Der Landrat spricht

Grußwort von Landrat Josef Hauner zum neuen Jahr

Landkreis - Landrat Josef Hauner blickt auf die geleistete Arbeit 2015 zurück - und spricht über die Themen, die die Bevölkerung 2016 beschäftigen werden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die meisten Bundesbürger und auch die Menschen in unserem Landkreis verbinden mit dem Jahr 2015 den ungebremsten Zustrom von Flüchtlingen, die aus ihren Heimatländern aus den verschiedensten Gründen geflohen sind. Das Asylthema fordert die Verwaltung des Landratsamts und die Zivilgesellschaft in hohem Maße. Verzeichnete der Landkreis Freising bis Ende 2014 740 Asylbewerber, so werden nach der November-Prognose Ende 2015 über 2000 Flüchtlinge im Landkreis leben, wobei alle 77 dezentralen Unterkünfte belegt sind und in Eching, Freising und Moosburg schon ab Mitte des Jahres die Asylbewerber in den Turnhallen landkreiseigener Schulen einquartiert werden mussten. Die zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes, v.a. im Sozial-, Bau- und Personalbereich, arbeiten mit Hochdruck daran, noch vor Einbruch des Winters die erforderlichen Unterkünfte zu beschaffen und die Betreuung zu gewährleisten. Im November wurde an der Wippenhauser Straße in Freising eine Wohnanlage für bis zu 560 Asylbewerber eröffnet. Viele weitere Einrichtungen sind im Bau oder in der Planung. Alle Landkreisgemeinden sind gefordert ihren Beitrag zu leisten, zumal bei gleich hohen Zugangszahlen im kommenden Jahr dem Landkreis insgesamt bis zu 4700 Flüchtlinge zugewiesen werden, worauf das Landratsamt keinen Einfluss hat. Im ganzen Landkreis engagieren sich viele Ehrenamtliche in zahlreichen Helferkreisen, um die ankommenden Menschen zu unterstützen. Großartiges leisten auch Organisationen wie das THW, die Feuerwehren, soziale Dienste wie das Rote Kreuz und auch die Polizei. Da inzwischen viele Helfer an ihre Leistungsgrenzen stoßen, verstärken wir unsere schon länger eingerichtete Koordinationsstelle für Asylfragen mit Hilfe des Sozialministeriums in personeller Hinsicht. Ich bin überzeugt, dass die uns bevorstehenden Integrationsleistungen wie Sprachkurse, Schulbildung, berufliche Ausbildung, Arbeitsvermittlung und Wohnungsbeschaffung, aber auch das friedliche Zusammenfügen so verschiedener Kulturen und Religionen die größte Herausforderung für unsere Gesellschaft seit vielen Jahrzehnten werden wird. Unsere Verwaltung hat, so glaube ich, in den vergangenen Monaten bereits deutlich ihre Funktionsfähigkeit und Flexibilität unter Beweis gestellt und den Menschen im Landkreis Freising gezeigt, dass sie auch ungewöhnliche Anforderungen gut meistert.

Trotz dieses allgegenwärtigen Asylthemas, das auch in naher Zukunft viele Kräfte binden wird, steht der Landkreis Freising vor vielen anderen Aufgaben, die nicht vernachlässigt werden dürfen. Gesundheit und Pflege sind ein zentraler Bereich für unsere immer älter werdende Landkreisbevölkerung und verlangen nach guten Konzepten. Der Belange älterer Menschen nimmt sich der neu installierte Kreis-Seniorenbeirat an. Er soll Sprachrohr für Senioren sein und den Kreistag und die Verwaltung in deren Interessen beraten und unterstützen. Damit wurde eine zentrale Empfehlung aus dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept für den Landkreis Freising umgesetzt.

„Das Camerloher gehört in die erste Reihe unter den musischen Gymnasien in Bayern.“ Diesen Satz von Ministerialrat Adolf Präpst bestätigten Schüler und Lehrer mit ihren Darbietungen bei der feierlichen Einweihung des neuen Aulagebäudes am Camerloher-Gymnasium im vergangenen April. Damit stehen der Schulfamilie nach langer Bauzeit nun eine Pausenhalle samt Bühne, eine zusätzliche Sporthalleneinheit, Musikräume sowie Einrichtungen für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung. Auch die Planungen für die neue Realschule in Freising schreiten voran. 2016 soll mit dem Bau begonnen werden. Mit der Entscheidung für eine Realschule in Au und für Nandlstadt als Mittelschulstandort ist die Schullandschaft im nördlichen Landkreis auf Jahre hinaus gesichert. Das bestehende Gebäude in Au wird derzeit einer Generalsanierung unterzogen, in einem Erweiterungsbau finden weitere Klassenzimmer sowie Fachräume für Physik, Chemie und Werken Platz. In den Jahren ab 2017 wird der Landkreis drei Schulen übernehmen, deren Sachaufwandsträger derzeit noch die Stadt Freising ist. Dazu gehören die Karl-Meichelbeck-Realschule, das Josef-Hofmiller- und das Domgymnasium. Damit kann der Landkreis die angestrebte Bezeichnung „Bildungsregion“ zu Recht führen.

