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Leonhard Wolf putzte die Schuhe seiner eigenen Mutter Rosi und vieler Kirchgängerinnen.

Aktion der Haager Firmlinge

Schuhe putzen für Straßenkinder in Brasilien

Haag - In die schwierige Rolle von Straßenkindern in Brasilien, die ihren Lebensunterhalt mit Schuhputzen verdienen, schlüpften am Sonntag Haager Firmlinge. Sie nahmen ihren Job sehr ernst, polierten unzählige Schuhe auf Hochglanz. Und lernten dabei viel über Arbeit, Wertschätzung und die Überlebenskünste brasilianischer Kinder.

Sie wollten sich für einen Moment in den Alltag der Straßenkinder Brasiliens hineinversetzen. Ein schwieriges Unterfangen, wie die Jugendlichen danach zugaben. Jeden Tag müssen die Kinder in Brasilien auf der Straße stehen, bieten ihre Dienste als Schuhputzer an. Vor den verschiedenen Eingängen der Haager St. Laurentiuskirche hatten sich die jungen Leute postiert. Zur Vorbereitung dieser bemerkenswerten Aktion mussten die Jugendlichen überlegen, was sie für diese Arbeit benötigen, berichtete Konrad Huber, der das Projekt leitete. Mitgebracht hatten die jungen Schuhputzer kleine Schemel und Hocker, weiterhin saubere Lappen und Schuhcreme aller Art. Schuhcremes allein reichten allerdings nicht, denn der clevere Schuhputzboy musste auch einen Spray dabei haben, weil ja nicht jeder reine Lederschuhe trägt, sondern auch Schuhe aus Kunstleder, das keine Schuhcremes verträgt und mit Imprägnierspray behandelt werden muss.

Einer der jungen Schuhputzer hatte sogar echtes Bienenwachs mit dabei, das er zum Polieren verwenden wollte. Behutsam gingen die fleißigen Schuhputzer auf die Kirchgänger ein und fragten sie: „Dürfen wir ihnen gegen eine kleine Spende die Schuhe putzen?“ Einige der Kirchgänger zückten großherzig ihren Geldbeutel und gaben nicht nur Münzen, sondern auch Scheine, ohne die Dienste in Anspruch zu nehmen. Andere stellten ihre Füße samt Schuhe auf die bereitstehenden Schemel und nahmen das Angebot gern in Anspruch. Wie Pater Ignatius Kullu beim Sonntagsgottesdienst bereits vorab verkündete, werden mit dem gesammelten Geld und mit weiteren Spenden in Brasilien Kinder unterstützt. 170 Millionen Menschen leben zur Zeit in diesem fünftgrößten Land der Erde, und etwa 500 000 Kinder müssen ihr Brot mit Schuhputzen verdienen. Ein Großteil davon sind Buben, aber auch Mädchen verdingen sich als Schuhputzerinnen auf den Straßen des armen Landes. Die weiblichen Firmlinge aus Haag trauten sich nicht, an der Aktion teilzunehmen. Dafür glänzten Cornelius Geier, Benedikt Kessler, Lukas Schauer, Johannes Huber, Leonhard Wolf und Vincent Nebauer in ihren Rollen als Schuhputzer und sammelten fleißig Spenden für die armen Kinder in Brasilien. 145 Euro sind am Ende mit dieser Aktion zusammengekommen.

Wolfram Riedel

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