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Der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber schaut sich 1999 in der Prähistorischen Staatssammlung in München den Grabungsfund an.

Es galt als Sensation

Ist der Goldschatz von Bernstorf eine Fälschung?

Bernstorf - 3000 Jahre alt sollen die Goldfunde sein, die 1998 in Bernstorf entdeckt wurden. Doch nun zweifeln Forscher das an - und nennen dafür auch einen ganz konkreten Grund.

Eine Diademkrone, eine Gewandnadel, mehrere Anhänger und die Umwicklung für ein Zepter: Das Bernstorfer Gold wurde Ende der 1990er-Jahre im Kreis Freising entdeckt, soll 3000 Jahre alt und reines Gold sein. Doch genau das wird nun angezweifelt.

Die Archäologische Staatssammlung in München, die den Goldschatz in ihrem Besitz hat, ließ diesen nun von Experten an der Universität Heidelberg untersuchen. Die sollten herausfinden, ob der Goldfund tatsächlich aus der archäologischen Zeit stammt.

Die Untersuchungen wurden nun erstmals am Rande des 7. Mitteldeutschen Archäologentags veröffentlicht. Das berichtet br.de. Das Ergebnis: Das Gold ist zu rein, um so alt zu sein. Es ist eine Fälschung.

Prof. Ernst Pernicka vom Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie ließ demnach die Proben aus Bernstorf mit dem Sarg des Echnaton vergleichen, denn dieser weist ähnliche Goldverzierungen auf, wie sueddeutsche.de berichtet. Und dabei stießen die Forscher darauf, dass der Bernstorfer Goldschatz so rein ist, dass er nicht aus dem alten Ägypten stammen kann. Die Zusammensetzung ähnelt modernem Gold, wie es erst in moderner Zeit durch Elektrolyse hergestellt wird.

Der Leiter der Staatssammlung München hält allerdings dagegen, dass die Goldbleche authentisch seien und aus der Mittleren Bronzezeit stammten - "entgegen der Zweifel".

Als die Goldfunde 1998 auftauchten, waren sie eine Sensation. Sie wurden auf einen Zeitraum zwischen 1600 und 1400 v. Chr. datiert - und das galt als Beweis dafür, dass es schon in prä-historischer Zeit Beziehungen zwischen Bayern und dem Mittelmeerraum gab.

pak

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