Silvester - Überfüllte Altglascontainer in München
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So, wie an Silvester in München, wird es an einem Altglascontainer in Kirchdorf sicher nie aussehen. Dennoch stimmten die Gemeinderäte dagegen. 

Bürgermeister platzt der Kragen

Grüne in Kirchdorf  wollen Tempo 30 und Glascontainer - und blitzen ab

Die Grünen in Kirchdorf haben in der jüngsten Gemeinderatssitzung zwei Anträge gestellt. Und sind zwei Mal abgeblitzt. Und dem Bürgermeister platzte der Kragen. 

Kirchdorf – „Wir können nicht immer wieder prüfen und prüfen und prüfen – ich bin ja nicht im Prüfungs-Wahn!“ Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) platzte in der Gemeinderat-Sitzung am Dienstag der Kragen. Grund dafür: zwei Anträge der Kirchdorfer Grünen.

Schon Ende Mai hatte Fraktionssprecher Martin Heyne (Bündnis 90/Die Grünen) wissen wollen, ob eine Geschwindigkeitsbeschränkung durch Wippenhausen auf 30 km/h durchzusetzen sei. Obwohl Gerlsbeck die Erfolgsaussichten als sehr gering einschätzte, konnte damals der Rat noch größtenteils überzeugt werden, es auf einen Versuch ankommen zu lassen und das grüne Begehren zu unterstützen. Das Landratsamt allerdings sah bereits im Juni, trotz der damaligen hohen Verkehrsbelastung auf der FS 8, keinerlei Anhaltspunkte für eine erhöhte Gefahrenlage und wies den Antrag auf eine 30er-Zone ab.

Mit dieser Abfuhr wollte sich Heyne jedoch nicht zufrieden geben und reichte erneut einen Antrag beim Gemeinderat ein. Sein Wunsch: Eigene Verkehrsbelastungsmessungen, Begehungen, Geschwindigkeitsüberwachungen und das Hinzuziehen von externen Sachverständigen. Im ganzen Ort, so Heyne, gäbe es keinen Gehweg, zudem befände sich die „Raser-Strecke“ für Motorradfahrer direkt vor der Haustüre.

„Wir haben die ganz klare Aussage des Landratsamts“, betonte Gerlsbeck. Und weiter: Seines Wissens nach gebe es keine Kreisstraße, die auf 30 km/h reduziert wäre, selbst nicht jene in Haindlfing, wo es aktuell zu ähnlichen Begehren kommen würde. Der Bürgermeister, schon sichtlich angespannt, machte es kurz: „Diese Prüfung ist ohne Ziel – die wird das Landratsamt wieder ablehnen. Damit ist das obsolet!“

Bezüglich des erneuten Antrags fand Gerlsbeck deutliche Worte: „Ich verstehe das nicht mehr, Herr Heyne!“ Den Schlussstrich der Diskussion zog abermals Elisabeth Hörand (CSU/FW): „Ich will darüber nicht mehr sprechen – ich stelle einen Antrag auf Abstimmung!“ Heyne preschte noch einmal kurz dazwischen und führte Langenbach als Beispiel an, dass es durchaus Kreisstraßen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen gebe – dafür sei jedoch das Engagement des Gemeinderats nötig. Der Antrag der Grünen zur erneuten Prüfung wurde mit drei Gegenstimmen zurückgewiesen.

Bürger müssen in umliegende Gemeinden fahren: Dennoch Nein zum Glascontainer außerhalb des Wertstoffhofs

Mit ebenso wenig Begeisterung wurde auch ein zweiter Antrag vom Rat zur Kenntnis genommen: Die Grünen wünschen sich in Kirchdorf Wertstoffinseln außerhalb des Wertstoffhofes – also beispielsweise Glascontainer im Gemeindegebiet. Aktuell würden die Helfenbrunner nach Palzing zum Entsorgen fahren und die Wippenhausener nach Thalhausen, so Heyne in der Begründung – zudem könnten Glasflaschen in Kirchdorf selbst nur zu den Öffnungszeiten des Wertstoffhofes zurückgebracht werden.

Die Gemeinde möchte solche Wertstoffinseln auf keinen Fall, die Gründe hierzu: beispielsweise Lärmbelästigung, Mehrkosten durch die Pflege der Container und die Gefahr von „Wild-Müll“ an diesen Stellen. „Hätten sie mich angerufen, ich hätte es ihnen erklärt“, so Gerlsbeck zu Heyne. „Wir müssen aufpassen, dass wir bei den Kern-Themen bleiben durch diese vielen Prüfungen“, mahnte Andreas Schmitz (FWG) an und bezog sich dabei auf die grünen Anträge. „Es ist mutig zu sagen, es geht nicht und nirgendwo“, fasste Heyne die hitzige Diskussion zusammen. Er habe außerdem nicht geahnt, dass es sich um ein „Weltuntergangs-Thema“ handeln würde. Mit fünf Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat, keine zusätzlichen Entsorgungsstandorte zu schaffen.

Richard Lorenz

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