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Achtung, giftig! Das Jakobskreuzkraut.

Zum Ausreißen verpflichtet

Landratsamt hat dem Kreuzkraut den (sanften) Kampf angesagt

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Jakobskreuzkraut sieht Johanniskraut sehr ähnlich. Doch Vorsicht: Während das Johanniskraut als Heilpflanze gilt, ist das Jakobskreuzkraut hochgiftig. Rund um die ehemalige Mülldeponie des Landkreises Freising wächst bei Marchenbach die ungeliebte Pflanze, der man jetzt den sanften Kampf angesagt hat.

Haag/Marchenbach Sebastian Hobmeier sen. aus Haag hat sich ans Freisinger Tagblatt gewandt: Auf der ehemaligen Mülldeponie des Landkreises Freising blühe momentan das hochgiftige Jakobskreuzkraut. „Es samt aus, und man findet es auf den umliegenden Wiesen und Böschungen“, beschreibt er die Lage in Marchenbach. Auch auf seinen Wiesen, die direkt in der Nähe sind, ist die Pflanze immer wieder zu finden. „Doch durch konsequentes Ausreißen konnten wir es bisher in Schach halten.“ Das würde er sich auch von den für das Grundstück verantwortlichen Stellen im Landratsamt wünschen. Denn wenn die privaten Grundstückseigner dem Kraut den Kampf ansagen, die giftige Pflanze allerdings auf der ehemaligen Deponie und der Zufahrt weiterblüht und aussamen kann, sei das eine Endlosgeschichte. Hobmeier erklärt das Problem mit der Pflanze: „Das Gift der Pflanze baut sich im Körper der Tiere nicht mehr ab, ist hochgiftig und kann bereits in geringen Mengen tödlich sein.“ Und es sei auch im Honig zu finden. Robert Stangl, Pressesprecher des Landratsamts Freising, bestätigt, dass der Übergang der Pflanzengifte in den Honig der Bienen nachgewiesen sei. „Aufgrund ihrer gelben Blüte wird die Pflanze von Bienen besamt. Bei heimischen Honigen ist die Belastung laut Untersuchungsergebnissen aber vernachlässigbar“, beteuert Stangl. Wie es bei Weidetieren aussieht, erklärt Stangl auch: „Einige wiederkäuende Tiere wie Rinder, Schafe, oder Ziegen meiden die Pflanze wegen ihres extrem bitteren Geschmacks.“ Dennoch gilt das Jakobskreuzkraut als ernstzunehmendes Weideunkraut, da es in nahezu all seinen Teilen giftig ist. Ein großes Problem stelle es laut Stangl auf Pferdekoppen dar. „Es wird zwar von Pferden kaum gefressen, kann sich aber in den Trittspuren der Tiere als Ruderalpflanze optimal ausbreiten.“

Nachdem das FT das Landratsamt darauf hingewiesen hat, dass sich die betroffenen Grundstücksbesitzer in der Sache von der Behörde alleine gelassen fühlt, fand unmittelbar ein Ortstermin von Vertretern der kommunalen Abfallwirtschaft und der Unteren Naturschutzbehörde statt. Das Ergebnis, laut Stangl: Die Pflanze wurde an zwei Stellen auf einer Fläche von insgesamt fünf Quadratmetern vorgefunden. „Daraus lässt sich schließen, dass Ursprung und Verbreitungsgebiet der heimischen Pflanze nicht vom Gelände der Deponie ausgeht.“ Teilweise betroffen sei auch der Wegrand der Zufahrtsstraße. Der Deponiewart wird nun in der Wachstumsphase das Gelände und die umliegenden Ränder absuchen und die Pflanze ausreißen, bevor sie aussamt.

Stangl bestätigt noch eine Aussage Hobmeiers: „Eine Mahd oder Mulchung solcher Flächen ist zu empfehlen.“ Aktuell sei sie aber nicht verpflichtend, da es sich bei Jakobskreuzkraut nicht um eine meldepflichtige Quarantänepflanze handelt. Wie weit die Pflanze im Landkreis verbreitet ist, darüber gibt es keine Erhebungen. Stangl: „Sie kommt ziemlich überall vor, wo es geeignete Bedingungen gibt. Sie ist eine von vielen Giftpflanzen, wie beispielsweise auch Maiglöckchen.“

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