Lagerfeuerromantik gehört beim Rock-am-Bad-Festival dazu. Es steigt am Freitag, 22. Juli, und Samstag, 23. Juli, am Weiher in Marchenbach. Kartenvorverkauf? Gibt es keinen - der Eintritt ist frei. 

Rock am Bad in Marchenbach

Bombastisches Festival zum Nulltarif

Marchenbach - Es hebt sich ab von allen anderen Festivals: Klein, familiär, die Bands trotzdem erstklassig, der Eintritt frei, das Ambiente unerreicht: Lagerfeuerromantik wird es 2016 beim Rock am Bad-Festival wieder geben. An zwei Tagen, am Freitag, 22. und Samstag, 23. Juli.

Nach dem Wahnsinnserfolg im vergangenen Jahr setzen die Macher von Rock am Bad, Liss Obermeier und Reinhard „Lobe“ Lobenstock, heuer noch eins drauf: mit dem England-Import Dull Knife, das sich aus dem Schlagzeuger und Gitaristen der legendären Pretty Things zusammensetzt, und Simeon Soul Charger aus den USA, die auf ihrer Abschiedstournee sind, treten zwei Zugpferde an, die Unterstützung von nicht weniger bekannten und beliebten Lokalgrößen erhalten.

Eingeläutet wird dieses großartige Festivalwochenende am Freitag um 19.30 von der Sunbear Bluesband. Das Quartett aus Landshut spielt rockigen Blues oder bluesigen Rock im Stil von Bands und Künstlern wie John Mayalls Bluesbreakers, Eric Clapton und Cream, Stevie Ray Vaughan oder Gary Moore. Eigene Songs stehen dabei genauso auf dem Programm wie bekanntere und weniger bekannte Stücke der Großen. Gegen halb zehn übergeben die Jungs an den Sieger des letztjährigen Rockavaria-Contests. Lem Motlow zelebrieren Hard Rock der alten Schule und sind trotzdem nicht bloß eine weitere Retro-Band. Den fünf Münchnern ist es nämlich herzlich egal, ob lange Haare und enge Hemden gerade wieder im Trend liegen oder ob es en vogue ist, mit alten Gitarren über alte Verstärker alte Musik zu machen. Für sie zählt genau eines: einfach gute Rockmusik zu spielen. Und das mit allem, was dazugehört: krachenden Riffs, dreckigen Lyrics, rasant-bluesigen Gitarrensoli und einem beinharten Backbeat. Den Schlusspunkt des ersten Festivalabends setzen ab 22.30 Uhr die Mystic Eyes aus Regensburg. Sie stehen wie kaum eine andere Band in Deutschland für den Sound der 60er und 70er Jahren. Unvergessene Rockklassiker werden hier nicht nur gespielt, sondern sie werden gelebt und zelebriert in einer mitreißenden und unvergesslichen Liveshow. Ein Best-of Programm mit Perlen der wilden 60er und 70er garantiert absolutes Festivalfeeling.

Der Samstag steht ganz im Zeichen der englischsprachigen Bands. Den Anfang machen um 19.30 Uhr The Monkey Day Parade, die Band um den Simeon Soul Charger Bassisten Spider Monkey und dessen Bruder Rick aus Akron/Ohio, die eigens zum Festival ihren Originalschlagzeuger eingeflogen haben und damit zum ersten Mal seit 2014 wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. Die Kultband kombiniert eine Menge verschiedener Einflüsse von 60er Psychedelia bis zum Modern Punk. Sie spielen ironische, mal lustige und auch sehr ernste Lieder in einer großen Bandbreite an musikalischen Richtungen. Bei Rock am Bad stellen sie ihr neues Album „Year of the Monkey“ vor, das 2014 während des Besuchs von Rick und Spider in Ohio komplett live im Studio aufgenommen wurde. Der erste absolute Höhepunkt des Festivals betritt gegen halb Zehn die Bühne. Das Alternative Rock Duo Dull Knife setzt sich aus keinen Geringeren zusammen als dem Bassisten und dem Drummer von The Pretty Things, den Rocklegenden aus den 60er Jahren. Nach einigen Jamsessions haben George Woosey und Jack Greenwood Ende 2013 die Band gegründet und touren seither mit jeder Menge Delta Blues, 60s Garage Psych und Outlaw Country im Gepäck über die Lande. Den krönenden Abschluss bestreiten Simeon Soul Charger, die sich in ihren letzten fünf Jahren über Deutschlands Grenzen hinaus in ganz Europa eine Ruf als Spitzenmusiker gemacht, und kürzlich das Ende ihres Bandprojekts für Oktober dieses Jahres angekündigt haben. Grund genug, den Jungs persönlich Good bye zu sagen und ihren Liedern andächtig zu lauschen oder aber ein letztes Mal so richtig abzurocken und sich anschließend mit CDs, LPs und T-Shirts einzudecken. Bleibt als kleine aber nicht unwichtige Randnotiz noch zu erwähnen, dass all das für die Besucher zum Nulltarif bei jedem Wetter zu sehen und zu hören ist.

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