Die Haager Schlosskapelle auf dem Anwesen des alten Schlosses, auf dem nur noch das Herrenhaus steht, wird wieder aufgebaut. Das Bild des Herrenhauses hat Alois Graßl 1996 aufgenommen. 

Gemeinderat sichert Unterstützung zu

Haager Schlosskapelle wird wieder aufgebaut: Ein Stück Geschichte kommt zurück

Haag bekommt seine Schlosskapelle zurück: 1998 wurde sie abgerissen. Die Auflage, die Kapelle wieder aufzubauen, ist bisher nicht umgesetzt worden. Jetzt wurde Anton Hofmair aktiv. Der Grund ist ein trauriger. 

Haag „Ein gutes Vorhaben und die Gemeinde wird es unterstützen.“ So kommentierte Bürgermeister Anton Geier den Wunsch von Anton Hofmair aus Haag, die frühere Kapelle am ehemaligen Haager Schloss wieder aufzubauen. Das Ensemble, das seit dem 17. Jahrhundert im Besitz des Grafengeschlechts Lodron war, war im Jahr 1998 abgerissen worden. Der Gemeinderat habe damals dem Abriss zugestimmt, erinnerte man sich bei der jüngsten Sitzung des Gremiums am Dienstag. Allerdings sei dem damaligen Besitzer, Graf Guy von Moy das nur mit der Auflage genehmigt worden, die im früheren Herrenhaus des Schlosses integrierte Kapelle wieder aufzubauen. Dies sei bisher jedoch nicht geschehen.

Blick zurück in die Geschichte

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts unterhielten die früheren Besitzer des Haager Schlosses, das Grafengeschlecht Lodron ein sogenanntes „Benefizium“. Da Haag noch keine eigene Pfarrei war, stellte man einem geistlichen Wohnung, Kost, Brennholz und ein kleines jährliches Gehalt zur Verfügung. Der „Benefiziat“ las dafür die Heilige Messe in der prunkvoll ausgestatteten Schlosskapelle. Der letzte Benefiziat wirkte bis 1884. Danach erwarb die Familie Hörhammer als erste bürgerliche Besitzer das Areal.

Die beiden Brüder Paul und Matthias Hörhammer bemühten sich erfolgreich um die Schaffung einer eigenen Pfarrei in Haag. Am 1. Mai 1902 unterschrieb Prinz Luitpold von Bayern die Urkunde zur Erhebung des Benefiziums Haag zur eigenen Pfarrei. Bis dahin hatte Haag zum Kirchensprengel Zolling gehört. Bis 1956 zogen die Gläubigen in Haag an Fronleichnam durch den Schlossgarten an der Kapelle vorbei.

Anton Hofmair, der sich mit seinem Anliegen an den Gemeinderat wandte, trägt sich schon lange mit dem Gedanken, die Kapelle wieder auferstehen zu lassen. Sein Sohn Christian hatte das marode Brauhaus Ende der 1990er Jahre ersteigert und es mühevoll in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt originalgetreu bis zu seinem Tod im Jahr 2008 wieder in Stand gesetzt.

Viele der wertvollen Einrichtungsgegenstände konnten engagierte Bürger aus der Kapelle retten. Darunter war auch ein Relief, das die vier Apostel zeigt. Zur Erinnerung an seinen Sohn möchte Hofmair die Kapelle samt Herrenhaus nun wieder neu errichten. Allerdings wird es nicht mehr in den Originalmaßen erstellt werden, sondern verkürzt und niedriger. Das fand einhellige Zustimmung bei den Gemeinderäten.

Wenn es Hofmair jetzt nicht anpacke, sei die Kapelle unwiederbringlich verloren, meinte Geier. „Wir haben früher wenig für den Erhalt getan.“ Es sei ein gutes Vorhaben und die Gemeinde sei bereit, auch Unterstützung zu leisten.

Maria Martin

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