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Die dunklen Regenwolken über dem Sportheimneubau haben sich verzogen: Der Gemeinderat gab in einer Sondersitzung am Montag Grünes Licht für das millionenschwere Vorhaben.

Grünes Licht für neue VfR-Heimat

Wasserdichter Sportheimneubau

Haag - Aufatmen beim Verein für Rasenspiele (VfR) Haag und den Graf Lodron Schützen: Einstimmig gab der Haager Gemeinderat in einer Sondersitzung am Montag grünes Licht für den Bau eines neuen Sportheimes. Zwischen Tennisplatz und Hauptplatz wird ein hochwassersicheres und barrierefreies Gebäude errichtet, das sogar für ein hundertjähriges Hochwasser ausgerichtet sein wird.

Gremiumsmitglieder und Zuhörer wurden am Montag von den beauftragten Firmen – dem Planungsbüro Wacker und dem Landschaftsarchitekturbüro Schneider – ausführlich informiert. „So voll war das hier noch nie“, stellte Bürgermeister Anton Geier zu Beginn der Sitzung fest. 5,3 Millionen Euro Zuschuss wird der VfR von der Regierung von Oberbayern für die Hochwasserfreilegung des Sportheims erhalten. Der Zuschussantrag, der von den Vereinsmitgliedern in den vergangenen beiden Jahren erarbeitet worden war, wurde im Juni dieses Jahres bewilligt. Das Geld stammt aus einem Förderprogramm, das die Regierung von Oberbayern nach den verheerenden Hochwasserereignissen im Jahr 2013 aufgelegt hatte. Die gesamte Sportanlage an der Hagenaustraße stand damals unter Wasser. Auch die Schießstände der Graf-Lodron-Schützen im Keller waren in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Planung sieht vor, das neue Sportheim auf ein zwei Meter hohes Plateau zu stellen.

„Sollte ein hundertjähriges Hochwasser kommen, so sei zum Erdgeschoß immer noch knapp ein halber Meter Luft“, erklärte Albert Schneider. Das neue Sportheim mit zwei rechtwinklig zueinander stehenden Baukörpern wird zentral situiert. Es wird sowohl an Tennisplätze, Stockschützenhalle und den Hauptplatz angeschlossen sein. Doch wie sieht es mit der Finanzierung aus? „Nicht ganz einfach, nicht bequem und auch nicht ganz ohne Risiko“, so fasste Geier das Vorhaben gleich zu Beginn der Sitzung zusammen. Die „einmalige Chance“ einen staatlichen Zuschusses von 5,3 Millionen Euro zu erhalten, dürfe man sich allerdings nicht entgehen lassen, so der einstimmige Tenor unter den Räten. Denn Geld in das marode alte Bauwerk zu stecken, sei unwirtschaftlich. Dieses Signal habe man auch von den Vertretern der Regierung erhalten, ließ VfR Vorsitzender Helmut Leitl wissen. Ob bei einer Überschreitung der Baukosten die Gemeinde mitgehe, wollte Gemeinderat Franz Donauer wissen. Szenarien, dass während der Bauphase, die im Frühjahr 2017 begonnen werden soll, etwas „schief gehe“ wolle er zwar nicht an die Wand malen, betonte der Haager Rathauschef. Ein „gewisses Risiko“ bestehe jedoch immer. „Die Gemeinde wird den Verein jedoch ganz gewiss nicht im Regen stehen lassen“, beruhigte Geier im Hinblick auf einen „worst case“: „Wenn die 5,3 Millionen Fördergelder nicht ausreichen werden, dann gehen wir als Gemeinde mit“, versprach Geier. VfR Vorsitzender Helmut Leitl: „Wir sitzen regelmäßig zusammen und besprechen, wie, was und wo gespart werden kann.“ Erste Schritte um die Kosten für den Neubau im grünen Bereich zu halten, sei der Termin für die Ausschreibungen, betonte Geier. Diese wolle man um die Weihnachtszeit starten.

Erfahrungsgemäß ein guter Zeitpunkt, um günstige Angebote zu bekommen. Energetisch werde der Neubau „sparsamer“, betonte Leitl. „Das Gebäude wird in eine Styroporhülle gepackt.“ Selbstverständlich sei man bemüht, den „Idealfall“ Wirklichkeit werden zu lassen. „Wir tun alles, um mit den Geldern der Regierung auszukommen“, so der VfR-Vorsitzende. Bewilligt wurde bei der Sitzung auch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde Haag für Rohbaumehrkosten im Dachgeschoss des Sportheimneubaus sowie zur Verlegung der Hagenaustraße im Bereich der Baumaßnahme (Bericht folgt).

Maria Martin

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