Grußwort das Freisinger Landrats zu Weihnachten und zum Jahreswechsel  

Der Fokus liegt auf einer gut funktionierenden Infrastruktur

Bildung, Mobilität, Soziales, Demografie – das sind die beherrschenden Themen, die uns 2017 bewegt haben. Landrat Josef Hauner blickt zurück:

Die von Ihnen, liebe Landkreisbürgerinnen und -bürger,  in den Gemeinden und auf Kreisebene gewählten Mandatsträgerinnen und -träger, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verwaltungen und ich selbst haben sich auch in diesem Jahr engagiert, um unseren Landkreis zukunftssicher zu gestalten. Die Mitglieder des Kreistags und seiner Ausschüsse trafen sich im vergangenen Jahr zu 24 Sitzungen und fassten über 270 Beschlüsse.

Der Fokus unserer Arbeit liegt stets darauf, eine gut funktionierende Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Die Westtangente Freising soll nach ihrer Fertigstellung die Große Kreisstadt vom Durchgangsverkehr entlasten. Wir alle erinnern uns an den Tunnelanstich in Vötting, Ende Januar 2018 soll das andere Ende erreicht sein. Außerdem haben wir Kreisstraßen ausgebaut und das Radwegenetz weiter verbessert.

Erneut gestärkt wurde der Regionalbusverkehr mit zusätzlichen Linien und Fahrten. Große Investitionen tätigt der Landkreis im Schulbereich. Es geht voran beim Bau der zweiten Realschule in Freising. Nach dem Richtfest im Januar steht inzwischen der Innenausbau an. Zeit- und Kostenrahmen können sehr wahrscheinlich eingehalten werden, im Herbst 2018 soll der Unterricht starten. Und einen Namen hat die Schule inzwischen auch: Der Schulausschuss hat sich für „Realschule Freising Gute Änger“ ausgesprochen. 

Bereits in ihr neues Schulhaus eingezogen sind die Realschülerinnen und Realschüler aus Au. Wir freuen uns, dass wir im November Einweihung feiern konnten. Der Zweckverband Gymnasium Neufahrn wird zum 31. Dezember aufgelöst, die Sachaufwandsträgerschaft des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums übernimmt der Landkreis. Zusammen mit dem Dom-Gymnasium, das zum neuen Jahr ebenfalls in die Trägerschaft des Kreises übergeht, sind wir für 14 Schulen zuständig. Nicht von Ungefähr also kam das Ansinnen, sich als Landkreis am Programm „Bildungsregion in Bayern“ zu beteiligen. Schulen, Kommunen, Jugendhilfe, Arbeitsverwaltung, Wirtschaft und weitere außerschulische Organisationen arbeiten hier zusammen, um die Bildungsqualität in unserer Region zu verbessern. 

Im Rahmen des zweiten Dialogforums im Juni habe ich die Bewerbung an das Staatsministerium übergeben. Auch die Arbeitsgruppen der Gesundheitsregionplus waren im ablaufenden Jahr aktiv und konnten beim zweiten Gesundheitsforum vor wenigen Wochen konkrete Ansätze präsentieren, wie die Einrichtung einer unabhängigen Pflegeberatung. Um das Netzwerk noch auszuweiten und den Austausch der Akteure im Gesundheitsbereich zu fördern, fand im Mai der erste Fachtag der Gesundheitsregionplus Freising statt. Eingeladen waren Mediziner, Politiker, Therapeuten und Mitarbeiter verschiedenster Institutionen des Gesundheitssektors. Krank waren zu Beginn des Jahres viele Vögel.

 Die Geflügelpest hielt unser Veterinäramt in Atem. Bereits im November 2016 mussten Schutzzonen im Landkreis eingerichtet werden, um das Virus einzudämmen, Geflügelhalter mussten ihre Tiere über Monate hinweg im Stall unterbringen. Doch Mitte April wurden keine infizierten Vögel mehr gefunden, so dass die entsprechenden Anordnungen aufgehoben werden konnten. Gleich mehrmals war der Große Sitzungssaal im Landratsamt heuer gefüllt mit Feuerwehrleuten. 

