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Warmer Empfang: Die Gammelsdorfer freuten sich über den Besuch von Innenminister Joachim Herrmann.

CSU-Wahlkampf

Herrmann in Gammelsdorf: Heimspiel für den Innenminister

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Gammelsdorf - Energisch, laut kämpferisch: So war der Auftritt von Joachim Herrmann in Gammelsdorf. Doch in einen Punkt gab sich der Bayerische Innenminister reumütig.

Gammelsdorf: CSU-Hochburg im Kreis Freising, vor 704 Jahren Schauplatz eines glorreichen bayerischen Sieges, Treffpunkt der Königstreuen, Heimatgemeinde von MdB Erich Irlstorfer und am Dienstagabend der Ort, an dem Bayerns Innenminister und CSU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Joachim Herrmann, den wohl weiß-blauesten Wahlkampfauftritt des Jahres erlebte.

Joachim Herrmann gibt sich reumütig: Es sei „eine unentschuldbare Bildungslücke“ gewesen, dass er bis Dienstagabend noch nie in Gammelsdorf gewesen sei. Herrmann steht im Scheinwerferlicht des stimmungsvoll in verschiedene Farben getauchten Pfarrgartens. Und bevor er – teilweise für seine Verhältnisse außergewöhnlich energisch, laut und kämpferisch – die Vorzüge Bayerns und der CSU preist, bevor er den Wahlkämpfer gibt, ist er zunächst einmal neidisch. Neidisch auf den amtierenden CSU-Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer, der bekanntlich in Gammelsdorf wohnt: „So einen schönen Wahlkreis möchte ich auch einmal haben“, sagt Herrmann.

Die zahlreichen Gäste im Pfarrgarten – viele sind in Tracht gekommen – lachen. Viele von ihnen waren auch zuvor von Herrmann bei dessen Gang durch die Reihen persönlich und mit Handschlag begrüßt worden, bevor der Innenminister an dem Tisch Platz nimmt, an dem auch Otto Wiesheu sitzt. Man kennt sich schon aus JU-Zeiten. Dass es vielleicht der bayerischste aller Wahlkampfauftritte ist, dafür haben bei der Ankunft des Innenministers die Erste Schützenkompanie Schrobenhausen mit ihren drei Salutschüssen, eine Gruppe Jagdhornbläser, Böllerschützen, die Holledauer Hopfareißa und das Holledauer Dutzend gesorgt. Dort also, wo im Jahre 1313 Herzog Ludwig IV. von Oberbayern, der spätere Kaiser Ludwig der Bayer, die Habsburger besiegte, von dort aus wollen Joachim Herrmann und Irlstorfer den politischen Gegner besiegen, wollen CDU/CSU an der Macht halten. „Wir kämpfen um jede Stimme“, ruft deshalb Herrmann ins Mikrofon.

Irlstofer betont vor dem Auftritt des CSU-Spitzenkandidaten: „Wir haben einen Plan, wie dieses Land gestaltet werden soll.“ Irlstofer will sich aber auch vor einem wichtigen Thema seines Wahlkreises nicht drücken: die dritte Startbahn. 2018, so habe es der Ministerpräsident versprochen, gebe es eine Entscheidung. Endlich, so das MdB. Irlstorfer sagt: „Ich bin kein Flughafen-Gegner und werde es in diesem Leben auch nicht mehr werden, aber ich sehe die dritte Startbahn sehr kritisch, und meine Meinung ist auch die des Kreisverbandes“.

Allerdings: Was sich da bei Feinstaub- und Ultrafeinstaubmessungen des Bürgervereins Freising „zusammenbraut“, sieht Irlstorfer auch skeptisch. Da brauche man eine „hohe Fachlichkeit“, da halte er „nichts von selbst ernannten Fachleuten“.

Wie witzelt Innenminister Joachim Herrmann an jenem Sommerabend im Gammelsdorfer Pfarrgarten? „Der doppelte Herrmann in der bayerischen Innenpolitik ist sowieso unüberbietbar.“ Gemeint ist Florian Herrmann, der innenpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, der Vorsitzende des Innenausschusses und der Freisinger Kreisvorsitzende. Der war sich schon ganz zu Beginn sicher, dass der Dienstag in Gammelsdorf „wohl die schönste Wahlkampfveranstaltung für Joachim Herrmann“ sei.

Herrmann lobt Herrmann, weil Bayern beim Thema Innere Sicherheit eine „hervorragende Leistungsbilanz“ aufweise, weil die CSU da „klare Kante zeigt und einen klaren Kurs fährt“ – und weil Rot-Rot-Grün „ins Abseits führen“ würde und „ein Sicherheitsrisiko für unser Land“ wäre. Das gilt es, da ist man sich am Dienstag im Pfarrgarten einig, zu verhindern. andreas beschorner

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