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Nicht an Marihuana in der Tasche gedacht

Wieder gekifft – Bonus verspielt

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Dieses Mal wird ihm wohl eine Lehre sein: Im Februar ist ein 20-jähriger Azubi aus Haag in Freising erneut mit Marihuana erwischt worden. Der Führerschein ist weg. Und damit nicht genug.

Haag – Vor dem Amtsgericht in Freising wurde ihm außerdem der Prozess gemacht. „Ganz schön heftig“, kommentierte der Angeklagte sein Schicksal: „Jawohl, das wird mir eine Lehre sein.“ Noch im Vorjahr hatte ein ähnlicher Vorfall nicht gefruchtet. Ebenfalls mit Cannabis erwischt, stellte das Gericht das Strafverfahren seinerzeit ein. Konsequenzen zog er in der Folge keine. Die Vergünstigung einer Verfahrenseinstellung hatte er damit verbraucht. Der Angeklagte war Ersttäter, als man im Vorjahr Marihuana bei ihm fand. Gerade bei minderer Qualität und geringen Mengen drückt die Staatsanwaltschaft bei Ersttätern schon mal ein Auge zu. Auf diesen Bonus durfte er nun nicht mehr hoffen. Da half es auch nichts, dass der Stoff, den er am Vormittag des 24. Februar dieses Jahres bei sich trug, ziemlich mies war. In der Münchner Straße in Freising war der Angeklagte auf dem Weg in die Berufsschule kontrolliert worden. An die 1,2 Gramm Marihuana in seiner Tasche will er gar nicht mehr gedacht haben. Das Cannabis war von einer Party am Vorabend übrig geblieben. Seit seinem 17. Lebensjahr habe er regelmäßig gekifft, räumte der Azubi im Strafprozess ein. Bis zu jenem Vorfall in der Münchner Straße im Februar dieses Jahres. Das Kiffen habe er seit jenem Tag aufgegeben, versicherte er. Die Folgen allerdings werden ihm noch eine ganze Weile zu schaffen machen. Weil die Führerscheinstelle ihm nachweisen konnte, dass er unter Drogeneinfluss ein Auto steuerte, wurde sein Führerschein eingezogen. Ein volles Jahr lang muss der 20-Jährige Abstinenz nachweisen, bevor er sich Hoffnungen auf eine neue Fahr-erlaubnis gestatten darf, muss während dieser Zeit mit unangemeldeten Urin- und Haarkontrollen leben. Nach Ablauf des Jahres muss er sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung stellen, dem sogenannten Idiotentest. Diese Tests sind bekannt dafür, dass gerade Drogen-Kunden zunächst einmal durchfallen. Besonders der Führerschein-Entzug schmerzt den 20-Jährigen. „Ich habe einen ziemlich weiten Weg zur Arbeit.“ Via Bußgeldbescheid wurde er außerdem aufgefordert, 500 Euro zu zahlen. Ferner verhängte die Behörde zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot. Vor dem Amtsgericht Freising wurde der Bußgeldbescheid aufgehoben. Der Grund ist das Verbot der doppelten Bestrafung. Eine sogenannte Trunkenheitsfahrt – das Fahren unter Drogeneinfluss als Ordnungswidrigkeit – steht gegen den Besitz von Drogen als Straftat. Um den Drogenbesitz strafrechtlich verfolgen zu können, zog das Amtsgericht den Bußgeldbescheid zurück. Das Gericht verurteilte den Azubi nach Jugendstrafrecht zu einer Geldauflage über 800 Euro und fünf Gesprächen bei der Drogenberatung. Das Bußgeld – sollte er es schon bezahlt haben – bekommt er zurück. Das Fahrverbot wird mit dem einjährigen Führerscheinentzug verrechnet. 

Andreas Sachse

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