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BBV-Ortsobmann kontert Jäger 

„Genauso schuld am Tod des Kitzes“

Im Fall des niedergemähten Rehkitzes auf einer Wiese bei Vötting (wir berichteten) meldet sich jetzt der BBV-Ortsobmann und Jagdvorstand Korbinian Wildgruber aus Haxthausen zu Wort. In seiner Stellungnahme zum Fall erhebt er auch einen Vorwurf gegen Jäger Josef Petz, der den Fall im FT anprangerte.

Freising – Der habe vom Kitz gewusst, aber nicht den zuständigen Landwirt kontaktiert. Wildgruber schreibt: „Wie ich aus erster Quelle erfahren habe, haben Sie genau gewusst, dass da ein Kitz liegt, haben es aber dem Landwirt nicht mitgeteilt. Erst nachdem das Kitz tot war, sind Sie bei dem Landwirt vorgefahren und haben dem Landwirt Vorwürfe gemacht. Meiner Meinung nach sind Sie genauso an dem Tod des Kitzes Schuld, wenn nicht sogar der Hauptschuldige. Hätten Sie dem Landwirt vorher mitgeteilt, wo dieses Kitz liegt, wäre es sicher gerettet worden. Aber lieber geht man dann hinterher mit einer reißerischen Schlagzeile auf die Landwirte los!

Diese Attacke will Josef Petz nicht auf sich sitzen lassen: „Ich hab’ selbstverständlich mt dem Besitzer der Wiese gesprochen und ihm gesagt, dass in der Nähe immer auch eine Rehgeiß statt.“ Deswegen habe er dem Bauern den Rat gegeben, das Areal von „innen nach außen“ zu mähen, statt wie üblich umgekehrt. Später sei er vom Landwirt angerufen worden, er habe tatsächlich ein Kitz niedergemäht.

Zum Statements Petz, es genüge, wenn das Gras erst im Juli gemäht würde, kontert Wildgruber: „45 Jahre Erfahrung haben wohl nicht gereicht, damit Sie verstehen, warum das Gras früh und jung gemäht werden muss. Junges Gras ist energiereich und zur Fütterung von Milchvieh fast ein Muss, denn fehlende Energie muss durch Zukauf von teurem Kraftfutter ausgeglichen werden. Biogasanlagen gewinnen aus energiereichem Gras mehr Energie, als aus altem Gras, das erst im Juli gemäht wird.“ Außerdem würde „wegen der Aufgabe vieler Betriebe wegen schlechter Erzeugerpreise immer weniger Heu benötigt“.

Zum Artenschwund von Hasen, Rebhühnern, Fasanen und Bodenbrütern müsse Petz „als erfahrener Jäger doch wissen, dass das Hauptübel die explosionsartige Vermehrung der Krähen ist“. Wildgruber habe selbst beobachtet, dass zwei Krähen einen Hasen erlegt haben, Krähen sind Nesträuber, darum gibt es im Moos auch fast keine Kibitze mehr, denn deren Nester werden von den Krähen ausgeräumt.

Den Vorwurf des Jägers Petz, Bauern hätten für die Rehe nichts mehr übrig, empfindet der BBV-Aktive „als Frechheit“: „Kein Landwirt mäht vorsätzlich Tiere nieder! Bei unserem Jagdpächter wird geschaut, wenn ein Landwirt mäht und der hat Kitzretter aufgestellt.“ Das habe zwar nicht immer Erfolg, aber alle versuchen, die Schäden beim Wild gering zu halten. „Vielleicht könnten Sie sich auch einen Kitzretter anschaffen.“

Korbinian Wildgruber: „Vielleicht sollten sich die Vöttinger Landwirte bei der nächsten Jagdvergabe ihren Jäger genauer anschauen, nämlich einen, der mit den ihnen zusammenarbeitet und nicht gegen sie. Ich würde einen solchen Jäger nicht mehr auf meine Äcker und Wiesen lassen.“

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