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Für eine erlebbare Umwelt der Zukunft kämpfen die Aktiven von Greenpeace Moosburg um die verantwortlichen Sprecher Manfred Weinhöpl und Stefan Maier. 

Zwei Jahre Greenpeace Moosburg

Erde der Zukunft ist Herzenssache

Den Umweltschutz im Sinn, den Klimawandel vor Augen: Greenpeace Moosburg hat seit seiner Gründung vor etwas mehr als zwei Jahren eine starke Bilanz vorzuweisen – mit mehreren Aktionen in der Region machte man auf Missstände aufmerksam.

Landkreis – Da standen sie, die Greenpeace-Aktivisten der Region, vor der Lidl-Filiale in Freising. Im Oktober 2017 haben sie, als Teil einer bundesweiten Aktion, in und vor dem Supermarkt Massentierhaltung und „Fleisch mit Tierleid“ angeprangert. Der Kunde solle wissen, so die Botschaft, woher das Fleisch komme – und unter welchen Umständen die Tiere gehalten wurden. Ein Achtungserfolg: Man konnte Lidl zum Umdenken bewegen – die Kennzeichnung wurde verbessert. Ein erster Schritt auf dem langen Weg, Tierleid zu beenden.

Gestartet ist Greenpeace Moosburg im März 2016 mit gerade einmal vier Mitgliedern – jetzt steht man bei knapp 30. „Es kam richtig Schwung in die Sache“, erklären die Verantwortlichen, Stefan Maier und Manfred Weinhöpl, gegenüber dem FT. Doch der Verbund beschränkte sich nicht nur auf die Dreirosenstadt: Auch aus Freising und Landshut erhielt Greenpeace Moosburg Zulauf – „jetzt können wir diese Gebiete auch abdecken“, sagt Weinhöpl.

Dabei ist man auch weit weg von einem kleinen Dorfverbund: „Mehrere unserer Aktivisten sind mittlerweile europaweit bei Aktionen dabei“, sagt Maier. Nicht nur in der Region wird für den Umweltschutz gekämpft – es ist eine Aufgabe, die im wahrsten Sinne des Wortes keine Grenzen kennt. In den eigenen Reihen hat man auch einen Greenspeaker, der in Schulen geht und dort der jüngeren Generation viele Informationen mit auf den Weg gibt.

Das Top-Thema derzeit, neben der Massentierhaltung, ist die Müllvermeidung. Menschen beginnen immer mehr, sich dafür zu interessieren – im Umkehrschluss fällt das Thema Klimawandel aber etwas unter den Tisch. „Das liegt vielleicht daran, dass das Müllproblem sichtbar ist“, erklärt Weinhöpl. „Wenn man etwas aufhebt und wegwirft, kann man sich selbst leicht ein gutes Gewissen verschaffen.“ Würde man aber zugunsten des Umweltschutzes aufhören, Auto zu fahren, gebe man ein Stück Luxus auf – „und das tut den meisten Menschen weh“, glaubt Weinhöpl. Es sei ein Kampf gegen Windmühlen, den Menschen immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass man „auf Pump“ lebt: „Wir bräuchten drei Erden, um unsere Ressourcen zu decken“, sagt Maier. „Man kann doch auch nicht einfach vom dreifachen Einkommen leben. Irgendwann würde einem die Bank den Saft abdrehen.“

Deshalb wird man hier demnächst auch wieder aktiv werden: Infostände in Freising, Moosburg, Landshut und Nandlstadt sind geplant, dazu wird es in Moosburg bald eine noch geheime Aktion geben. Auch die Themen Müllvermeidung und Landwirtschaft werden wieder mit in die Diskussion aufgenommen – locker lassen will Greenpeace Moosburg nämlich auf keinen Fall. Eines ist den Aktiven dabei besonders wichtig: „Wir demonstrieren gewaltfrei – körperlich und verbal.“ Auch deshalb kam es mit der Polizei, im Gegensatz zu anderen Demonstranten, in der Region noch nie zu Problemen. Im Gegenteil: „Wir müssen uns bei der Polizei bedanken. Da fiel noch nie ein böses Wort.“ Und genau so bringt man auch etwas voran: Friedlich, aber in aller Deutlichkeit.

Gut zu wissen

Greenpeace Moosburg sucht Nachwuchs. Wer sich dafür interessiert, kann entweder am Uferlos-Festival in Freising im Nachhaltigkeitszelt am Stand vorbeischauen, oder die Internetseite von Greenpeace Moosburg besuchen.

Anton Hirschfeld

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