Die Mitglieder des Wasserzweckverbands Baumgartner Gruppe in ihrer Sitzung in der Haager Schulturnhalle.
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Sie wollen die Wasserpreiserhöhung nicht hinnehmen: Bei der Versammlung des WZV Baumgartner Gruppe um den Vorsitzenden Anton Geier (r.) wurde das weitere Vorgehen nach der geplanten massiven Preiserhöhung festgelegt.

Wasserzweckverband Hallertauer Gruppe verprellt seine Partnergemeinden

Ärger um massive Wasserpreiserhöhung: Jetzt ist ein eigener Tiefbrunnen im Gespräch

Um satte 34 Cent teurer soll das Wasser für alle werden, die es von der Hallertauer Gruppe beziehen. Die Partnergemeinden sind verärgert. Sie denken über einen folgenschweren Schritt nach.

Haag – Die Zukunft der Trinkwasserversorgung war Schwerpunkt der jüngsten Versammlung des Wasserzweckverbands Baumgartner Gruppe. Erst vor Kurzem waren die im Verband organisierten Gemeinden mit einer geplanten massiven Erhöhung des Wasserpreises durch die Hallertauer Gruppe, von der das Wasser bezogen wird, konfrontiert worden. Ab dem 1. Januar müssten demnach die Preise für den Endverbraucher von derzeit 1,56 Euro pro Kubikmeter um 34 Cent angehoben werden. Und das wolle man so nicht hinnehmen, so der Tenor am Mittwochabend. Von der angestrebten Erhöhung der Wasserpreise habe man „aus der Zeitung“ erfahren, monierte Geier. So kurzfristig werde man das selbstverständlich nicht unterschreiben.

So geht man nicht mit einem Partner um.

Helmut Priller, Bürgermeister der Gemeinde Zolling

Noch bis zum Dezember 2021 laufe der Vertrag, in dem der aktuelle Preis gelte. Produziert werde von der Hallertauer Gruppe im Jahr 2,9 Millionen Kubikmeter Wasser, davon gingen mehr als ein Viertel an die Baumgartner Gruppe, betonte der Vorsitzende. Bisher sei die Zusammenarbeit sehr gut gewesen. Mit einem Gespräch am runden Tisch werde man zu Beginn des neuen Jahres versuchen, ein Einvernehmen zu erzielen. Bis dahin werde man sich über die rechtlichen Möglichkeiten informieren, die dem Wassergast offenstünden. Zeitgleich werde man eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Sie solle klären, ob der Aufbau einer eigenen Wasserproduktion mit eigenem Tiefbrunnen sinnvoll sei. „Davor schrecken wir nicht zurück“, betonte Geier. Auch einige Verbandsräte machten ihrem Ärger Luft: „So geht man nicht mit einem Partner um“, sagte der Zollinger Bürgermeister Helmut Priller.

Wie berichtet, bezieht die Gemeinde Zolling übergangsweise das Trinkwasser durch die Baumgartner Gruppe. Attenkirchens Bürgermeister Mathias Kern sprach von einem „verwunderlichen Vorgehen“ der Hallertauer Wasserversorger. Der Zusammenschluss sei bisher für beide Zweckverbände ein Gewinn gewesen, räumte Geier ein. Selbstverständlich sei man an einer Weiterführung interessiert, jedoch nicht zu den aktuell vorgeschlagenen Konditionen. Die Versammlung gab einstimmig Signal dafür, ein Angebot für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für einen eigenen Tiefbrunnen in Auftrag zu geben. Auf den Weg gebracht werden soll im kommenden Jahr auch ein Städtebaulicher Vertrag zur Erschließungskostenübernahme durch die Gemeinden. Damit könne eine kostendeckende Finanzierung von Neubaugebieten erreicht werden. Bisher habe man die Investitionen bei Neubaugebieten über hohe Abschreibungen erwirtschaften können. Allerdings sei die Nutzungsdauer der Abschreibungen vom Gründungsjahr 1965 des Verbands so gut wie ausgelaufen, mahnte Geier. Das hieße, man müsse sich das Geld für Investitionen und Instandhaltung am Kapitalmarkt holen. Schulden für Baugebiete wolle man vermeiden.

Durch einen städtebaulichen Vertrag würden die Erschließungskosten letztendlich auf den Grundstückserwerber umgelegt. Und das sei in der hochpreisigen Region wohl nicht das Zünglein an der Waage, sich Eigentum anzuschaffen, so der Vorsitzende. Für das folgende Geschäftsjahr wurden Wirtschaftsplan und Haushaltungssatzung einstimmig abgenickt. Das zu erwartende Jahresergebnis wurde mit einem Defizit von 21 747 Euro beziffert (Einnahmen: 1,495 Millionen Euro, Ausgaben 1,516 Millionen).

Maria Martin

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