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Die Afrikanische Schweinepest ist eine große Gefahr für Wild- und Hausschweine – und für die Tiere höchst ansteckend. 

Vom Baltikum nach Zentraleuropa 

Gefährliche Schweinepest im Anmarsch

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Die Afrikanische Schweinepest nähert sich der Region. Von den baltischen Ländern hat sie sich die tödliche Seuche den Weg bis an die tschechische Grenze gebahnt – und im Landkreis ist man bereits in Alarmbereitschaft.

Landkreis – Im Osten Tschechiens ist bei zwei toten Schweinen die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden – und genau das versetzt den Landkreis in Sorge. Denn: Die Seuche hat sich innerhalb weniger Wochen ihren Weg von den baltischen Staaten in die unmittelbare Nähe Österreichs gebahnt – das sind mehrere 100 Kilometer. Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Deutschland. Die Schweinepest steht vor den Toren unserer Wälder.

Alfred Fuchs, Leiter des Forstbetriebs Freising der Bayerischen Staatsforsten, sieht das genauso: „Es ist nicht die Frage ob, sondern wann die Seuche zu uns schwappt.“ Und obwohl „die Tiere sehr mobil sind“, könne sich ASP auch auf anderem Weg als durch lebendige Wildschweine verbreitet haben. „Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass sich ein krankes Tier hunderte von Kilometern weit schleppen kann“, erklärt Fuchs. Ein Stück Fleisch an einer Schuhsohle beispielsweise könne schon ausreichen, um das Virus über weite Distanzen zu transportieren.

In den Forsten ist man also alarmiert – aber aktuell bereitet man sich noch nicht aktiv vor. Auch deshalb, weil es noch keinen Impfstoff gibt und in absehbarer Zeit wohl auch nicht geben wird. Zudem schätzt Fuchs den „Handlungsspielraum als sehr gering ein“. Anders sieht es da bei den Jägern aus: Wie der Bayerische Jagdverband mitteilt, sind die Jäger aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (tote Tiere) der zuständigen Behörde zu melden – und geeignete Proben, beispielsweise Blut, Lymphknoten, Milz und Lunge, amtlich untersuchen zu lassen.

Doch nicht nur Wildschweine können die Krankheit bekommen. Auch normale Hausschweine sind für das Virus anfällig. Eva Dörpinghaus, Pressesprecherin des Freisinger Landratsamts, bestätigt, dass man bereits mit Jägern in Kontakt steht. „Das Veterinäramt sensibilisiert und gibt Informationen dazu heraus“, sagt Dörpinghaus.

Besonderes Augenmerk müsse man darauf legen, dass der Betrieb eingefriedet ist – und dem Futter besonderen Schutz zukommen lässt. Jagdhunde, Jagdgegenstände und erlegte Wildschweine sollten von Betrieben ferngehalten werden. Zudem werden „die Landwirte im Rahmen von Kontrollen über die Lage auf dem Laufenden gehalten.“

Bei den Landwirten selbst ist man natürlich in Alarmbereitschaft – obwohl der Obmann des Bauernverbands Freising, Georg Radlmaier, vor Panik warnt: „Es gelten bei uns strenge Hygienestandards, die von unseren Bauern eingehalten werden.“ Der Gefahr ist er sich aber bewusst: „Die Landwirte wurden bereits ausgiebig informiert.“ Er bestätigt auch,dass es wichtig sei, auf eine entsprechende Einzäunung zu achten – und darauf, dass die eigenen Schweine nicht in Kontakt mit Wildschweinen kommen. Zudem solle man auf gar keinen Fall Küchenabfälle verfüttern. Seiner Meinung nach müssen auch vor allem Fernfahrer, die im Baltikum unterwegs sind, sensibilisiert werden. „Wenn die sich dort eine Brotzeit mit infiziertem Fleisch kaufen, und Reste dann irgendwo auf dem Weg in unsere Region wegwerfen, kann das gefährlich werden.“

Besorgt um die eigene Gesundheit muss man allerdings nicht sein. Die Seuche ist für Menschen, aber auch für andere Haustierarten nicht gefährlich. Auch infiziertes Schweinefleisch kann ohne Gesundheitsrisiko verzehrt werden.

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