Der Bürgermeister spricht

Grußwort von Freisings OB Tobias Eschenbacher zum neuen Jahr

Freising - Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher gibt einen Rückblick auf 2015 und einen Ausblick auf 2016.

Liebe Freisingerinnen und Freisinger, verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, 

wenn wir uns im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis ein frohes, friedliches Weihnachtsfest wünschen, hat das in diesem Jahr eine ganz besonders tiefe Bedeutung: Auch in Freising haben Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisenregionen Zuflucht gesucht und gefunden dank des Engagements des Landkreises und mit der starken, tatkräftigen Unterstützung ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Erst mit einer gelingenden Integration der Männer, Frauen und Kinder wird aus der reinen Unterbringung, zwangsläufig oft in Notunterkünften, eine wirkliche Aufnahme schutzsuchender Menschen, die sich die Chance auf ein Leben in Sicherheit wünschen. Das ist eine humanitäre Aufgabe, die uns alle angeht – und manche unserer Alltagsprobleme relativiert. 

Hinter uns liegt ein Jahr, das bei allen großen Sorgen um den Bau einer dritten Start- und Landebahn und trotz mancher baustellenbedingter Behinderungen von etlichen Ereignissen geprägt war, die nachhaltig in allerbester Erinnerung bleiben: Freising konnte im Oktober offiziell die „Weihenstephan Arena“ in Betrieb nehmen, die moderne Breitensportanlage, die witterungsunabhängig Eislaufvergnügen für die ganze Familie garantiert. Auch der Neubau des Hallen- und Freibades Freising am Freibadstandort Lerchenfeld ist mit ersten vorbereitenden Arbeiten angelaufen, mit dem Rohbau werden die Stadtwerke Freising im Frühjahr 2016 beginnen. Mit der Einweihung des Isarstegs-Nord besteht seit September eine attraktive Fuß- und Radwegverbindung zwischen Lerchenfeld und der Altstadt/Neustift, die auch von den vielen Erholungssuchenden in den Isarauen längst sehr geschätzt wird. Mit den Spartenarbeiten in der Unteren Altstadt und differenzierten Untersuchungen für den bei der Moosach-Öffnung in der Oberen Hauptstraße erforderlichen Spundwandverbau wurden weitere wesentliche Vorarbeiten für die Umsetzung der Innenstadtkonzeption geleistet. Für einen verbesserten Hochwasserschutz in Fabrik- und Bahnhofstraße wurde das Leistungsvermögen der Abwasserkanalisation vergrößert. Und auch mit der Westtangente geht es jetzt zügig voran: Im Mai war Baubeginn, die Brücke über die Schlüterallee ist bereits fertiggestellt. Anfang des Jahres beginnen die vorbereitenden Arbeiten für das Bauwerk über die Bahngleise, im ersten Halbjahr 2016 wird auch der Tunnelanstich im Bereich Vötting erfolgen. Die Notwendigkeit der Umgehungsstraße für eine schlüssige Stadtentwicklung, die dringend benötigten Wohnraum schafft, liegt auf der Hand. Nicht nur die Bebauung des modernen Wohnquartiers im SteinPark entwickelt sich schlüssig – mit der Eröffnung des zugehörigen Grünzuges Ost im Sommer hat Freising eine weitere wertvolle „grüne Lunge“ mit Spiel- und Freizeitangeboten sowie eine attraktive Wegeverbindung zwischen Altstadt und „Riviera“ am Wieswald gewonnen. 

Im Spätherbst haben Stadtrat und Verwaltung den Ideen- und Realisierungswettbewerb für das neue, insgesamt gut acht Hektar große Stadtquartier zwischen Anger- und Gartenstraße auf den Weg gebracht. Im Realisierungsteil sollen für einen 4,6 Hektar großen Teilbereich bereits konkrete Planlösungen für einen attraktiven Wohnstandort entwickelt werden – vorbereitende Studien haben ergeben, dass dort etwa 360 Wohneinheiten für etwa 850 Einwohner/-innen entstehen können. Im Ideenteil für den angrenzenden, 3,4 Hektar großen Bereich soll das Entwicklungspotential für Wohnen und Einzelhandel dargestellt werden. Die generellen Kernziele und Rahmendaten der künftigen Freisinger Stadtentwicklung werden Anfang 2016 in einer Informationsbroschüre herausgegeben: Fachbüros, Stadtrat und Verwaltung haben auf Basis umfassender Erhebungen und der Ergebnisse einer engagierten Bürgerbeteiligung die Stadtentwicklungsplanung (STEP 2030) festgezurrt zu einem Leitfaden für die Entwicklung in den kommenden 20 Jahren. Das Leitbild „Heimat erhalten – Wachstum gestalten“ lebt dabei von der anhaltenden Bereitschaft vieler Vereine und Organisationen, aber auch von Einzelpersonen, aktiv mitzuwirken am Freisinger Leben. 

Ein großartiges Beispiel für ein engagiertes Miteinander war das Kulturfestival ZAMMA im Juli, das mit 108 Veranstaltungen und rund 1500 Mitwirkenden an acht Tagen rund 20 000 Besucher/-innen nachhaltig begeistert hat. Gefeiert wurde bei Volksfest und Uferlos, aber auch bei „Cinema & Symphonie“, der eindrucksvollen Kooperation zwischen dem Symphonieorchester der städtischen Musikschule und dem Domberg-Kammerorchester. Jubiläen wie das 125-jährige Bestehen des Historischen Vereins, verbunden mit der Eröffnung der ungewöhnlichen stadt-/kulturgeschichtlichen Ausstellung „Freising im Visier – Die bemalten Scheiben der Freisinger Feuerschützengesellschaft“ derzeit im Stadtmuseum, unterstreichen das anhaltende, lebendige Interesse der Bevölkerung, sich für ihre Stadt zu engagieren. Die eindringliche Gedenkveranstaltung am 18. April in Erinnerung an Kriegsende und Befreiung vor 70 Jahren hat auf ihre Weise bereits im Frühjahr aus dem eigenen Geschichtsverständnis heraus den Boden bereitet, den Flüchtlingen mit Toleranz und Respekt zu begegnen. Lassen wir nicht nach in unserem gemeinsamen Bemühen, Freising lebenswert für alle Generationen und Nationen zu erhalten. Mit einem aufrichtigen Dank an Stadtrat und Verwaltung für das konstruktive Miteinander in der Arbeit für unsere Stadt wünsche ich Ihnen und Ihren Familien von Herzen ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, glückliches neues Jahr!

Ihr Tobias Eschenbacher

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