Ein größeres Herz für Radler

Eching - Eching ist auf einem guten Weg zu einer „fahrradfreundlichen Kommune“. Dies gab der Gemeinderat am Dienstag einstimmig zu Protokoll. Angestrebt wird in dem Zusammenhang die Mitgliedschaft in der AGFK, der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Bayern - allerdings nicht sofort.

In der AGFK wäre Eching in guter nachbarschaftlicher Gesellschaft. Denn aus den Reihen der Nordallianz gehören bereits Garching und Oberschleißheim als Gründungsmitglieder dazu; später beigetreten sind Unterschleißheim und Ismaning. Die Vertreter der genannten Kommunen äußern sich grundsätzlich positiv zu den Auswirkungen ihrer Mitgliedschaft. Diese habe klar zur Verbesserung des Radverkehrs beigetragen.

Auslöser für die gemeinschaftliche Willenserklärung des Echinger Gemeinderats, die „notwendigen Maßnahmen einzuleiten“, das Ziel eines Beitritts zur AGFK „konsequent weiterzuverfolgen“ und dafür Mittel im Haushalt 2017 einzustellen, war ein Antrag von Leon Eckert (Die Grünen). Echings jüngster Gemeinderat führte bei der Begründung seines Antrags viele Argumente ökologischer, klimatischer, verkehrlicher und gesundheitlicher Art auf, die bei allen Ratsmitgliedern auf Zustimmung stießen. Lediglich über den Zeitpunkt eines Beitritts - Eckert selbst hatte als Marschroute „spätestens bis 2020“ formuliert - gab es im Gremium Diskussionsbedarf.

Während aus Reihen der SPD, der Bürger für Eching und von Bertram Böhm (Echinger Mitte) für eine sofortige beziehungsweise sehr zeitnahe Vereinsaufnahme plädiert wurde (Böhm: „Je früher man anfängt, desto eher ist man fertig“), gab es bei CSU, Freien Wählern und sogar bei Antragsteller Leon Eckert Einwände und Bedenken gegen eine überhastete Entscheidung. „Unterschleißheim ist bei der Überprüfung zur Zertifizierung und Auszeichnung als ‚Fahrradfreundliche Kommune in Bayern‘ durchgefallen“, erinnerte er. Den von ihm vorgeschlagenen Beitritt in vier Jahren bezeichnete Eckert als „sehr ambitioniert“.

Bürgermeister Josef Riemensberger machte unmissverständlich deutlich, dass er nicht bereit sei, sich auf ein fixes Datum zu verständigen, solange die Kriterien und der Aufwand noch völlig „im Nebel“ seien. Hierzu gelte es, „seine Hausaufgaben zu machen“, bekräftigte Fraktionssprecher Georg Bartl diesen Standpunkt. Auch Christoph Gürtner (Freie Wähler) betonte, es seien noch viele Vorarbeiten zu leisten und vor allen Dingen: „Von welchem Aufwand reden wir?“.

„Was bedeutet ein Beitritt für die Verwaltung?“, fragte sich Bürgermeisterkandidat Thomas Kellerbauer. Da zum aktuellen Zeitpunkt darauf keine zufriedenstellende Antwort gegeben werden konnte, werden nun von der AGFK Unterlagen angefordert. SPD-Fraktionssprecherin Anette Martin waren zwei Aspekte wichtig: Mit der Absichtserklärung ein deutliches Signal zum Umdenken, auch in der Bevölkerung, zu geben und umgehend einen zeitlichen Fahrplan für einen Maßnahmenkatalog aufzulegen.

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