Rund um die Birke im östlichen Bereich des Haager Friedhofs könnten künftig Baumgräber entstehen
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Rund um die Birke im östlichen Bereich des Haager Friedhofs könnten künftig Baumgräber entstehen

Nicht alle sind begeistert

Gemeinde Haag denkt über alternative Bestattungsform nach

Ein kleiner „Naturfriedhof“ ist in der Gemeinde Haag im Gespräch. Das Gremium diskutierte in der Sitzung am Dienstag erstmals über sogenannte Baumgräber.

Haag – Eine Alternative zu Grab und Urnenwand: im Wurzelbereich der Birke im östlichen Teil des Haager Friedhofs könnten möglicherweise Baumgräber eingerichtet werden. Ob man die Friedhofssatzung dahingehend verändern wolle, darüber wurde in der Gemeinderatssitzung am Dienstag diskutiert. Ein Gedenkort rund um die Birke am Haager Friedhof? Verstorbene Familienangehörige künftig im „Naturfriedhof“ beerdigen? Da trennten sich die Geister im Gremium gewaltig. Zwar sei schon öfter die Nachfrage nach einer entsprechenden Bestattungsart geäußert worden, gab Bürgermeister Anton Geier zu bedenken. Allerdings, so die Meinung des Rathauschefs: Man müsse ja nicht „jeden Trend befürworten“. In runde Röhrensysteme, die in den Boden um den Wurzelbereich herum eingelassen werden könnten, würden Urnen aus biologisch abbaubaren Material versenkt werden. „Das ist doch nicht so teuer“, zeigte sich 2. Bürgermeister Dominik Berger von der Idee angetan.

Über die Anzahl der gewünschten Plätze könne man halt derzeit noch nichts sagen. Neue Bäume dafür anpflanzen, das müsse man erst von einem Fachmann untersuchen lassen, meinte Geier. Dann könne man genaueres sagen, ob sich das mit dem Konzept des vor einigen Jahren erweiterten Friedhofs vertrage. Die Erweiterung sei im Hinblick auf die herkömmliche Grab- und Urnenbestattung erfolgt. Platz sei ausreichend da für die nächsten 20 Jahre, so der Bürgermeister. Denn immer wieder würden Bürger Familiengräber aufgeben, nachdem die Ruhefrist von mindestens 15 Jahren abgelaufen sei. Eine „Friedwaldstruktur“ sei etwas anderes, als das, was man am Haager Friedhof vorfinde, meinte Gemeinderätin Monika Arzberger. „Die Leute, die die Angehörigen so bestatten, suchen sich bewusst einen Platz mitten in der Natur aus.“ Am Friedhof in Haag sei diese Struktur nicht gegeben.

Man könnte es doch „anschauen“ lassen zeigte sich Elisabeth Maier offen für die Idee. Wenn ein Landschaftsarchitekt das bewerte, wisse man mehr. Auch Anja Aigner und Klaus Reiter sahen in Baumgräbern eine Alternative zur herkömmlichen Bestattung. Ob und wie eine solche Möglichkeit der Bestattung umgesetzt werden könnte, darüber wird ein Landschaftsarchitekt sich demnächst Gedanken machen. Da waren sich die Räte dann einig.

Maria Martin

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