Großübung mit 85 Einsatzkräften

Hallbergmoos - Verkehrsunfall, Scheunenbrand und ein Baustellenunglück mit mehreren Schwerverletzten: Den Rettungsdiensten wurde am vergangenen Samstag einiges abverlangt. 85 haupt- und ehrenamtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren von Hallbergmoos und Goldach, Technischem Hilfswerk und Malteser Hilfsdienst mussten bei einer eintägigen Großübung ihr ganzes Können aufbieten, um die Herausforderungen zu meistern.

„Der Schwerpunkt der Übung liegt in der Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen“, erläuterte Walter Schreck, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hallbergmoos und Übungsleiter, die Prämisse. „Wir dürfen uns gegenseitig nicht behindern. Und die Kommunikation ist ganz wichtig“, unterstrich Marco Eisenmann, Zugführer des THW.

Die Aufgabenstellung war umfangreich: Einen Scheunenbrand mit einem Verletzten und einem Feuerwehrmann, der im Einsatz kollabiert, galt es zu bewältigen. Später einen Verkehrsunfall mit einem Radfahrer und Fahrzeuginsassen, die im und unter dem Auto eingeklemmt waren. Und schließlich galt es einen Landwirt, der unter einer drei Tonnen schweren Rundballenpresse begraben war, zu retten.

Eine der größten Herausforderungen erwartete die Einsatzkräfte bei einem fingierten Unfallszenario an der Baustelle für ein Mehrfamilienhaus in der Theresienstraße: Wenige Minuten nach der Alarmierung waren um exakt 12.44 Uhr die ersten Floriansjünger der FFW Goldach vor Ort. Wie alle Beteiligten wussten sie, dass eine Großübung abgehalten wurde, hatte aber keine Ahnung über das Unglücksausmaß und Opferzahlen. Tatsächlich waren es fünf authentisch geschminkte Verletzte - dargestellt von jungen Statisten des THW. Einer davon war, wie Schreck einräumte, recht versteckt in einem Schacht platziert worden, den der Erkundungstrupp nicht sofort entdeckte. Zwei Opfer waren von Stahlgittern „durchbohrt“, die in der Wand festsaßen und mit schwerem Gerät befreit werden mussten.

Für die „schwierige Bergung“ hievte ein Kran des THW den Verletzten aus dem Kellergeschoss, während die FFW Goldach unter Leitung von Kommandant Zobel sich um die Rettung von zwei eingeklemmten Personen - eine davon unter einem 2,3 Tonnen schweren Betonstück - kümmerten. Für die medizinische Erstversorgung war der Malteser Hilfsdienst mit vier Krankenwägen und 17 Leuten - Ausbilder, Lehrlinge, Haupt- und Ehrenamtliche - angerückt. Als Beobachter dabei: Lehrrettungsassistent Marcel Müller. „Die Verteilung der Einsatzkräfte, der Zeitfaktor und das ABCDE-Schemas“ stünden, so Müller, bei den Sanitätern im Fokus. Das ABCDE-Schema ist eine Strategie zur Untersuchung, Versorgung und Priorisierung von Notfallpatienten.

„Sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis zeigten sich, wie Kommandant Walter Schreck sagte, alle Verantwortlichen nach Abschluss der Großübung. „Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert.“

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