Geruchsbelästigung in der Gemeinde Kranzberg

Gestank soll eingedämmt werden

  • schließen

Immer wieder werden die Bürger von Thalhausen und Berg von üblen Gerüchen belästigt. Grund sind die veralteten Leitungen in der Kanalisation. Bürgermeister und Gemeinderat wollen nun Abhilfe schaffe. Fragt sich nur: Wie?

Kranzberg – Das gesamte Gemeindegebiet von Kranzberg hängt an einer Kläranlage. Das zentrale Werk wurde erst im Frühjahr dieses Jahres so ertüchtigt, dass seine Belastungsgrenze von 4950 Einwohnern auf 7000 gestiegen ist. An den Nasen der Bürger aus Thalhausen und Berg gingen diese Neuerungen allerdings spurlos vorüber. Sie werden weiterhin von üblen Gerüchen belästigt, die aus der Kanalisation an die Oberfläche dringen.

Wurzel des Übels sind laut Bürgermeister Hermann Hammerl die rund 25 Jahre alten Druckleitungen. Die seien mit einem Querschnitt von 150 Millimetern nach heutigen Erkenntnissen überdimensioniert. „Weil die Rohre zu groß sind, ist die Verweilzeit des Abwassers zu lange“, erklärt der Rathauschef. „Deshalb fängt es in der Leitung zu gären an, und das stinkt.“ Dazu komme, dass auch der Rückstaukanal nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik sei. „Der wurde mit runden Rohren gebaut“, berichtet Hammerl. Heute seien die oval, weil dadurch ein geringeres Gerinne-Bett entstehe. Damit gebe es weniger Ablagerung und in der Folge auch weniger Emissionen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat Ingenieur Franz Lohr sein Sanierungskonzept vorgestellt. Er plädierte dafür, die drei Pumpstationen in Thalhausen, Dorfacker und Kühnhausen mit einem Kostenaufwand von zirka 120 000 Euro zu sanieren und technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Auf Nachfrage räumte er aber ein, dass damit die Verweildauer des Abwassers in der Leitung nicht verringert werden könne. Dafür bräuchte es neue Leitungen mit einem geringeren Querschnitt. Stattdessen schlug er den Einsatz von Fällmitteln vor, die üble Gerüche eindämmen könnte. Mit dieser Methode sei man in anderen Gemeindeteilen, etwa in Ampertshausen, erfolgreich gewesen.

Einige Räte, allen voran Franz Braun, waren skeptisch und plädierten für eine große Lösung. Der Vorschlag des CSU-Rats, die kleineren Rohre durch die bestehenden zu führen, lässt sich laut Lohr indes nicht realisieren. Wenn, so der Experte, müsse man eine neue Leitung verlegen. Das aber koste deutlich mehr. Die Räte stimmten dennoch mehrheitlich dafür, die Entscheidung zu vertagen, und beauftragten Lohr damit, in der nächsten Sitzung eine Kostenberechnung für die alternative Maßnahme vorzulegen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lauter Ruf nach einer Wasserwachtstation am Pullinger Weiher
Die Pullinger Weiher gehören zu den beliebtesten Seen im Landkreis – trotzdem gibt es dort keine Wasserwacht - warum nicht? Zwei Nichtschwimmern wurde das am Wochenende …
Lauter Ruf nach einer Wasserwachtstation am Pullinger Weiher
Dringender Appell von Sparkassen-Kunden: „Wir wollen die Filiale behalten“
Die geplante Schließung der Sparkassen-Filiale in der Moosburger Neustadt sorgt für Aufregung: Auf Facebook etwa häufen sich die Unmutsäußerungen, die möglicherweise in …
Dringender Appell von Sparkassen-Kunden: „Wir wollen die Filiale behalten“
Die Devise lautet: „Einfach nicht wegschauen“
Seit 2002 lebt Pepito Anumu in Freising. „Freising ist schön“, sagt er. Und Anumu will, dass dieses schöne Freising, dass diese starke Gemeinschaft, die er hier …
Die Devise lautet: „Einfach nicht wegschauen“
„So viel mehr als nur Lagerfeuer, Gitarre und Whiskey“
Wilder Westen, weite Prärie: Indianer und Trapper haben am vergangenen Wochenende auf dem Hausler-Hof ihre Lager aufgeschlagen. Das mutmaßlich größte europäische Treffen …
„So viel mehr als nur Lagerfeuer, Gitarre und Whiskey“

Kommentare