Gleich im Januar wählten die Kommandanten einen neuen Kreisbrandrat. Manfred Danner übernahm das Amt von Heinz Fischer, dessen Verdienste bei einer Feier gewürdigt wurden. Und im Mai durfte ich über 150 aktive Feuerwehrmänner und -frauen für ihr langjähriges Wirken auszeichnen. Dass die Ausbildung der Floriansjünger im Landkreis großen Stellenwert besitzt, zeigt die Tatsache, dass die Lehrgänge in der Heißbrandanlage komplett ausgebucht waren. 

2007 hat der Kreistag beschlossen, dass der Landkreis bis zum Jahr 2035 zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien versorgt sein soll. Das zehnjährige Bestehen unseres Energiewende-Beschlusses konnten wir im Mai mit einem Festakt feiern, bei dem die anerkannte Umweltökonomin Prof. Claudia Kemfert als Hauptrednerin auftrat. Die zahlreichen Aktivitäten waren auch Thema einer informativen Ausstellung. 

JosefHaunerLandrat

Sehr erfolgreich angelaufen ist das groß angelegte Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“, an dem sich sechs oberbayerische Landkreise beteiligen. Wir als Landkreis Freising haben die Leitung übernommen und koordinieren aus der Mitte des Projektgebiets. Ziel ist es, die Gelbbauchunke, die zu den gefährdeten Arten gehört, zu erhalten.

Sollen die Isarauen Teil eines Nationalparks werden oder nicht? Diese Frage steht seit einigen Wochen im Raum. Im Rahmen eines Dialoggesprächs im Landratsamt erläuterte Umweltministerin Ulrike Scharf die Planungen der Staatsregierung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, die Menschen in der Region eng in die Entscheidungsprozesse einzubinden. Es gibt noch keinerlei Festlegung. Wir wollen eine ergebnisoffene Diskussion führen. Immer noch offen ist auch die Frage, ob eine dritte Start- und Landebahn am Münchner Flughafen gebaut wird. 

Mit Verwunderung habe ich Kenntnis vom Vorstoß genommen, die Flughafen München GmbH möglicherweise in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und so die Mitsprache der Münchner Bürgerinnen und Bürger zu unterbinden. Wir werden weiterhin mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel gegen dieses Projekt angehen.

 Das Thema Asyl hat sich verlagert. Galt es noch 2016, Unterkünfte für die Migranten, die in unseren Landkreis kamen, zu finden, so steht inzwischen deren Integration im Vordergrund. Um dabei unterstützend wirken zu können, haben wir ein neues Netzwerk eingerichtet. Eine Integrationsbeauftragte, ein Bildungskoordinator und die Sozialverwaltung kümmern sich um Hilfsangebote, die es Migranten erleichtern, in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen oder eine Wohnung zu finden. 

Zahlreiche Kunstschaffende sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass der Landkreis Freising auch als Kultur-Landkreis wahrgenommen wird, was mir wichtig ist. Mit der Kulturpreisverleihung soll deren Engagement gewürdigt werden. Der Kulturpreis 2017 wird an die Schauspielerin, Musikerin und Sprecherin Petra Leutner-Wittmann alias Petra Lewi aus Freising verliehen. Je ein Anerkennungspreis geht an den Heimatforscher Ernst Keller aus Fürholzen, das Ehepaar Jutta und Jürgen Weichmann für sein Projekt „Kunst in Osterwaal“ sowie den Seniorenchor „Silberklang“ unter der Leitung von Kayao Katsuta-Grandy aus Eching. Einen Förderpreis erhält das Vokalensemble „Chiave“ unter der Leitung von Angelika Sutor aus Freising. Der Gebirgstrachtenverein „Isartaler Moosburg“ darf sich über einen Förderpreis insbesondere für seine Jugendarbeit freuen.

Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr, Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen. Ihr Landrat Josef Hauner

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