Entscheidung im Gemeinderat

Strenge Auflagen für Verfüllung der Tagebau-Grube bei Gammelsdorf

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Um die Verfüllung der ehemaligen Bentonit-Grube bei Gammelsdorf mit belastetem Material ging es am Dienstag im Gemeinderat. Und das Gremium traf eine Entscheidung.

Gammelsdorf – Der Sitzungssaal im Feuerwehrgerätehaus zu Gammelsdorf war gut gefüllt. Sogar zusätzliche Stühle mussten für die Zuhörer angeschleppt werden. Ein Grund für das rege Interesse der Bevölkerung an der Gemeinderatssitzung am Dienstag war der Antrag der Firma Neuhaus & Giebisch, die Grube, in der einige Jahre lang Bentonit gewonnen wurde, jetzt endgültig zu verfüllen.

Die „Interessengemeinschaft Sauberes Gammelsdorf“ hatte im Vorfeld vor der Einbringung von weiteren rund 8000 Lkw-Ladungen belasteten und gesundheitsschädlichen Materials gewarnt, unter anderem auf Facebook. Der Gemeinderat fasste einstimmig einen Beschluss, der diese Bedenken zum Teil ausräumen dürfte.

Wie Bürgermeister Paul Bauer zunächst erläuterte, sei Ende 2002 die erste Betriebsgenehmigung zum Bentonitabbau „Auf dem Brand“ erteilt worden. Seit 2007 erfolge die Verfüllung mit sogenanntem Z1.2-Material. Diese Klassifizierung ermöglicht den „eingeschränkten offenen Einbau“ bei günstigen hydrogeologischen Voraussetzungen. Sprich: Eine genügend dicke Lehmschicht muss vorhanden sein. Bis April 2012 wurden so 186 000 Tonnen eingebracht. Dann war es zu „Unstimmigkeiten“ gekommen, berichtete Bauer. Jetzt sei von der Firma der Antrag auf endgültige Verfüllung der Grube mit weiteren 78 400 Kubikmeter Material gestellt worden.

Mit diesem Aufruf warb die Interessengemeinschaft für ihr Anliegen

Es gebe, so sah es der Bürgermeister, zwei Möglichkeiten für die Gemeinde: Entweder man sei mit der Verfüllung „grundsätzlich einverstanden“ – auch weiterhin mit Material der Klasse Z1.2 –, oder man erkläre sich mit der Verfüllung zwar einverstanden – allerdings nicht mit dem belasteten Material der Stufe Z1.2. Auf jeden Fall sollte man darauf drängen, dass der Zeithorizont bis zum Abschluss der Arbeiten „möglichst eng gehalten“ werde.

BGG-Gemeinderat Uwe Penner verwies auf einen bereits bestehenden Beschluss des Gemeinderats von Ende 2011, als man eine Verfüllung mit Z1.2-Material abgelehnt habe. Dieser Beschluss habe sich zwar, so Paul Bauer, auf eine Erweiterung der Grube bezogen, er habe aber nichts dagegen, das jetzt auch in diesem Fall zu beschließen. Und das tat der Gemeinderat dann auch – ohne jede Diskussion und ohne jede Gegenstimme.

Die Firma Neuhaus & Giebisch darf also nur kaum oder gar nicht belastetes Material der Klassen Z0 und Z1.1 zur Verfüllung verwenden.

Rubriklistenbild: © dpa

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