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Das Sorgenkind der Gemeinde, die Kläranlage, wird heuer in Angriff genommen. Weil sie im Überschwemmungsgebiet liegt, hat es viel Zeit in Anspruch genommen, bis die Vorarbeiten für die Sanierung erledigt waren. 

Ausblick auf 2018: Im Gespräch mit Haags Bürgermeister Anton Geier

Über allem schwebt die Grundstücksfrage

Die Kläranlage steht in diesem Jahr ganz oben auf der Agenda der Gemeinde Haag. Das Freisinger Tagblatt hat sich mit Bürgermeister Anton Geier über alle  Projekte und Vorhaben für 2018 unterhalten, über Haags Freizeitwert und über eine geplante und laut Bürgermeister und Haager Bürger dringend nötige Entschleunigung in der Ortsmitte.

-Konzepte für die Erweiterung und Modernisierung der Kläranlage hat es in den letzten Jahren einige gegeben. Heuer kann endlich mit der Sanierung und Modernisierung der Kläranlage begonnen werden. Die wasserrechtliche Erlaubnis liegt vor und auch der Bauantrag wurde auf den Weg gebracht. Wie geht es weiter?

Die Kläranlage wird wohl in der Tat die wichtigste Baustelle sein, die uns durch das Jahr begleitet. Mit der Ausschreibung werden wir demnächst beginnen.

-Warum hat es so lange gedauert?

Weil unsere Kläranlage im Überschwemmungsgebiet der Amper und in einem FFH-Gebiet liegt, gelten natürlich zahlreiche Einschränkungen. Die Planungen mussten immer mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt werden. Ständig kamen neue Auflagen dazu.

-Welche Neuerungen müssen eingebaut werden?

Einige Anlagenteile können erhalten und weiter genutzt werden. Die Kläranlage erhält ein neues größeres Belebungs- und Nachklärbecken – ein sogenanntes Kombibecken. Außerdem wird ein neues Gebäude gebaut werden, in dem der Klärschlamm verpresst werden kann.

-Stichwort Hochwasserschutz?

Die Anlage muss auf einen HQ 100 Wert bemessen sein. Das heißt, dass sie auch bei einem Hochwasserereignis, das statistisch gesehen alle hundert Jahre auftritt, nicht überschwemmt werden kann. In Sachen Hochwasserschutz für den gesamten Gemeindebereich werden heuer voraussichtlich auch Regenrückhaltemaßnahmen am Marchenbach und im Plörnbacher Tal in Angriff genommen.

-Was wird das alles kosten?

Bei der Sanierung der Kläranlage erwarten wir Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro. Worauf wir in der Gemeinde aber stolz sind: Wir haben immer sparsam gewirtschaftet und es zur rechten Zeit geschafft, staatliche Förderungen auszuschöpfen. Und so bekommen wir zum Beispiel rund 100 000 Euro an Fördermittel für den Regenrückhalt Plörnbach bei Gesamtkosten von zirka 170 000 Euro.

-Wenn sie jemand fragen würde, was die Gemeinde Haag besonders macht, was würden Sie antworten?

Auf jeden Fall ist unsere Ortsmitte etwas Besonderes. Ein intakter Dorfkern mit Dorfplatz, Dorfladen, Biergarten und selbstverständlich der schönen Kirche. Der Dorfladen wurde im letzten Jahr übrigens von rund 50 000 Besuchern genutzt. Die Entwicklung geht aufwärts. Übrigens war der Wunsch nach einer solchen Nahversorgung nicht nur bei der älteren Generation da. Vor Jahren haben wir einmal eine Jugendbefragung durchgeführt. Ganz viele Heranwachsende haben sich eine Einkaufsmöglichkeit im Ort gewünscht. Das gehört ja auch zum Abnabelungsprozess von den Eltern, wenn man sich einmal eine Tüte Chips alleine kaufen kann und dann mit Freund oder Freundin am Weiher verspeist (lacht).

-Wo wir beim Freizeitwert in der Gemeinde sind.

Der ist sehr hoch in der Gemeinde. Ich würde sagen, auch das macht Haag besonders. Das Landschaftsschutzgebiet rund um die Amperauen im Süden, im Norden die Hügellandschaft der Hallertau. Natürlich sind wir durch die topografischen Gegebenheiten in der Entwicklung eingeschränkt. Sowohl im Bereich von Gewerbeansiedlung, als auch bei der Wohnbebauung.

-Es gibt sicherlich viele Anfragen nach bezahlbarem Wohnraum in der Gemeinde.

Ja, freilich. Aber da sind wir im Einzugsgebiet von München und vom Flughafen doch nicht alleine. Der Siedlungsdruck ist groß. Natürlich werden wir uns heuer um die Gewinnung von Bauland für Einheimische bemühen. Verhandlungen bezüglich Grunderwerb laufen, aber es ist noch nichts entschieden.

-Wie schaut’s aus mit sozialem Wohnungsbau?

Wir können uns vorstellen, dass man so etwas in Angriff nimmt. Die staatlichen Förderungen dahingehend sind derzeit auch gut. Aber es muss halt geeignete Grundstücke geben. Und das ist, wie schon gesagt, nicht einfach.

-Stimmt es, dass der Verkehr im Ortszentrum bald langsamer rollen könnte?

Ja, das stimmt. Vor geraumer Zeit hatte ich ein viel versprechendes Gespräch mit Vertretern der Straßenverkehrsamtes im Freisinger Landratsamt geführt. Bereits im kommenden Frühjahr soll der Bereich zwischen Schule und Bräuhaus auf der Staatsstraße 2054 auf eine Tempo 30 Zone beschränkt werden. Zwischen sieben Uhr morgens und 17 Uhr abends muss dann auf die Bremse gedrückt werden. Für die Ortsdurchfahrt in Inkofen ist dahingehend auch dringender Klärungsbedarf gegeben. Die Bushaltestelle für die Schulkinder direkt an der Kreuzung der Staatsstraße und der Kreisstraße ist mehr als unbefriedigend. Derzeit sind an der Staatsstraße 50 Stundenkilometer erlaubt. Die Wohnhäuser stehen nur wenige Meter neben der Straße, die Fußgänger sind auf den schmalen Bürgersteigen nicht sicher und das bei ständig steigendem Verkehrsaufkommen. Ich hoffe auch hier auf eine baldige Einführung von Tempo 30.

-Mit der Inbetriebnahme des neuen Sportheims in diesem Jahr geht sicherlich ein sehr lang gehegter Wunsch der Bürger in Erfüllung?

Ja, auch das haben wir in die richtigen Bahnen gelenkt. Dank einer sehr engagierten Vorstandschaft und vielen guten Diskussionen wurde das hochwassersichere Sportheim Realität. Auch das macht Haag besonders: Vereine und Gemeinde schaffen es, durch vertrauensvolle Zusammenarbeit, fruchtbare Ergebnisse zu bekommen.

Interview: Maria Martin

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