Konzert in der Kirche

Genial und anspruchsvoll: Der Windsbacher Knabenchor in Freising

Er gehört zum Besten, was die Interpretation geistlicher Musik zu bieten hat. Er ist – und das ist keine Übertreibung – weltberühmt. Und er geht demnächst wieder auf Tournee in Europa: der Windsbacher Knabenchor. Zuvor machte er Station in der Christi-Himmelfahrtskirche.

Freising – Dass er am Sonntag nach Freising gekommen war, bezeichnete Dekan Jochen Hauer als „echten Treffer“. Und auch alle, die sich für dieses exquisite und außergewöhnliche Konzert eine Karte gesichert hatten, hatten einen Volltreffer gelandet.

A cappella-Stücke aus der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, höchst schwierige achtstimmige Motetten, nicht minder anspruchsvolle Choräle – das aktuelle Programm, das der Windsbacher Knabenchor unter Leitung von Martin Lehmann auch in Freising zu Gehör brachte, war in seiner musikalischen Qualität ebenso imposant wie anrührend. Vom ersten Stück an – Felix Mendelssohn-Bartholdys „Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für“ – hätte man fast eine Stecknadel fallen hören können. Vom ersten faszinierend weichen Einsatz an zog der Chor die Zuhörer in seinen Bann.

Doch nicht nur Werke bekannter Komponisten wie Mendelssohn-Bartholdy oder auch William Byrd hatte der Knabenchor mit im Gepäck, sein aktuelles Programm umfasst auch „Exoten“ wie Johann Staden (1581 bis 1634) und zeitgenössische Werke von Vytiautas Miskinis (geboren 1954) oder Javier Busto (geboren 1949). Ob Johann Christoph Bach oder das 19. Jahrhundert, ob Jakob Meiland und andere Werke des 16. Jahrhunderts – der Chor aus Franken, der längst zu einem Aushängeschild der evangelischen Kirche in Bayern geworden ist, beherrscht alle Facetten sakraler Musik. So sanft und weich wie da ein „Amen“ zum Abschluss eines Werkes erklingt und den Zuhörer staunend und ergriffen zurücklässt, das ist etwas ganz Seltenes und Besonderes.

Da passte es gut dazu, dass an jenem Sonntag Armin Becker an der Orgel der Christi-Himmelfahrtskirche saß und ebenfalls außergewöhnliche Werke interpretierte: Da war zum Beispiel Thomasz Latos (geboren 1968) „Kroke, Time“, aber auch Paul Ayres (geboren 1970) Trio über die Sinfonia von Johann Sebastian Bachs Kantate „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“ und John Lennons und Paul McCartneys „Hey Jude“.

Johann Pachelbels „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke“ auf der einen, ein Welthit der Beatles auf der anderen Seite, beides genial interpretiert – Herz, was willst du mehr?  zz

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