Ein "Get Together" der internationalen Art

Hallbergmoos - „Wir wollen Barrieren einreißen“, sagt Martina Wilkowski. Die Chefin der Nachbarschaftshilfe und Leiterin des Arbeitskreises Asyl zeigte sich am Samstag begeistert. 140 Asylbewerber aus 14 Nationen leben in Hallbergmoos. „Mit Einheimischen in Kontakt zu kommen“, war das Ziel des Begegnungsfests im Haus der Nachbarschaftshilfe - und die Bevölkerung folgte in großer Zahl der Einladung.

Dafür hatten sich alle Beteiligten mächtig ins Zeug gelegt: „Seit 10 Uhr morgens ist die Küche belagert“, schildert Wilkowski die Begeisterung, mit der sich die Asylbewerber ans Werk machten, um das Büffet zu bestücken. Inegbenose aus Nigeria rührt gerade Fufu an, einen Maniokbrei, der als Beilage zu Egusi, einem Hähnchen- und Rindfleischgericht, angeboten wird. Der Syrer Kalil (47), 25 Jahre lang Schiffskoch und seit neun Monaten in Deutschland, und Männer aus Pakistan, Afghanistan, Iran, Irak und Senegal schneiden, würzen, rühren und kochen auf Hochtouren. Unterstützt wurden sie bei der Vorbereitung von einem Organisationsteam, das ähnlich international besetzt ist - mit Ehrenamtlichen aus Deutschland, China, Japan und Afrika.

Die Moosgemeinde mit Bürgern aus über 80 Nationen ist schon lange „bunt“. Im Garten bot sich Ina Leipold vom Orga-Team, die sechs Wochen lang das „Get Together“ vorbereitet hatten, ein herrliches Bild: Ständig wurden neue Tische und Bänke herbeigeholt, Hallbergmooser, Goldacher und Flüchtlinge saßen beieinander und erzählten ihre (Lebens-)Geschichten.

So wie Yakhya Ibnou D. aus dem Senegal, den alle nur „Hansi“ nennen. Seit fünf Monaten lebt der 19-Jährige in Deutschland. Er ist glücklich, dass er nach dem Umzug von der Echinger Turnhalle in die Hallbergmooser Unterkunft am Söldnermoos wieder Privatsphäre hat. Die Berufsschule in Freising und das Fußballtraining am Abend füllen seinen Tag aus: „Danach falle ich todmüde ins Bett“, erzählt er in sehr gutem Deutsch. Und fügt hinzu: „Die Leute sind sehr nett.“

Dass Tanz und Musik wunderbare Mittler zwischen Völkern und Kulturen sind, bewies der Nachmittag: Roland Lipka, Leiter des Volkstanzkreises, machte mit der „Spitzbuben-Polka“ in internationaler Besetzung den Anfang. Eine Gruppe syrischer Männer zeigte Tänze aus der Heimat. Ahmad Al O. (35), ein Lehrer, der vor 9 Monaten aus Aleppo floh, trommelte und sang dazu. Drummer aus dem Senegal, Tänzer aus Pakistan und Kosmas, der Montessori-Schüler aus Hallbergmoos, der sich für eine „Session“ die Trommeln schnappte, trugen ihren Teil zur guten Stimmung bei.

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