Der Klärschlamm - wie auf diesem Symbolbild - wird im Biomassekraftwerk Anglberg getrocknet. Derzeit läuft eine Testphase. Wenn es stinkt, sollen die Bürger das bitte mitteilen. 

Ekliger Geruch

Der Bürgermeister klärt auf: Deshalb stinkt es gerade so in Haag

Ein stinkend beißender Geruch ist in den letzten Tagen durch die Straßen von Haag gezogen. Im Ortsgebiet roch es nach faulem, feuchten Schlamm. Woher der eklige „Duft“ kam, das erläuterte Bürgermeister Anton Geier.

Haag – In Haag stinkt es seit Tagen gewaltig. Im Ortsgebiet roch es nach faulem, feuchten Schlamm. Woher dieser eklige Gestank kam und kommt, darüber klärte Bürgermeister Anton Geier in der Gemeinderatssitzung am Dienstag auf. 

Neue Klärschlammtrocknungsanlage im Test: Gestank bitte melden

Grund dafür sei die neue Trocknungsanlage für Klärschlamm am Kraftwerk in Anglberg, die in diesen Tagen in eine Testphase gegangen sei. Weil das Ausbringen von Klärschlamm als Düngemittel auf die Felder laut Gesetz seit Kurzem nicht mehr zulässig ist, wird er zukünftig mit Abwärme des Kohle- und Biomassekraftwerks getrocknet und soll langfristig einen Teil der Steinkohle, die in Anglberg verstromt wird, ersetzen. Herbert Bauer, der den Bau der Klärschlammtrocknungsanlage als Projektleiter begleitete, hatte besorgte Bürger bei einer Infoveranstaltung im Herbst 2018 beruhigt, dass es zu keinen wahrnehmbaren Gerüchen kommen werde. Und das sei definitiv richtig, sagt Unternehmenssprecherin Sunita Kaczorek. Man befinde sich derzeit ja erst in einer Testphase. „Wir probieren verschiedene technische Einstellungen aus.“

Das Ziel: geruchsfreie Klärschlammtrocknung

Wenn alles ausgewertet sei, werde die Anlage so justiert, dass die Bevölkerung keine unangenehmen Gerüche mehr wahrnehmen würde. Es habe schon Anrufe von Bürgern gegeben, räumte Kaczorek ein. „Wir nehmen jeden Hinweis ernst.“ Wenn es die Zeit erlaube, sei man auch bei den Bürgern vor Ort, um Aufklärung zu leisten.

Maria Martin

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