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Mit Tuba und Trompeten: Am Mittwoch wurde der Weltladen offiziell neu eröffnet – im Beisein von Grünen-Stadtrat Jürgen Maghun (Mitte, mit verschränkten Armen) und Bürgermeisterin Eva Bönig (rechts daneben).

Fairer Handel

Größerer Weltladen in Freising: Mehr Platz für Gerechtigkeit

Freising - Ohne Pauken, aber mit zwei Trompeten, Tuba und Posaune wurde am Mittwochnachmittag der „Weltladen“ in der Freisinger Ziegelgasse 13 neu eröffnet. Dazu gab es große Lobeshymnen.

Nein, eine Schweinshaxe bekommt man nicht im neuen, hellen Weltladen, dafür unter anderem buntes Kunsthandwerk, Kaffee, Bananen und Wein bis hin zu Süßigkeiten und inzwischen sogar Textilien aus Fairem Handel. Aber auch Infomaterial und Bücher kann man im neuen Laden erwerben. Ziel ist es, sich um mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel zu bemühen und eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit den Ländern des globalen Südens anzustreben.

Für die verhinderte Vereinsvorsitzende Kornelia Schredl eröffnete Jürgen Maghun den Laden offiziell und zitierte dabei die südafrikanische Koryphäe Nelson Mandela: „So lange Armut existiert, gibt es keinen wirklichen Frieden. Die Schritte, die von den Industrieländern gemacht werden müssen, sind klar. Der erste ist, für einen gerechten Welthandel zu sorgen.“

Der Grünen-Stadtrat sprach die Hoffnung aus, dass sich „langsam ein größer werdendes Bewusstsein für fairen Handel“ durchsetzt und in mehr bürgerschaftlichen Engagement niederschlägt. Letztlich sei der faire Handel mit den Nationen der Dritten Welt auch ein Mittel zur Fluchtbekämpfung aus diesen Regionen. „Die Menschen brauchen eine Lebensperspektive weg von der Armut in ihren Ländern.“ Maghun hat zwei Visionen: Mittelfristig wünscht er sich ein Welt-Kaufhaus, langfristig die Auflösung seines Vereins. Denn das hieße, dass die Welt gerecht geworden sei.

Bürgermeisterin Eva Bönig lobte den Trägerverein, der zeige, dass es aufwärts gehe mit Fairem Handel: „Es ist nicht länger nur ein Thema für ein paar Wenige.“ Sie wies darauf hin, dass Freising schon seit 2011 Fair-Trade-Town ist. Und mit dem Camerloher Gymnasium habe man in der Domstadt auch eine Fair-Trade-Schule. Der Verein sei bereits seit 30 Jahren in Freising aktiv und leiste wichtige Bildungsarbeit ohne erhobenen Zeigefinger. „Auch damit wird die Welt ein kleines bisschen gerechter.“ Dem „Welt-Laden“ wünschte Bönig viele neue Kunden – immerhin ist der neue Laden jetzt fast doppelt so groß wie das alte Domizil in der Ziegelgasse 10.

Überhaupt die Bildungsarbeit im Verein: Der Weltladen als Lernort bietet für Kinder und Jugendliche sehr konkrete Handlungsmöglichkeiten. Über die fair gehandelten Produkte erhalten sie Einblicke in den (Arbeits-)Alltag von Kindern und Erwachsenen in den Ländern des Südens. Durch Projekttage oder einen Besuch im Weltladen werden globale, soziale und politische Themen erfahrbar gemacht.

Heinz Mettig

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