30 Jahre war sie die Chefin im Gemeindekindergarten in Haag. Jetzt verabschiedet sich Brigitte Mitterleitner in den Ruhestand.
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30 Jahre war sie die Chefin im Gemeindekindergarten in Haag. Jetzt verabschiedet sich Brigitte Mitterleitner in den Ruhestand.

Brigitte Mitterleitner nimmt Abschied vom Kindergarten Haag

Blick auf ein bewegtes Pädagoginnenleben: Vieles hat sich verändert

Brigitte Mitterleitner hat sich ein ganzes Berufsleben lang um Kinder gekümmert. Jetzt verabschiedet sich die Kindergartenleiterin aus der Einrichtung in Haag.

Haag - Eine herausfordernde, vielfältige, aber auch erfüllende Zeit geht zu Ende: 30 Jahre lang bestimmte Brigitte Mitterleitner die Geschicke im Gemeindekindergarten in Haag. Ende März verabschiedet sich die beliebte Kita-Leiterin in den verdienten Ruhestand. Seit 1991 gehört Mitterleitner sozusagen zum „Inventar“ des Gemeindekindergartens. Zur Leiterin der Einrichtung sei sie vom damaligen Haager Bürgermeister, Konrad Huber, „bestimmt“ worden, erinnert sich die Pädagogin und lacht. Der Neubau an der Inkofenerstraße 4 in Haag sei in diesem Jahr bezogen worden. Erzieherinnen in der Gruppenleitung seien bereits eingestellt gewesen. Nur eine Leiterin habe noch gefehlt. „Das machst Du“, habe Huber gesagt. Erfahrungen in der Arbeit als Erzieherin hatte sie bereits in zwei Einrichtungen in Freising gesammelt: In den Kindergarten am Wettersteinring und an der Arndtstraße im Freisinger Ortsteil Neustift.

Eigentlich wollte sie Hauswirtschafterin werden

Ihren ursprünglichen Berufswunsch, sich als Hauswirtschaftslehrerin ausbilden zu lassen, habe sie in jungen Jahren verworfen. „Die Berufsberater haben mir alle gesagt, dass Erzieherinnen gesucht werden“ So entschied sie die gebürtige Chiemingerin für diesen Beruf. Bereut habe sie das nie. Von Verwaltungsaufgaben, der Teamarbeit in den Gruppen, der sozialpädagogischen Arbeit mit den Familien und dem eigenen pädagogischen Handeln den Kindern gegenüber - als Leiterin sei sie überall gefordert gewesen. Die Ausbildung an der Fachakademie für Sozialpädagogik der Landeshauptstadt München habe sie geprägt, so Mitterleitner. „Dort wurde freiheitlich gedacht.“ Und das habe ihre berufliche Laufbahn maßgeblich bestimmt.

Der pädagogische Alltag hat sich in 30 Jahren gewandelt

Die Freude, auf die Menschen zuzugehen und den Alltag mit Humor zu meistern, seien stets Antriebsfeder gewesen. Freilich habe sich der pädagogische Alltag in den zurückliegenden 30 Jahren verändert. „In den 1990er Jahren waren die meisten Kinder nur vormittags in der Einrichtung. Ganztages-Kinder waren die Ausnahme.“ Auch eine Veränderung im Rollenbild habe sie in der Einrichtung mit verfolgen können. „Früher waren es in erster Linie die Mamas, die die Kinder gebracht und geholt haben. Heute kommen genauso viele Papas.“ Der gesellschaftliche Wandel habe für ein erweitertes Verständnis von Bildung und Erziehung geführt. Dazu zähle die Altersöffnung im Regelkindergarten für Kinder unter drei Jahren, genauso wie die Inklusion mit all ihren Facetten.

Der Kindergarten in Haag sei einer der ersten Kitas im Landkreis gewesen, die integrativ gearbeitet haben, betont Mitterleitner nicht ohne Stolz. Ein sensibles und tragfähiges Miteinander zu schaffen, sei stets im Vordergrund gestanden. Jedes Kind habe seine eigene Persönlichkeit und sein eigenes Entwicklungs- und Lerntempo. In einem wertschätzenden und liebevollen Umfeld entwickele sich das Kind in Motorik und Selbstbewusstsein von selbst. Ideen der Eltern seien im Team gerne aufgegriffen und weiter entwickelt worden. „Unser Vater-Kind-Zelten im Garten ist so entstanden“, sagt Mitterleitner und lacht. Einmal pro Kindergartenjahr dürfen Papa und Kinder gemeinsam die Nacht im Schlossgarten verbringen.

Vertrauen als Grundlage des Zusammenlebens

Eine Qualität der „Langsamkeit“ sei ihr als Pädagogin immer wichtig gewesen. „Der größte Feind der Qualität ist die Eile“, zitiert sie den US-amerikanischen Erfinder und Automobilpionier, Henry Ford“. „In unserer schnelllebigen Zeit sollte man auch Langeweile aushalten können.“ Sich mit der Geschichte und der Gestalt des Kleinen Prinzen aus der gleichnamigen Erzählung des französischen Schriftstellers Antoine de Saint Exupéry auseinanderzusetzen, das wünsche sie ihrer Nachfolgerin Manuela Kuhlow. Das Zitat: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, beinhalte Achtsamkeit des Herzens und Vertrauen als Grundlage des Zusammenlebens. Beides ganz wichtige Dinge.

Maria Martin

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