Gemeinderäte drücken ein Auge zu

Neufahrn - Gewerbeerweiterung im Landschaftsschutzgebiet - geht das überhaupt? Ja, sagten die Mitglieder des Neufahrner Bauausschusses - bis auf Johannes Häuser (BfN). Man wollte einem bereits bestehenden Betrieb keine Steine in den Weg legen.

Bei der Angelegenheit handelte sich um einen Antrag auf Vorbescheid. Gemeinderat Josef Holzner (CSU) wollte als Eigentümer im Bauausschuss praktisch vorfühlen, ob ein geplantes Gewerbeobjekt auf seinem Grundstück an der Erdinger Straße Aussicht auf Erfolg hat. Das schien nach Lage der Dinge mindestens zweifelhaft. Das Problem: Das Grundstück befindet sich am Ortsrand, durch den Bau würde sich die Siedlungsfläche laut Beschlussvorlage in den „Landschaftsraum Isartal“ vorschieben.

Bürgermeister Franz Heilmeier sprach sich dennoch dafür aus. Demnach handelte es sich um eine Frage der Abwägung. Er persönlich befürworte das Projekt, weil er es für den Standort für „interessant und attraktiv“ erachte, sagte Heilmeier. Dem hielt Johannes Häuser entgegen, dass ihm eine fundierte Begründung fehle - und dass es Alternativen geben müsse zu der Vorstellung, einen Bau im Landschaftsschutzgebiet zu situieren.

Burghard Rübenthal (CSU) gab zu bedenken, dass es sich um die Erweiterung eines bestehenden Produktions-Betriebs handele. Der sei lärmintensiv und habe deshalb entsprechenden Maßnahmen vorgenommen an einem Gebäude. Ein Wegzug des Unternehmens wäre dementsprechend aufwendig, argumentierte Rübenthal. „So hohe Kosten“ sollte man dem Unternehmen nicht aufbürden, fand er.

Unterstützung für das Projekt gab es aus auch aus den Reihen der Grünen. Gemeinderat Christian Meidinger erklärte, er könne „damit leben“. Weil ein Landschaftsschutzgebiet eben nicht ganz so hoch anzusetzen, nicht ganz so wichtig sei wie etwa ein Naturschutzgebiet. Als Ausgleich regte er eine Begrünung an, die in Absprache mit der Naturschutzbehörde umfangreicher ausfallen könnte.

Ein Vorschlag, mit dem sich auch Florian Pflügler (ÖDP) anfreunden könnte, wie er erkennen ließ. Er tue sich nicht leicht, sagte Pflügler. Aber es sei wichtig, „den zu halten“, urteilte er über das Unternehmen in Mintraching.

Eines der schlagenden Argumente war, dass die geplante Bebauung eine Linie mit einem privilegierten landwirtschaftlichen Gebäude bildet und somit nicht über den Ortsrand hinausragt. Dem Vorhaben wurde am Ende das gemeindliche Einvernehmen grundsätzlich erteilt. Und das, obwohl es eigentlich den städtebaulichen Zielen der Gemeinde Neufahrn widerspricht, wie es in der Darstellung des Sachverhalts hieß.

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