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Liebhaber uralter Motorräder aus der Kaiserzeit hatten am Wochenende in die Haager Schloss-Allee viel zu staunen. Sie kamen und begutachteten die Technik aus längst vergangener Zeit.

Großes Stelldichein uralter Schätze

Raritäten aus der Kaiserzeit machen Station in Haag

Es ist jedes Jahr etwas Besonderes, wenn die Kaiserzeit in Haag wieder auflebt. Der Münchner Veteranen Motorrad Club organisierte heuer dieses Spektakel zum neunten Mal. Schirmherr der Veranstaltung war Haags Bürgermeister Anton Geier, selbst Motorrad-Enthusiast.

Haag – Es ist jedes Jahr etwas Besonderes, wenn die Kaiserzeit in der Ampergemeinde Haag wieder auflebt. Der Münchner Veteranen Motorrad Club organisierte heuer dieses Spektakel bereits zum neunten Mal. Schirmherr der Veranstaltung war Haags Bürgermeister Anton Geier, selbst Motorrad-Enthusiast.

Start und Ziel war wieder der Haager Biergarten, die ehrwürdige Schloss-Allee in Haag an der Amper. Benzingeruch lag in der Luft, als am Samstag die historischen Motorräder in die Allee einfuhren und hier von den vielen Biergartenbesuchern bewundert wurden. Diesmal waren Teilnehmer aus zehn Nationen mit dabei, und für die technische Sicherheit sorgte der TÜV Süd. Während die geplante kleine 30 Kilometer lange Tour am Samstag buchstäblich ins Wasser fiel, ging es bei der Kaiser-Etappe am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein auf eine 90 Kilometer lange Zeitreise.

Im Minutentakt wurden die uralten Gefährte aus längst vergangener Zeit beim Start vom Haager Biergarten „von der Leine gelassen“, wobei oft eine Starthilfe in Form von Anschieben wie anno dazumal nötig war. In der Kaiserzeitklasse bis Baujahr 1918 fuhren 60 Maschinen mit, während die Sonderklasse von 1919 bis 1924 mit 20 Maschinen an den Start ging.

Die Strecke führte von Haag über Langenbach, Wippenhausen nach Kranzberg und Ebersbach. Zurück ging es am Nachmittag über Petershausen, Hohenkammer, Unterkienberg, Kirchdorf, Helfenbrunn und Zolling nach Haag.

Zu sehen waren dabei historische Motorräder, die man im Allgemeinen nur im Museum im Stand erlebt. So kam zum Beispiel Peter Nick mit seiner Beiwagenmaschine Royal Einfield, Baujahr 1919, aus Boppard am Rhein. Er musste seine Maschine beim Start per Hand ankurbeln, denn einen Anlasser gab es damals nicht. Der Einsatz erfolgt ohne Kupplung, was das Fahren erheblich erschwert. Weiterhin waren unter anderem eine Zenith Gradua von 1913, eine Wanderer 616 aus dem Jahr 1918 sowie eine Holcroft von 1897 und eine Triumph Magneto aus dem Jahr 1907 am Start. Zu sehen gab es einmalige Raritäten im praktischen Einsatz. „Sammler würden dafür sogar ihre Niere hergeben“, so Pressesprecher Thomas Stauffert. Die wertvollen Exponate zeigten einen Reichtum an technischen Ideen und konstruktiven Lösungen sowie die Weiterentwicklungen der Motorrad-Technik. Zum Schluss der Groß-Veranstaltung wurden die beteiligten Motorrad-Fahrer mit einer Medaille geehrt und ausgezeichnet und erhielten damit ein schönes Erinnerungsstück an die neunten Sternfahrt.

Die Idee zur Kaiserzeitausfahrt in Haag stammt aus München

Die Idee zu diesem Oldtimer-Spektakel hatten vor vielen Jahren die Mitglieder des Münchener Motorrad Oldtimer Stammtisches, die die eigentlichen Initiatoren der Veranstaltung waren. Während damals bei der Jungfernfahrt nur 40 Maschinen an den Start gingen, hat sich die Zahl in den folgenden Jahren schnell auf über 100 Motorräder erhöht. Und durch die vielen Treffen seien europaweite Freundschaften entstanden, denn man treffe sich auch außerhalb der Ausfahrten und pflege beste Kontakte miteinander, berichtete Pressesprecher Stauffert, der davon erzählte, dass die Kaiserzeitausfahrt bereits am 3. Januar dieses Jahres restlos ausgebucht gewesen sei.

Ein Lob bekamen die Piloten von den TÜV-Leuten, denn der Erhaltungszustand der einzelnen Gefährte konnte sich dank bester Restauration sehen lassen. Organisiert hatten die Kaiserzeitausfahrt auch in diesem Jahr Otto Schwarz zusammen mit Ehefrau Irmi Leeb-Schwarz, die sich akribisch um die Fahrtunterlagen gekümmert hatte.

Die Streckenplanung lag in den Händen von Franz Pelkermüller, während sich Andreas Huber und Harro Mulzer um die Gestaltung des Programmheftes gekümmert hatten.

Wolfram Riedel

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