Rosige Aussichten

Spielraum für Investitionen: Gammelsdorf geht ohne Schulden ins neue Jahr

Gammelsdorf - Rund zwei Millionen Euro Rücklagen kann Gammelsdorf zu Beginn des neuen Jahres vorweisen. Dieser Betrag wird jedoch nahezu vollständig aufgezehrt werden. Denn die Gemeinde hat einige Investitionen vor.

Einen großen Betrag benötigt die Gemeinde Gammelsdorf für die Erschließung des Neubaugebiets „Fahrtfeld“. Die Errichtung von Kanal, Straßen und Beleuchtung wird etwa 1,1 Millionen Euro betragen. „Das Gebiet kann dadurch baureif erschlossen werden, ohne sich am Kreditmarkt bedienen zu müssen“, bestätigte Kämmerer Markus Sichenender, der Bürgermeister Paul Bauer und den Gemeinderäten am Donnerstag den Haushaltsvorbericht präsentierte. Für Gammelsdorf sei es wichtig, über Grundstücke zur Ansiedlung von Familien verfügen zu können, die „neben den Erlösen auch mittel- bis langfristig die Steuerkraft der Gemeinde“ erhöhe.

Weitere Posten auf der Agenda für 2017 sind zudem der DSL-Ausbau mit 843 000 Euro sowie die Verlegung eines neuen Abwasserkanals in der Hauptstraße, der die Gemeinde rund 700 000 Euro kosten wird. „Für den Breitbandausbau erhalten wir aber einen Zuschuss in Höhe von 674 000 Euro vom Freistaat Bayern“, ergänzte der Gammelsdorfer Rathauschef die Auflistung.

Insgesamt schließt der Haushalt 2017 in den Einnahmen und Ausgaben mit 5,4 Millionen Euro ab. Das Volumen erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent – für Sichenender ein positives Zeichen: „Somit kann die Gemeinde mehr Projekte durchführen.“ Auch bei den Einnahmen durch die Grundsteuern A und B w wird eine Steigerung verzeichnen. Erstere beträgt laut den Aufstellungen 40 000 Euro, bei der Grundsteuer B kann die Gemeinde sogar mit 100 000 Euro planen.

Der Kämmerer hatte zudem noch eine freudige Nachricht zu verkünden: „Die Gemeinde Gammelsdorf ist schuldenfrei. Trotzdem sollte zukünftig genauso streng zwischen freiwilligen Aufgaben und Pflichtaufgaben unterschieden werden, um auch dauerhaft schuldenfrei zu bleiben.“

Damit hat die Gemeinde auch den Rücken frei für eine Maßnahme, die endlich realisiert werden soll: die schon lange geplanten Kanalarbeiten an der Ortsdurchfahrt – für den Bürgermeister ein wichtiger Schritt. „Das Vorhaben wurde seinerzeit aufgrund eines unwirtschaftlichen Preisniveaus aufgehoben.“ Damalige Angebote sahen Kosten von mehr als 877 000 Euro vor, dies wollte sich die Verwaltung nicht zumuten. Nun wurde eine erneute Ausschreibung getätigt. „Fünf Unternehmen haben uns ein Angebot unterbreitet“, berichtete Bauer. „Das günstigste kommt von der Firma Wadle aus Essenbach mit einem Kostenpunkt von 559 000 Euro.“

Nach Auftragserteilung sollen die Arbeiten je nach Witterung ab März nächsten Jahres beginnen. Die Dauer beträgt rund drei Monate. „Danach werden noch Deckenbauerneuerungen durch den Landkreis durchgeführt“, wusste das Gemeindeoberhaupt. Ohne Einwände erhielt die Essenbacher Firma den Zuschlag.

Zum Schluss wurde noch über die Neuanschaffung eines Winterdienststreuers für den Bauhof abgestimmt. Das Unternehmen „Schranner Landmaschinen“ aus Nandlstadt war hier mit 5600 Euro der preiswerteste Anbieter. Das neue Fahrzeug weist einen Inhalt von 1000 Liter auf und kann mit nur zwei Mal Auffüllen die gesamt Kommune abdecken. Der Bürgermeister fügte hinzu, dass das alte Fahrzeug „aber weiterhin genutzt wird, bis es auseinander fällt“. Erst dann würde das neue Gefährt aufgefahren werden.

Anna Schledzinski

Rubriklistenbild: © dpa

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