus unserer Sicht kein Referent, der einer KAB in irgendeiner Weise zu Gesicht steht.“

Der als Moderator eingeladene Ken Jebsen betreibe wiederum das Internetportal KenFM. Wenn man sich seinen YouTube-Kanal ansehe, finde man auch einen Aufruf an die deutschen Politiker, sich „in die Boote zu setzen“ und „wegzurudern“, weil ihre Zeit abgelaufen sei. „Der drohende Unterton, sie sollten das besser tun, solange sie noch ungeschoren davonkommen, sein Hetzen gegen das sogenannte Establishment, seine Ausfälle gegen die angebliche Lügenpresse disqualifizieren ihn nicht nur für die KAB.“

Der eingeladene Rapper Kilez More bezeichne sich wiederum in einem Interview als Systemfeind und spreche vom „gleichgebügelten Bürger“, der für das Vertreten einer eigenen Meinung „bestraft“ würde. „Auch hier scheint deutlich eine Haltung durch, die der Tradition der KAB, wie wir sie kennengelernt haben, in keiner Weise entspricht.“

Abschließend betont der SPD-Vorstand, das Schreiben sei Ausdruck von großem Unbehagen. „Wir sind in Sorge, dass Rainer Forster als regionaler Geschäftsführer die allseits respektierte Institution KAB nutzt, um Gefolgschaft zu finden und Gedankengut hoffähig zu machen, das humanistischen und christlichen Grundüberzeugungen widerspricht.“

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