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Dieses Siedlungshaus in der Richard-Strauss Straße in Lerchenfeld soll durch den Neubau einer Therapieeinrichtung ersetzt werden. Die Anwohner sind in großer Sorge.

Unterschriftenliste gegen Bauprojekt in Lerchenfeld

Lerchenfeld: Geplante Therapie-Einrichtung sorgt für Ängste

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Name: H-Team. Auftrag: Bürgern in Not helfen. Doch ein Projekt des H-Teams bringt in Freising Bürger in Not. Denn die Klientel, die in der Richard-Strauss-Straße in Lerchenfeld untergebracht werden soll, erzeugt Ängste.

Freising – Es klingt unspektakulär: An der Richard-Strauss-Straße 4 will der soziale Hilfsverein H-Team e.V. aus München ein Wohnhaus errichten. Ein entsprechender Vorbescheidsantrag war verwaltungsintern genehmigt worden. Doch jetzt rührt sich Widerstand gegen das Projekt, das einigen sozialen Sprengstoff birgt: Auf einer Unterschriftenliste haben sich knapp 100 Nachbarn gegen das Vorhaben ausgesprochen, haben sich jetzt sogar anwaltliche Beratung geholt. „Die Sache kommt sicherlich vor Gericht“, prophezeit Karin Reischl, die Initiatorin der Unterschriftenliste.

Der Grund für den Bürgerprotest: Geplant ist ein Neubau, in dem neben einem Büroraum drei Wohneinheiten geschaffen werden sollen – zwei Wohngemeinschaften mit drei und eine Einheit mit zwei Plätzen. Untergebracht werden sollen in diesen drei therapeutischen WG’s, die der H-Team e. V. baut und betreibt, psychisch Kranke, die einen hohen Hilfebedarf bei der Bewältigung des Alltags aufweisen, Männer und Frauen mit psychischer Erkrankung, die von einer Heimunterbringung bedroht sind, oder auch vereinsamte Personen.

Eine weitere Zielgruppe sind, so steht weiter in der Vorhabenbeschreibung zum Projekt zu lesen, Menschen, die entweder wohnungslos sind oder „bei denen besondere Lebensverhältnisse mit besonderen sozialen Schwierigkeiten verbunden sind“.

Und an diesem Punkt haken die Anwohner ein, macht sich bei ihnen ein mulmiges Gefühl und Ablehnung breit. Denn dieser Satz bedeute, dass auch Straffällige und Haftentlassene im Haus an der Richard-Strauss-Straße untergebracht werden könnten, sagen die Initiatoren der Unterschriftenaktion. Weil in unmittelbarer Nähe zwei Schulen und ein Kindergarten seien, müssten täglich viele Kinder an der Einrichtung vorbeigehen.

Dass dort acht Menschen – und zwar in ständigem Wechsel – leben, „die Drogenprobleme haben, eine psychische Störung aufweisen oder eine Haftstrafe verbüßt haben könnten“, oder die an Persönlichkeitsstörungen leiden könnten, das bedeutet in den Augen der Unterzeichnenden eine Gefährdung. Weil außerdem das H-Team laut eigener Aussage keine Erfahrungen mit solch einer Einrichtung habe, fragt man sich in Lerchenfeld jetzt schon, „ob die Sicherheit der Anwohner überhaupt ausreichend gewährleistet“ sei. Da beruhigt es auch nicht, dass laut Konzeptbeschreibung jeder Klient seinen eigenen Betreuer habe.

Auch die Argumentation des H-Team, sagt Karin Reischl, könne nicht beruhigen. Nur aus rechtlichen Gründen müsse man die mögliche Zielgruppe so weit fassen, behaupte der Antragsteller. Doch das bezweifeln die Anwohner – nicht zuletzt nach Aussage ihres Anwalts, an den sie sich inzwischen gewendet haben.

Und selbst wenn sich der H-Team e.V. daran halte und keine sehr problematischen Personen einquartiere, könnte später ein anderer Träger ganz anders handeln. Zumal, so die Information, auch ganz allein der Träger entscheide, wer dort untergebracht wird. Genehmigungen oder Kontrollen – beispielsweise durch das Sozialamt der Stadt – gebe es nicht. Karin Reischl; „Wir fühlen uns wirklich im Stich gelassen.“

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