BI Gegenwind findet, der Investor "sollte sich schämen"

Fahrenzhausen - Drei Windräder wollte die SL Windenergie im Weißlinger Hölzl errichten. Da gab es Gegenwind. Jetzt baut man nur noch ein Windrad. Aus dem Gegenwind wurde ein Sturm: Hart und rüde geht die BI mit den Investoren ins Gericht.

Vor einer Woche konnten Vitus Hinterseher und die SL Windenergie zumindest einen Teilerfolg verbuchen: Das Landratsamt hatte eine Windkraftanlage bei Lauterbach genehmigt. Hinterseher war zufrieden. Dass zwei andere Windräder, die man eigentlich hatte errichten wollen, nicht realisiert werden, nahm man bei der SL Windenergie nicht so dramatisch. Die Anträge für diese beiden Anlagen hatte man zurückgezogen, weil ein naturschutzrechtliches Gutachten den Horst eines Wespenbussards nachgewiesen hatte. Und der hätte unter diesen beiden Windrädern möglicherweise gelitten.

Die BI Gegenwind, die seit Anbeginn einen erbitterten Kampf gegen diese „Windfarm“ führt, ist aber noch lange nicht zufrieden. Im Gegenteil: Der Ton, den die BI, ihre Vorsitzende Elfriede Eisenhofer und manche Mitstreiter nun ihrerseits in einer Pressemitteilung anschlagen, ist harsch und rüde. Beispiel: „Die Art ,Bussard’ will er schützen, die Art ,Mensch, Nachbar, Mitbürger’ will er opfern“, greift BI-Vorstand Joseph Krettek aus Lauterbach Hinterseher an.

Überhaupt ist man „empört“, wie sich Hinterseher „als Saubermann und Naturschützer präsentieren will“, schreibt die BI. Denn von dem Wespenbussard habe Hinterseher schon vor zwei Jahren gewusst. Eisenhofer: „Ich bin mir sicher, Hinterseher hätte das Gesamtprojekt ohne Rücksicht auf die Bussarde und ohne mit der Wimper zu zucken voll durchgezogen, hätte die BI nicht immer wieder auf Planungsschwächen hingewiesen.“

Wieso die SL Windenergie jetzt auf den Bau von zwei Windrädern verzichtet, dafür meint die BI einen anderen Grund gefunden zu haben: Die SL Windenergie glaube selbst nicht mehr an die „wirtschaftliche Realisierung eines Windparks“. Die Pressemitteilung Hintersehers sei „zynisch“, weil darin kein Wort über und zu den betroffenen Menschen zu lesen sei. „Herr Hinterseher sollte sich schämen, überhaupt das Wort Bürgerbeteiligung in den Mund zu nehmen“, findet die BI. Doch nicht nur gegen Hinterseher gibt es solche verbalen Breitseiten. Auch Landratsamt und Landrat Josef Hauner sind ins BI-Visier geraten: Dass die Genehmigung für das eine Windrad ausgesprochen worden sei, wenige Wochen bevor laut BI in Bayern die „10-H-Regelung“ eingeführt werde, sei „absolut übereilig“ gewesen. Zudem wundert man sich, dass das Landratsamt das neue, 70-seitige artenschutzrechtliche Gutachten für das eine Windrad „in nur einem Arbeitstag“ geprüft habe: Am 16. Oktober sei es eingereicht worden, am 20. Oktober habe Hinterseher die Genehmigung verkündet. „Nur schwer erklären“ kann sich Eisenhofer zudem Hauners Aussage, der in einem Gespräch am 22. Oktober ihr gegenüber gesagt habe, er könne verstehen, wenn die BI alle rechtlichen Schritte gegen die Genehmigung ausschöpfe. Genau das wird die BI tun. zz

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