Gartenhäuschen wächst sich aus

Freising - Ein Bauantrag für ein Gartenhäuschen erregte die Gemüter des Freisinger Bauausschusses. Denn der Bau wuchs von ursprünglichen knapp 13 auf knapp 87 Quadratmeter an.

Am Marzlinger Fußweg. Dort, wo sich inzwischen 15 kleine, gemütliche Gartenlauben aneinanderreihen, stand früher auch das Gartenhäuschen der Familie Petz. 1975 war es ihnen genehmigt worden, hatte die bescheidenen Ausmaße von 3,60 auf 3,80 Meter. Dann hat man erweitert – ohne Genehmigung. Vor kurzem ist das Häuschen im Grünen in Flammen aufgegangen. Und das war der Zeitpunkt, zu dem Feuerwehrmann und „Orange“-Betreiber Thomas Petz auf den Plan trat. Kurzerhand begann er, eine Bodenplatte zu gießen und schon mal die Gerüste für die künftigen Außenwände aufzustellen. Ohne Genehmigung. Am 26. Mai 2009 hat die Bauverwaltung die Einstellung der Bauarbeiten verfügt.

Exakt am Mittwoch, 24. Juni, lag nun der Bauantrag den Stadträten vor. Und die staunten nicht schlecht. Das Vorhaben von Petz sollte eine Grundfläche von 9,50 auf 7,70 Meter habenWas vorher 13 Quadratmeter groß war, hätte damit jetzt eine Nutzfläche von 87 Quadratmetern gehabt.

Entsprechend fiel das Fazit von Bauamtsleiter Johann Bergermeier aus: „Das ist sicherlich für die Zweckbestimmung nicht erforderlich“, oder anders ausgedrückt: „Das ist kein Garten-, sondern ein Wochenendhaus.“ Der Beschlussvorschlag war also klar: Ablehnen!

Doch siehe da: Planungsreferent Anton Frankl (CSU) beantragte eine Ortsbesichtigung. Noch erstaunlicher als der Bauantrag von Petz: Mit 9:5 Stimmen hatte Frankls Antrag Erfolg.

Bei einem anderen Tagesordnungspunkt biss Frankl mit seinem Antrag auf Ortseinsicht allerdings auf Granit: Albert Kaiser hatte für ein Wohnhaus in der St.-Valentin-Straße in Altenhausen einen Vorbescheidsantrag gestellt.

Das Problem an der ganzen Geschichte: Außenbereich – und damit nicht zulässig. Und Oberbürgermeister Dieter Thalhammer sah darin sogar eine „Salamitaktik“, habe man ein anderes Wohnhaus des Bauwerbers doch nur unter größtem Bauchweh genehmigt. Anton Frankl hingegen wollte „schon versuchen, unsere Dörfer wachsen zu lassen“. Resultat: Ablehnung der Ortsbesichtigung

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