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Seine größten und ältesten Schätze hat Kai-Uwe Dahnert für das Foto aus der Garage geholt – und eins sogar mit einem neuen Lenkerband versehen, damit es schöner aussieht. 

Kai-Uwe Dahnert sammelt Fahrräder

Zum Wegwerfen zu schade: Mit einem Diebstahl begann die Radl-Leidenschaft dieses Haagers

Kai-Uwe Dahnert aus Haag ist ein Sammler. Seine Leidenschaft: alte Fahrräder. In seiner Garage stehen viele bemerkenswerte Schätze. Und alles begann mit einem Diebstahl. . .

Haag Das dürfte in Haag einmalig sein: Technik-Liebhaber Kai-Uwe Dahnert hat seine Liebe für alte und neue Fahrräder bereits vor vielen Jahren entdeckt. Damals gab es noch keinen Fahrrad-Boom, lediglich einige „Biker-Freaks“, die Mopeds oder alte Motorräder gesammelt haben. In seiner Garage stehen beziehungsweise hängen viele bekannte und unbekannte Fahrradmarken wie Peugeot, Motobecane oder Gitane aus Frankreich. Zu den „Italienern“ gehören Bianchi, Colnago oder Angelo. Dazu kommen moderne Renn- und Crossräder aus Aluminium und Carbon sowie Falträder zum Mitnehmen im Auto. Viele Fahrräder hat Dahnert vom Schrottplatz gerettet, denn sein Sammler-Motto heißt: „Nichts ist so schlecht, dass nicht noch etwas zu verwenden wäre.“ Dahnert sagt: „Wenn ich ein Teil in den Schrott werfe, ist es dann wirklich nicht mehr zu reparieren.“

Alles begann mit einem roten Peugeot-Rennrad

Im Rahmen des Haager Ferienprogramms hat er bereits mehrere Radl-Reparaturkurse für den Nachwuchs erfolgreich durchgeführt und den kleinen Mechanikern zum Beispiel gezeigt, wie man einen „Platten“, mit dem wohl jeder Radfahrer schon einmal selber zu kämpfen hatte, mit wenigen Handgriffen flicken kann. Einige geflüchtete Menschen, die im Haager Pfarrhaus leben, haben ebenfalls an so einem Kurs teilgenommen, um Fahrräder, die sie geschenkt bekommen haben, wieder auf Vordermann zu bringen.

Kai-Uwe Dahnerts bemerkenswerte Fahrrad-Sammlung begann mit einem roten Peugeot-Rennrad aus dem Jahr 1975. „Dieses wertvolle Stück habe ich selbst in Frankreich gekauft“, erzählt er stolz. Auslöser für diesen Kauf war wohl, dass ihm sein geliebtes Peugeot-Rennrad kurz vor einer geplanten großen Radtour im Jahr 1980 in Karlsruhe gestohlen worden war. „Ich habe damals statt zu radeln, in den Sommerferien gearbeitet und mit dem Verdienst ein neues Gitane Rennrad erworben, das noch viel leichter war als das Peugeot“, erinnert sich Dahnert. „Mit dem Gitane fahre ich heute noch gern.“

Sogar ein altes Tandem gehört zur Sammlung

Zum Sammeln anderer Räder kam er, als es im alten Haager Bauhof Schrotträder gab, die für ihn zum Wegwerfen zu schade waren, und die man mit wenigen Handgriffen wieder fahrbar machen konnte. Inzwischen hat der Sammler selbst eine kleine Werkstatt, in der er die alten Drahtesel und Rennräder reparieren kann. Und er berichtet, dass zu Beginn der Tour de France die defekten Rennräder von ihren Fahrern selbst hätten repariert werden müssen. „Die Radsportler durften damals keine Hilfe von außen annehmen.“ Bei den alten Fahrrädern ließen sich rasselnde Schaltungen, schleifende Kettenblätter oder schräg ziehende Bremsen sogar noch während der Fahrt nachjustieren, was bei den heutigen Modellen wohl kaum noch möglich sei, sagt Dahnert.

Aber zurück zu seinen gesammelten Schätzen: Neben diversen Gebrauchsrädern von MTB und vielen Trekkingrädern besitzt Dahnert sogar ein altes Tandem. Seit er vor drei Jahren einen Artikel über ein Rennen der besonderen Art mit Klapprädern in Pfronten im Allgäu gelesen hat, sammelt er auch alte Klappräder. Bei diesem Rennen geht es mit maximal zwei Gängen sechs Kilometer über die Breitenbergalm hoch. Die Teilnehmer fahren in historischen Kostümen auf ihren betagten Rädern. Eine weitere Klapprad-Veranstaltung gibt es noch in der Pfalz, bei dem es fünf Kilometer auf den zweithöchsten Berg, den Kalmit, geht. Kai-Uwe Dahnert ist selbst mit seinen alten Rennrädern bereits 1981 über die Alpen gefahren.

Jedes Rad hat seine eigene Geschichte

Eines seiner ältesten Modelle ist das Colnago aus dem Jahr 1987. Ein besonderes Schmuckstück ist ein ferrari-rotes Bianchi, Baujahr 1985, in Originalausstattung. Seine Schätze aus vergangenen Zeiten gelten bei dem leidenschaftlichen Sammler sogar als richtige eigene Persönlichkeiten. Und als solche haben sie sehr individuelle – mal tragische, mal fröhliche – Geschichten zu erzählen, garniert mit oft skurrilen Vorkommnissen. Und sie besitzen eigenwillige, mitunter sogar störrische Charaktereigenschaften, denen nur mit Liebe und großer Zuneigung beizukommen ist.

Wolfram Riedel

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