Aufreger-Thema begraben

Gammelsdorf: Windrad-Pläne vom Tisch - DSL-Ausbau fertig - neues Baugebiet

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Mit positiven Nachrichten im Gepäck zeichnete Ortschef Paul Bauer bei der Gammelsdorfer Bürgerversammlung ein optimistisches Bild. Und er konnte ein Aufreger-Thema begraben.

Gammelsdorf – Bei seinem Bericht durfte Gemeindeoberhaupt Paul Bauer in viele zufriedene Gesichter blicken. Denn bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Pichlmeier am Donnerstag bekamen die Zuhörer einige positive Nachrichten zu hören.

Eine Million Euro auf der hohen Kante

Die Einnahmenseite zeige sich laut Bauer seit Langem stabil. Das Haushaltsjahr 2017 sei mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 2,3 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit knapp 2,2 Millionen Euro abgeschlossen worden. Obwohl im vergangenen Jahr erhebliche Investitionen geplant gewesen seien und man dafür zwei Millionen Euro aus den Rücklagen veranschlagt hatte, konnte am Jahresende durch Mehreinnahmen und Minderausgaben im Verwaltungshaushalt ein positiver Jahresabschluss verbucht werden. Bauer: „Es mussten lediglich 1,1 Millionen Euro aus der Rücklage entnommen werden.“ Sie habe mit Stand 1. Januar immer noch erfreuliche 1,0 Millionen Euro betragen. Bereits seit 1. April 2016 sei die Gemeinde schuldenfrei.

23 verschiedene Nationalitäten

Aktuell zählt man in Gammelsdorf 1534 Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz. 723 davon sind weiblich, 811 männlich. 130 Bürger besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit und stammen aus 23 verschiedenen Nationalitäten. 2017 wurden 22 Geburten und neun Sterbefälle verzeichnet – außerdem gaben sich laut Gemeinde-Statistik fünf Paare das Ja-Wort.

Neues Kinderhaus

Den Gammelsdorfer Kindergarten besuchen laut Bauer aktuell 42 Kinder. Die derzeitigen Geburtenzahlen und die positive Entwicklung im Kindergarten selbst haben die Gemeinde Bauer zufolge nun dazu veranlasst, sich Gedanken über ein erweitertes Betreuungsangebot zu machen. Da der zusätzliche Raumbedarf am jetzigen Standort nicht umzusetzen sei, hat man konkrete Planungen zum Neubau eines Kindergartens mit Kinderkrippe auf Höhe der Zufahrt zum Tennisgelände an der Friedrichstraße angestoßen. Man sei derzeit in der Abstimmung mit dem Träger, der Förderstelle und der Jugendbehörde. Außerdem soll die laufende Elternbefragung noch ausgewertet werden, um den genauen Bedarf abschätzen zu können.

Gemeinde prüft Gebührenerhöhung

Nachdem sich der Ausbau der Gammelsdorfer Ortsdurchfahrt (FS 19) um ein Jahr verzögert hatte, sei die Erneuerung nun abgeschlossen. Dabei sei auch der gemeindliche Mischwasserkanal in der Hauptstraße entlang der Ortsdurchfahrt sowie im Eichenweg saniert oder teilweise ersetzt worden. Die Maßnahme kostete die Kommune rund 560.000 Euro. Bauer: „Verbesserungsbeiträge werden von der Gemeinde hier nicht erhoben.“ Ob die Kosten im Rahmen der neuen Kalkulation der Gebührensätze für die Abwassergebühren ab Januar 2019 zu einer Erhöhung der Gebühren führen, werde laut Bürgermeister die Kalkulation ergeben, die von einem unabhängigen Sachverständigen im Laufe des Jahres durchgeführt werde.

Gemeindekanzlei soll barrierefrei werden

Wie Paul Bauer berichtete, arbeite man derzeit an einem Konzept für einen barrierefreien Zugang zur Gemeindekanzlei Am Bachberg. Konkret ist ein Aufzug im Treppenhaus angedacht. Die Planung laufe in Abstimmung mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises und gemeinsam mit einem Freisinger Architekturbüro. Geschätzter Kostenpunkt: rund 140.000 Euro.

Neues Wohngebiet mit 43 Parzellen

Um den hohen Bedarf an Baugrund zu stillen, hatte die Gemeinde bereits 2015 das Baugebiet Fahrtfeld zwischen der Rosenstraße und der Forststraße beschlossen. Weil es aber im Verfahren zur Umlegung und Neuverteilung aller eingebrachten privaten Flächen zu „unüberbrückbaren Differenzen mit einigen Grundstückseigentümern“ gekommen sei, habe das Verfahren nicht wie geplant abgeschlossen werden können, bedauerte Bauer. „Damit war auch die Weiterführung des Bauleitplanverfahrens für das lange erwartete Wohnbaugebiet unmöglich.“ Im Oktober fror der Gemeinderat den Plan ein – und suchte nach einer Alternative. Fündig wurde man entlang der Friedrichstraße, wo im Anschluss an den gemeindlichen Parkplatz eine größere zusammenhängende landwirtschaftliche Fläche gekauft werden konnte. Bauer: „Die internen Planungen sind so weit vorangeschritten, dass man sagen kann, dass auf diesem Areal 43 Wohnbauparzellen für Einzelhäuser und Doppelhäuser entstehen können“ – passend zum Kindergartenneubau auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

DSL-Ausbau fertig

Gute Nachrichten auch für Internetnutzer in der Gemeinde: Wie Bauer bekannt gab, sei der flächendeckende Breitbandausbau laut Telekom zum 1. April abgeschlossen. „Danach werden wir gemeindeweit Geschwindigkeiten von mindestens 30 bis zu 100 Megabit pro Sekunde ermöglichen können.“

Windrad gestorben

Für manche Besucher der Versammlung war dies wohl die beste Nachricht: Die in der Gemeinde heftig umstrittenen Windradpläne für Enghausen-Priel sind laut Bauer vom Tisch: „Das Landratsamt hat in einem Zweizeiler mitgeteilt, dass der Antragsteller sein Vorhaben zurückgezogen hat.“ Da es in der Bevölkerung großen Widerstand gegen die Anlage gegeben habe, „kann man das als positiv bewerten“, so der Ortschef.

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