Abscheulicher Fund bei Billingsdorf

Gehäuteter Kater an Straße entdeckt

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Freising - Einen schrecklichen Fund hat eine 45-jährige Spaziergängerin aus Billingsdorf (Gemeinde Wolfersdorf) Ende vergangener Woche: Ein unbekannter Täter hat einen Kater gehäutet und dann am Straßenrand abgelegt.

Tierschutzvereins-Chef Joseph Popp ist über den Fall entsetzt: „Ich weiß nicht, welcher Irre hier am Werk war." Eine 45-jährige Passantin hatte zusammen mit einer Begleiterin den blutigen Kadaver Ende vergangener Woche an der Ortsverbindungsstraße zwischen Billingsdorf und Jägersdorf entdeckt. Sie entschloss sich, den Fall umgehend dem Tierschutzverein Freising zu melden. Dessen Vorsitzender Joseph Popp wandte sich dann sofort an die Polizei und erstattete Anzeige wegen Tierquälerei. Ebenso informierte er per E-Mail die zuständige Amtstierärztin Ulrike Schweinzer.

Noch gibt der extreme Fall viele Rästel auf. Insbesondere müsse laut Popp die Frage geklärt werden, zu welchem Zeitpunkt die Katze so grausam misshandelt wurde. „Es ist nämlich noch nicht klar, ob das Tier beim Häuten schon tot war oder nur bewusstlos geschlagen wurde.“ Eines stehe aber schon fest: Schussverletzungen waren bei einer ersten Nachschau nicht entdeckt worden. Wie Popp gestern nachmittag meldete, konnte das Tier identifiziert werden: „Der Kater hieß Charlie und gehörte nach Wolfersdorf.“

Aufgrund der ersten Untersuchungen durch die Polizei Freising habe sich zweifelsfrei erwiesen, „dass hier ein Experte am Werk war“, schreibt Polizeihauptkommissar Stefan Roith. Das bestätigte auch Joseph Popp: „Das Fell wurde absolut fachmännisch abgezogen.“ Und: „Diese Aktion hat nicht an der Fundstelle stattgefunden. Da wurde der Tierkörper lediglich entsorgt“, war sich der Tierschützer am Sonntag sicher.

Bislang ist dieser Tierschänder-Fall einzigartig im Schutzbereich der Polizeiinspektion Freising: „So etwas hatten wir noch nicht“, weiß Polizeihauptkommissar Roith. Auch Joseph Popp kann sich nicht erinnern, mit so etwas Unfassbarem jemals konfrontiert worden zu sein: „Wir hatten zwar schon einen rabiaten Fallensteller, der mit Drahtschlingen und Stacheldraht zu Werke gegangen ist, aber eine derartige Grausamkeit ist mir bislang nicht untergekommen.“ Das Tier – von dem bislang auch nicht geklärt ist, wem es gehört – wurde vorerst sichergestellt. Von Seiten der Polizeiinspektion Freising wurden die Ermittlungen wegen Tierquälerei bereits aufgenommen.

Wer Hinweise zu dem Fall abgeben kann oder etwa verdächtige Beobachtungen gemacht hat, sollte sich umgehend an die Polizeiinspektion Freising unter Tel. (0 81 61) 5 30 50 wenden.

Wolfgang Schnetz

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