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Weniger Beteiligung denn je

Gaudiwurm Günzenhausen: Bunter Fasching, wenig Wagen

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Günzenhausen – Die Sonne und viel gute Laune waren am frühen Sonntagmorgen mit von der Partie, als sich in Hörenzhausen der Faschingswurm von und mit dem Günzenhauser Burschenverein formierte.

„Geburtshilfe“ gab es dabei auch aus Eching, Fahrenzhausen, Kammerberg, Lohhof, Mintraching, Neufahrn, und Wenig – und natürlich von den Einheimischen. Auch ganz kleine Faschingsfreunde waren dabei – mit eigenem, fahrbaren Untersatz, versteht sich. Ins Auge fiel eine starke Truppe in auffälligem Rotgelb. Sie entpuppte sich bei genauerem Hinschauen aber nicht als karnevalistische Crew, sondern als echte Feuerwehr Günzenhausen im Sicherheitsdienst.

Gaudiwurm Günzenhausen: Die Fotos

Bilder: Faschingszug durch Günzenhausen

Nur sechs Faschingswagen nahmen am Gaudiwurm teil. Ein Zeichen für das nahende Ende? Aus den umliegenden Orten werden eine ganze Handvoll Gründe für die geringe Zahl genannt: der große Aufwand, die Bereitschaft, Hallen für den Wagenbau bereit zu stellen, auch schwinde der Zusammenhalt in den Vereinen und Gemeinschaften. Der Knackpunkt seien aber die verschärften Auflagen und auch die Kosten für den TÜV. Seit Weihnachten haben die Echinger Burschen an ihrer hölzernen Trutzburg zum 70-jährigen Vereinsjubiläum auf dem Steininger-Anwesen in Hollern gehämmert, geschraubt und gefeilt, ebenso wie die Narrhalla Heidechia. Deren TÜV-Abnahmen gestalteten sich problemlos. Aber in anderen Fällen wurde auch von kleinlicher Schikane berichtet. Die Folge: „Der Trend geht eindeutig zur Fußgruppe“, hieß es aus Reihen der Veranstalter. Der sichtbare Beweis – mehr als ein Dutzend tapfere „Bodentruppen“, die sich ihr närrisches Engagement nicht nehmen lassen. Dazu zählen rund zwölf knallgelbe „Spongebobs“ aus der Kreativ-Garagenwerkstatt des Mintrachinger Burschenvereins. Zu den tierischen Gestalten, die zur besonderen Vielfüßigkeit des Gaudiwurms betrugen, gehörten lustige Hühner, sprich Landfrauen, Affen mit Zylinder und die Minions des Günzenhauser Schützenvereins. Die Günzenhauser 50er–Jahre-Girls fuhren dagegen stilvoll im 1958er Militärjeep vor.

Auch kommt im Faschingszug immer wieder Kritisches auf die Themenwagen – dank diverser Steilvorlagen aus der Wirtschaft und dem Sport beispielsweise. Den VW-Skandal haben sich die Günzenhauser Burschen vorgenommen: „Willst du einen Volkswagen fahren, darfst du nicht am Abgas sparen“ hieß ihre schriftliche Gebrauchsanweisung. Eine farbenfrohe Idee kam auch aus Weng dahergerollt: Warum angesichts von Korruption und Bestechung in der FIFA die Fußball-WM nicht von Katar nach Weng verlegen?

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