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Der neue Vorstand des Fördervereins Pantaleonsberg Kranzberg: die Beisitzer Manfred Moosauer und Manfred Dörner, Schriftführerin Gerlinde Moldan, Kassier Werner Egger, 1. Vorsitzender Alfons Berger und Kassenprüfer Wolfgang Horn (v. l.).

Förderverein Pantaleonsberg

Der Goldfund von Bernstorf: Der Streit geht weiter

Kranzberg – „Schweinerei!“ Normalerweise ist Manfred Moosauer ein Mann, der seine Worte eher bedächtig wählt. Doch was sich in den vergangenen Monaten rund um die von ihm entdeckten Goldfunde von Bernstein abspielt, zehrt zunehmend an den Nerven des Hobby-Archäologen. Die BR-Sendung „Kontrovers“ vom Mittwoch hat nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Moosauer, so sagte er am Donnerstag bei der Versammlung des Fördervereins Panatelonsberg, hat einen Anwalt eingeschaltet und einen geharnischten Brief an den BR geschrieben.

Dass es Zweifel an der Echtheit der Goldfunde gibt, ist nicht neu: Schon Moosauers alter Widersacher, der inzwischen verstorbene Kreisheimatpfleger Erwin Neumair, hatte an der Fundgeschichte gezweifelt. Und dann kamen die Ergebnisse der Untersuchungen von Ernst Pernicka: Das Gold von Bernstorf besitze eine Reinheit, die es in der Bronzezeit nicht gegeben habe. Dessen Folgerung war klar: Der Fund sei eine Fälschung.

Seitdem streiten die Experten. Rupert Gebhard, der Leiter der Archäologischen Staatssammlung München, und Professor Rüdiger Krause, der Grabungsleiter in Bernstorf von der Uni Frankfurt, haben in einem Buch alle Erkenntnisse zusammengetragen (siehe Artikel rechts) und sprechen sich für die Echtheit der Funde aus.

Was Moosauer an dem „Kontrovers“-Beitrag so auf die Palme bringt („dreckige Journalistenarbeit“), ist die einseitige Darstellung: Pernicka und Harald Meller – laut Moosauer „einer von denen mit der Himmelsscheibe von Nebra“ – seien ausführlich zu Wort gekommen, hätten lügen können, wie sie wollten. Gebhard sei kaum gehört worden und ihn selbst habe man mit Zeitlupe und Filmschnitten „wie einen Deppen“ dargestellt. Das lasse er nicht auf sich sitzen.

Hinter der Verfolgung seiner Person, so Moosauer, stecke System: Pernicka und Meller wollten sich offenbar an Gebhard rächen, der als einer der Gutachter zur Himmelsscheibe von Nebra seinen Bericht über die Echtheit der Scheibe auch nach fünf Jahren noch immer nicht unterschrieben habe. 

Unendliche Geschichte

„Das ist eine unendliche Geschichte“, sagte auch Alfons Berger zu dem Thema. Der Streit um die Echtheit der Goldfunde von Bernstorf wird wohl so schnell nicht geklärt sein. Und deshalb war es auch Thema bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Pantaleonsberg. Die Versammlung hatte der Vorsitzende Alfons Berger mit seinem Jahresbericht begonnen: Die zweistündige Radtour am Ostermontag, die Fackelwanderung mit 55 Teilnehmern im November – das waren nur zwei von zahlreichen Aktivitäten des Jahres 2016. Erfreulichem wie dem Vortrag von Grabungsleiter Rüdiger Krause über die Arbeiten in Bernstorf und dem erfolgreichen Kunsthandwerkermarkt folgte weniger Erfreuliches wie der Blitzschlag am 5. September, der das halbe Museum „lahmgelegt“ habe. Bis zum heutigen Tag, so Berger, funktioniere der Touchscreen im Bronzezeit Bayern Museum nicht. Dieser höheren Gewalt, wegen der man das Museum einige Zeit schließen musste, habe man auch einen Rückgang bei den Besucherzahlen zu verdanken: 1779 Gäste zählte man in 2016, normalerweise habe man so um die 2000 Besucher. Ein Termin des Jahres 2016 könnte schon den Weg in die Zukunft gezeigt haben: Am 30. Oktober hatte man den Fischerwirt, das alte Kranzberger Gerichtsgebäude, besichtigt. Seit 17 Jahren ist das Gebäude geschlossen, weiß Berger. „Aber vielleicht entwickelt sich da wieder etwas und der Fischerwirt wird wieder belebt.“ Im kommenden Jahr sollte man sich den 30. Juli im Kalender anmerken. Da wird auf dem Pantaleonsberg der Patroziniumsgottesdient gefeiert. Dieses Mal wird es ein besonderer sein, denn heuer wird der wiedereröffnete Pantaleonsberg 10 Jahre alt. Der Vorstand wird da der bisherige sein: Alfons Berger als erster Vorsitzender, Elfriede Kerschl als zweite Vorsitzende, Gerlinde Moldan als Schriftführerin und Werner Egger als Schatzmeister. Und auch einen wissenschaftlichen Vortrag zu Bernstorf wird es heuer wieder geben: Rupert Gebhard, der Leiter der Archäologischen Staatssammlung, und Rüdiger Krause werden über die archäologisch-naturwissenschaftlichen Analysen der Gold- und Bernsteinfunde bei Kranzberg berichten. Es wird der Vortrag sein, den sie schon im Januar in München hielten und bei dem sie die Echtheit der Goldfunde bestätigten. Das ist auch in dem wissenschaftlichen Werk nachzulesen, das Gebhard und Krause gemeinsam herausgebracht haben.

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