Bei Gabelsberg und Reith

Gammelsdorf: Solarpark schmackhaft gemacht

Gammelsdorf - Zwei Photovoltaikanlagen sollen bei Gabelsberg und Reith entstehen. Doch nicht jeder im Gemeinderat steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Nun sorgte das Thema für reichlich Diskussionsstoff.

Der Antrag hatte vor längerer Zeit schon einmal auf der Tagesordnung gestanden – konnte aber nicht zum Abschluss gebracht werden. Nun wird ein neuer Anlauf genommen, um das Projekt zu realisieren: Die Echinger Firma OneSolar International plant, angrenzend zu den beiden Hofstellen der Ortschaften Gabelsberg und Reith, je eine Photovoltaikanlage mit 14,8 respektive 12 Hektar zu errichten.

Landschaftsarchitekt Stefan Längst sowie OneSolar-Geschäftsführer Johannes Hinze waren bei der Sitzung anwesend und stellten den Kommunalpolitikern die Pläne vor, die an diesem Abend noch nicht zur Abstimmung standen. „Auf dem Gelände befinden sich nur die beiden Hofstellen. Eine Beeinträchtigung für Anlieger ist deshalb nicht gegeben“, erklärte der Landschaftsarchitekt. Zudem sollten großzügige Ausgleichsflächen geschaffen werden, mindestens 7800 Büsche wolle man pflanzen. „In zwei Jahren werden die Module von außen nicht mehr einsehbar sein“, versprach Längst.

Im Gremium gab es kritische Nachfragen

Und schon prasselten kritische Fragen auf das Gespann ein. Beispielsweise wollte man im Gremium wissen, wie die Einspeisung ins Netz funktionieren solle. Hinze erklärte, er könne zwar noch keine fertig ausgearbeiteten Pläne vorlegen, „hier in Gammelsdorf haben wir aber drei Möglichkeiten“. Eine davon – und auch die wirtschaftlichste – sei Altdorf. Bisher gehe der Geschäftsführer davon aus, mit mehreren kleinen Anschlüssen zu planen. „Diese können problemlos nach und nach ausgebaut werden.“ Ein Großspeicher soll es ermöglichen, den Sonnenstrom 24 Stunden nutzen zu können. „Diesen Speicher kann man sich vorstellen wie eine Trafostation. Je nach Kapazität kann diese größer ausfallen, wird aber definitiv im Solarpark versteckt“, versicherte Hinze.

Auch über die Vorteile für die Kommune selbst wollten die Anwesenden genaueres erfahren. Dabei konnte der Firmenchef zahlreiche Aspekte anführen. „Die Gewerbesteuer bleibt zu 100 Prozent innerhalb der Gemeinde. Diese wird mit großer Wahrscheinlichkeit im deutlich siebenstelligen Bereich liegen.“ Da es sich bei den Anlagen um ein bewegliches Wirtschaftsgut handle, das schnell abschreibungsfähig sei, würden laut Hinze sehr schnell Steuern anfallen. „Bei früheren Projekten war dies nach spätestens fünf Jahren der Fall.“

Bürgerbeteiligung mit hoher Rendite angepriesen

Für die Solarparks wird zunächst mit einer Laufzeit von 20 Jahren gerechnet. Doch für einen negativen Verlauf möchten die Gemeinderatsmitglieder gewappnet sein. Zum Beispiel für den Fall, dass die Firma Insolvenz anmelden müsse. „Die Gemeinde ist über eine Bürgschaft versichert“, erklärte Hinze. „Zudem springt in diesem Fall das Finanzinstitut ein, denn Photovoltaikanlagen werden in der Regel immer finanziert.“ Und selbst dann sei ein Rückbau und eine Rekultivierung garantiert. „Man muss auch keine Bedenken wegen möglichen Schadstoffen haben“, ergänzte Firmenchef Johannes Hinze. „Wir benutzen keine Schwermetalle. Was überbleibt, sind Kupferkabel und feuerverzinkter Stahl.“

Zum Abschluss gab er noch einen Ausblick, der auch die Bevölkerung von Gammelsdorf freuen dürfte: „Eine Bürgerbeteiligung ist bei diesem Projekt gut vorstellbar. Dies kann in Form einer Genossenschaft erfolgen. Bei einem letzten Projekt mit Bürgerbeteiligung hat die Genossenschaft 2016 4,5 Prozent Rendite ausgeschüttet.“

Anna Schledzinski

Rubriklistenbild: © F1online

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