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„Gott segne unser Land und unsere Arbeit“ ist auf dem Gedenkstein zu lesen. An der Abzweigung zu Plörnbach soll der an die Gebietsreform erinnern. 

Zwischen Plörnbach und Mittermarchenbach

Ein markanter Gedenkstein, der an die Gebietsreform erinnert

Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Straße zwischen Plörnbach und Mittermarchenbach entlang fährt oder wandert, kommt an einem Denkmal vorbei, das hier vor 45 Jahren aufgestellt wurde.

Haag – „Gott segne unser Land und unsere Arbeit“ steht darauf in Stein gemeißelt, und so mancher neu hinzugezogene Bürger hat sich sicher schon einmal Gedanken über diese Gedenkstätte gemacht, die den Wanderer zur Rast auf der daneben stehenden Bank einlädt.

Leistungsfähigere Gemeinden und Landkreise

Des Rätsels Lösung: Dieser markante Gedenkstein soll an die Gebietsreform erinnern, die im Freistaat Bayern in den Jahren 1971 bis 1980 durchgeführt wurde. Sie hatte das Ziel, leistungsfähigere Gemeinden und Landkreise zu schaffen. Das sollte damals durch größere Verwaltungseinheiten, sogenannte Gemeindefusionen, erreicht werden, die dann nach Ansicht der Bayerischen Staatsregierung effizienter arbeiten würden. Die Zahl der Gemeinden wurde in Bayern von bisher 7004 auf 2050 reduziert. Damit sollte verhindert werden, dass Kleingemeinden unter 2000 Einwohner ihre Dienstleistungen reduzieren müssten. Gemeinsam versuchten auch die Bürger im Landkreis Freising, eine einheitliche neue Infrastruktur zu schaffen, so wie es das Landratsamt vorgeschlagen hatte. Im Jahr 1971 schlossen sich die Inkofener bereits der Gemeinde Haag an und gaben ihre Selbständigkeit auf. Beinahe wäre die Gemeinde Haag ebenfalls ihre Selbständigkeit losgeworden, weil sie zur Gemeinde Langenbach eingegliedert werden sollte. Dies lehnten die Haager Gemeinderäte jedoch strikt ab. Verschmolzen wurde dagegen im Sommer 1975 Plörnbach mit der Gemeinde Haag. Inzkofen, Hausmehring, Holzhäusl, Mittermarchenbach, Obermarchenbach, Oberplörnbach, Untermarchenbach, Unterplörnbach, Wälschbuch und Wörlhof gehörten damals zu dem Dorf Plörnbach. Bereits vor der Gebietsreform waren Haun, Unterschwaig und Weihrinnen zu Haag eingemeindet worden. Am 18. Januar 1976 wählten die zusammengelegten Gemeinden Konrad Huber – bis dahin Bürgermeister von Plörnbach – zu ihrem neuen Gemeindechef.

Die neu gewählten Gemeinderäte gründeten im gleichen Jahr die sogenannte „Wählergemeinschaft Gebietsreform 1975“. Die Gemeinde Plörnbach nutzte das Verfahren zusätzlich, Erholungs- und Freizeiteinrichtungen zu erstellen. Und so entstanden Feld- und Wirtschaftswege als Wanderwegstrecken für Erholungssuchende.

Wolfram Riedel

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