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Bereits 128 Grippefälle wurden dem Gesundheitsamt in der laufenden Influenza-Saison gemeldet.

Sprunghafter Anstieg an Influenza-Fällen

Die Grippe wütet in Freising wie lange nicht

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Freising –Die Grippewelle wächst sich im Landkreis Freising zur Plage aus: Schon jetzt sind im Gesundheitsamt mehr als doppelt so viele Fälle gemeldet worden als in den vorangegangenen vier Jahren zusammen. Das Klinikum erhält bereits Aufnahme-Bitten aus Nachbarlandkreisen. Dabei ist der Höhepunkt der Grippe-Saison noch gar nicht erreicht.

Es ist nur die Spitze des Eisbergs, doch sie lässt erahnen, welche Masse sich darunter verbirgt. 129 Fälle von Influenza sind bisher in der aktuellen Grippe-Saison 2016/17 im Gesundheitsamt Freising gemeldet worden. „Aber das sind nur nur die Labormeldungen an uns.“, betont Amtsleiter Dr. Lorenz Weigl. „Wir sprechen von den Fällen, bei denen ein Patient zum Arzt geht und einen Abstrich machen lässt.“ In Wirklichkeit dürften noch deutlich mehr Menschen im Landkreis Freising an der Grippe leiden.

Fest steht: Schon lange hat die Influenza hier nicht mehr so sehr gewütet wie in diesem Winter. Zum gleichen Zeitpunkt waren es in der Vorsaison nur sechs Fälle (siehe auch Grafik). Zusammengezählt wurden in den vergangenen vier Jahren bis zum Ende des ersten Februar-Drittels 49 Fälle gemeldet – nicht einmal halb so viele wie allein 2016/17. Die bislang letzte große Grippewelle im Landkreis Freising wurde mit den 129 Fällen jetzt schon deutlich getoppt: 2014/15 waren es am Ende, also Mitte Mai, insgesamt 92 Fälle. „Die aktuellen Zahlen sind schon imposant.“, betont Weigl und ergänzt: „Was die Grippe-Kurve betrifft, sind wir vier Wochen früher dran als gewöhnlich.“

Flaut die Influenza dann wenigstens früher ab als in den Vorjahren? Weigl macht da wenig Hoffnungen. „Ich bin davon überzeugt, dass der Anstieg weitergeht. So wie sich der Kurvenverlauf darstellt, haben wir die Spitze noch nicht erreicht.“ Und warum schwappt die Grippewelle dieses Jahr so heftig über Bayern? „Vermutlich hat sich der Erreger verändert, so dass sich wieder mehr Menschen anstecken“, sagt Weigl. „Es ist aber auch möglich, dass die Bevölkerung nach zwei leichteren Grippewellen wieder empfänglicher für den Virus ist.“

„Impfen ist der beste Schutz, den wir haben“

Der Amtsleiter empfiehlt daher auch allen, die bis jetzt verschont geblieben sind, noch impfen zu gehen. „Das ist der beste Schutz, den wir haben.“ Vor allem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken und Schwangeren empfiehlt er die Spritze. Selbst bei einer unbemerkt angehenden Influenza sei das sinnvoll. Denn so sei immerhin ein weniger beschwerlicher Krankheitsverlauf möglich.

„Imposante Zahlen“: Dr. Lorenz Weigl, Leiter des Gesundheitsamts Freising, ist beeindruckt vom Ausmaß der diesjährigen Grippewelle.

Darüber hinaus empfiehlt Weigl die „hygienischen Basismaßnahmen“. Dazu zählt er, größere Menschenmengen zu meiden, in die Ellenbeuge zu niesen und regelmäßig die Hände zu waschen. „In Familien, in denen schon jemand erkrankt ist, sollten die anderen sich nicht in die Arbeit zwingen – selbst dann nicht, wenn man nur leichte Beschwerden hat“, betont er. „Denn die Influenza kann schon ansteckend sein, bevor Symptome auftreten.“

Noch hat das Klinikum Freising freie Betten

Im Klinikum Freising können sie personelle Ausfälle derzeit schwer verkraften. Denn die Grippe sorgt auch hier für eine hohe bis sehr hohe Auslastung, wie Pressesprecher Christoph Wenzel berichtet. Vor 14 Tagen habe man aufgrund der Grippe noch fünf stationäre Patienten gehabt, im Augenblick sind es „nur“ drei. Doch die Anzahl an Menschen, die wegen Influenza-Symptomen zur Notaufnahme hereinkommen, ist deutlich höher.

Da jeder benötigt wird, hat die Klinikleitung kürzlich an Ärzte und Pfleger appelliert, sich gegen den Virus impfen zu lassen. Ansonsten gelten im Krankenhaus erhöhte Schutzmaßnahmen. Gearbeitet wird mit Haube und Mundschutz, Kittel und Handschuhen, erläutert Wenzel. „Und für die Patienten heißt das: Einzelzimmer.“

Auch dank der Vorsorge-Maßnahmen ist das Klinikum mit bisher zwei Krankheitsausfällen vor größeren personellen Engpässen verschont geblieben. Andere Hospitäler geraten hingegen offenbar an ihre Leistungsgrenzen. „Es hat schon Anfragen von Nachbar-Landkreisen gegeben, ob wir Patienten aufnehmen können“, verrät Wenzel. Bisher sei das möglich gewesen. „Wir haben noch freie Betten, und auch die Notaufnahme ist geöffnet.“

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