„Gekaufte Kultur von irgendwoher“ soll nicht mehr Hauptrolle spielen

Eching - "Eine Standortbestimmung und Weiterentwicklung der Echinger Kulturpolitik" fasst die SPD-Fraktion ins Auge. Anlass: Die Sanierung des Bürgerhauses und die Neubesetzung der leitenden Position.

Dass das Thema Kultur prinzipiell mal auf die Tagesordnung des Hauptausschuss kommt, stieß im Gremium auf große Zustimmung. „Spitze" fand das nicht nur FW-Sprecher Otmar Dallinger, auch sein CSU-Pendant Georg Bartl bezeichnete den SPD-Vorstoß als „sehr gute Gelegenheit, sich mit dem Neustart des Bürgerhauses auch wieder neu zu positionieren". Wobei Bürgermeister Josef Riemensberger (CSU) aber auch darauf hinwies, „dass wir die gesamte Angebotsstruktur beleuchten müssen - und die bisherigen Preislisten nicht einfach eins zu eins übernehmen können".

In einem dreiseitigen Diskussionspapier erläutern die Sozialdemokraten neben unterschiedlichen Standpunkten zu Kunst und Kultur, wie wichtig ihnen das Bürgerhaus als „kulturelle Mitte" Echings ist. Selbiges gelte für das Amt der neuen Kulturreferetin Ulla Grabow, von der sie sich eine „stärkere Herausarbeitung eines eigenen Profils" für das Bürgerhaus erhoffen. Außerdem erwarten sie von Grabow, dass diese neben der Weiterentwicklung des Programms und der Verbesserung der Brückenfunktion zur Gemeindeverwaltung besonderen Wert auf Veranstaltungen legt, an denen Echinger Bürger mitwirken.

Aber auch die Zusammenarbeit mit örtlichen Kultur- und Bildungsträgern wie Musikschule, Vhs, Bücherei oder den Kindertagesstätten berge noch einiges an Potential. „Mit den Rahmenrichtlinien wollen wir jedenfalls die neue Bürgerhausleitung in ihrer Arbeit stärken", sagte Fraktionschefin Anette Martin. Dazu gehöre auch die Gründung eines so genannten „Kulturforums", das mindestens vier Mal im Jahr tagen, das Programm mit Ulla Grabow diskutieren, Veranstaltungen anregen, Kontakte herstellen und so „bei der Vernetzung der Echinger Kultur mitwirken" soll, wie Sybille Schmidtchen (SPD) ergänzte. Wer dem Gremium angehöre, sei noch völlig offen.

Georg Bartl bat die Genossen, die Thematik „nicht zu hoch aufzuhängen, sondern ein Mittelmaß zu finden" und nicht zuletzt Echinger Vereine und Gruppierungen stärker in die Pflicht zu nehmen. „Gekaufte Kultur von irgendwoher" dürfe nicht mehr die Hauptrolle spielen. Diese Vorlage nahm Christoph Gürtner (FW) gerne auf und ging noch eine Schritt weiter: Das Gremium sollte sich im Klaren sein, dass gewisse kulturelle Programme in Eching nicht angenommen werden. „Wir müssen auch nicht alles anbieten, die Leute haben schließlich nicht weit nach München", so Gürtner. Das hielt Gertrud Wucherpfennig (SPD) hingegen für keine gute Idee und erinnerte an den „Bildsungsauftrag" der Gemeinde: Nur weil manche Sachen vielleicht nicht so rentabel seien wie andere, könne man sie nicht abschaffen. Das wäre zu einfach gedacht.

Nicht nur, um dem Bedürfnis von CSU-Rätin Kerstin Rehm („Die Gemeinde muss eine klare Struktur vorgeben, sonst holen wir in der Diskussion zu weit aus") gerecht zu werden, schlug der Rathauschef zum Abschluss der Debatte vor, erst einmal Beratungen und Vorgespräche mit Bürgerhaus-Leiterin Ulla Grabow in Angriff zu nehmen. Parellel dazu sollen sich die Fraktionen weitere Gedanken machen und Ideen entwickeln, die man in den nächsten Sitzungen besprechen könne. Wichtig sei nun mal, gerade angesichts der Größe des Themenbereichs Kultur, „dass am Ende was dabei rauskommt".

Auch interessant

Kommentare