Weitere Verbesserung haben wir beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Landkreis erzielt, sowohl im MVV-Bereich als auch durch notwendige Baumaßnahmen an mehreren Kreisstraßen. Auch das Radwegenetz wird ständig erweitert, wichtig vor allem für den Freizeitwert der Region. Zudem fiel der Spatenstich für die Westtangente, die die Kreisstadt Freising verkehrsmäßig entlasten soll. Eine entscheidende Weichenstellung für den nördlichen Landkreis ist uns mit der Neugründung des Hopfenland Hallertau Tourismus e. V. gelungen, der die bisherigen Vermarktungsstrategien bündelt und so national als auch international besser zur Geltung bringt. Ich hoffe, dass alle Gemeinden davon profitieren werden, ebenso wie von der Teilnahme des Landkreises an der Grünen Woche in Berlin, die auch 2016 fortgesetzt wird. Erstmals hat sich der Landkreis Freising an der Aktion Stadtradeln des Klimabündnisses beteiligt. Insgesamt waren 804 aktive Fahrer in 46 Teams unterwegs. Es wurden 187.677 km erradelt und damit 27.025,5 kg CO2 eingespart. Ein weiterer Beitrag zur Energiewende ist das Elektroauto, das seit diesem Jahr zum Fuhrpark des Landratsamts gehört. 

Dass der Landkreis Freising eine lebendige und äußerst vielfältige Kulturszene besitzt, zeigt sich im Lauf eines Jahres an unzähligen Aufführungen und Festen. Um das Wirken der Kulturschaffenden zu würdigen, vergibt der Landkreis alle zwei Jahre den Kulturpreis. Jährlich ausgezeichnet dagegen werden die Jugendkulturpreisträger. Junge Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Bildende oder Darstellende Kunst, Literatur, Musik, künstlerische Interpretation, Theater, Kabarett, Malerei, Foto und Film können dafür vorgeschlagen werden. Bewerbungen nimmt das Jugendamt bis 1. Februar entgegen. Diese Wahrnehmung als Kulturlandkreis ist von unschätzbarem Wert. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die personelle Verstärkung der Kreisheimatpflege erwähnen, die es ermöglicht, in den nächsten Jahren alle Bestände digital zu erfassen. Zunächst eher für die interne Arbeit des Landratsamts und der Kreisräte zur besseren Vorbereitung der Ausschuss- und Kreistagssitzungen dient das neue Ratsinformationssystem, das in den kommenden Monaten getestet und im Frühjahr 2016 eingeführt werden soll. Damit kann die Papierflut entscheidend reduziert und ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden. 

Viele Informationen rund um das Landratsamt, wichtige Termine und Hinweise sind auf der neuen Homepage www.kreis-freising.de sowie auf der Facebook-Seite und dem YouTube-Kanal des Landratsamts zu finden. Sie dienen der von mir angestrebten größeren Bürgernähe. Ich bitte Sie, diese Angebote zu nutzen. 

Sehr am Herzen liegen mir auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, wofür ich in einer ersten Wohnbaukonferenz mit Fachleuten die notwendigen Maßnahmen erörtert habe, sowie die Wirtschaftsförderung durch eine genaue Analyse und gezielte Maßnahmen. In eine Entscheidungsphase getreten ist auch das Thema 3. Start- und Landebahn am Münchner Flughafen, vor allem durch die Äußerungen von Ministerpräsident Seehofer bei seinem Besuch in Attaching. Ich hoffe sehr auf eine baldige Lösung im Interesse der betroffenen Menschen. Nicht nur auf Landkreisebene wurden wichtige Projekte angestoßen. Auch in den Gemeinden wurde viel geleistet, um die guten Lebensbedingungen in unserer Region zu erhalten und weiter zu verbessern. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei den Bürgermeistern, den Mandatsträgern und bei allen, die Ideen einbringen und umsetzen. Ich bin sehr stolz auf alle, die sich im Asylbereich, auf sozialem oder kulturellem Gebiet, im Sport oder anderweitig ehrenamtlich engagieren und so unser Gemeinwesen funktionstüchtig erhalten.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Freuen sie sich auf ein frohes und erholsames Weihnachtsfest. Für das Neue Jahr 2016 wünsche ich Ihnen Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen!

Ihr Landrat Josef Hauner

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