Glanzpunkte setzte auch die klassische Abteilung der „Musikwerkstatt Weihenstephan“. Foto: lehmann

Glanzstücke und Chormusik der Extraklasse

Freising - Das Potenzial der Weihenstephaner „Musikwerkstatt“ scheint unerschöpflich. Obwohl die Mitglieder ständig wechseln, gelingt es den musikalischen Leitern das Niveau ihrer Ensembles hoch zu halten.

In allen drei Disziplinen - Bigband, Chor und Orchester - wusste die „Musikwerkstatt“ bei ihrem jüngsten Konzert im Hörsaal 14 des zentralen Uni-Gebäudes auf der ganzen Linie zu überzeugen. „Musik aus Frankreich, England und Schweden“, lautete das Motto der klassischen Abteilung.

„Werkstattleiter“ Felix Mayer wartete mit Glanzstücken von George Bizet und mit Chormusik der Extraklasse auf. Auch wenn es am Gleichklang der Streicher bisweilen zu arbeiten galt, bewahrte Mayer die Ruhe, strahlte Gelassenheit aus, stellte mit wenigen knappen Gesten Ordnung her. Er tat gut daran, das Ensemble steigerte sich, lieferte eine Etappe später eines ihrer Paradestücke ab. „Carillon“ aus Bizets „L‘Arlésienne“ klang wie aus einem Guss.

Bei „Farandole“ ging das Orchester dann in die Vollen, lebte das folkloristische Moment des Stücks mit Macht und Hingabe aus. Der lang anhaltende Applaus von den Rängen war verdient. Mayer erweckte am Ende fast den Anschein, als wolle er diesen Moment festhalten. Mit ausgestreckten Armen stand er da, suchte die letzten Schallwellen förmlich mit Händen zu greifen.

Der große Chor vermochte an die Leistungen des Orchesters durchaus anzuknüpfen. Auch wenn die helle Freude der Frauenstimmen überwog, das 40-köpfige Ensemble wusste in allen Lagen Akzente zu setzen. Die handverlesenen Chansons und Balladen sowie die sicher nicht einfachen Arrangements gestalteten sich fehlerfrei.

Großen Respekt verschaffte sich im Anschluss auch die Bigband der „Musikwerkstatt Weihenstephan“. Die Betonung unter der sehr emotionalen Leitung von Karl Muskini lag klar auf „Band“. Will heißen: Die Musiker zeigten sich sehr variabel und versiert. Die Lockerheit, mit der man zu Werke zu gehen schien, konnte allerdings nicht über die Strenge des Konzeptes hinwegtäuschen. So war die Spannung, die das durch eine schlagkräftige Rhythmusgruppe verstärkte Blasorchester bei einem James Bond Thema zu kreieren wusste, fast körperlich spürbar. An Dynamik, aber auch an Einfühlungsvermögen mangelte es nicht. (af)

Auch interessant

Kommentare