Auf dem Sportgelände fanden die „Havana Nights“ statt. Jetzt müssen die Veranstalter einen neuen Ort suchen. Archiv

In Haag sind die „Havana Nights“ vorbei

Haag - Die „Havana Nights“ werden nicht mehr in Haag stattfinden. Bürgermeister Anton Geier wird die Genehmigung verweigern. Der Grund: Die Sicherheit für die Besucher sei nicht mehr gewährleistet.

Das Thema kam im Rahmen der Bürgerversammlung zur Sprache. Dort fragte ein Teilnehmer, ob die „Havana Nights“ 2012 wieder in Haag stattfinden werden. Der Rathauschef antwortete, dass er die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen nicht mehr zulassen könne.

Knackpunkt ist für Geier der Veranstaltungsort. Das Sportgelände könne solche Menschenmassen nicht mehr verkraften. „Es gibt nur einen einzigen Zufahrtsweg zu dem Gelände“, erklärt Geier auf FT-Nachfrage. Wenn es jetzt zu einem größeren Unfall komme, eine Gasflasche explodiere zum Beispiel: „Was passiert dann?“, fragt der Bürgermeister. Der Zugang zum Gelände sei nur 2,50 Meter breit. Chaos könnte ausbrechen.

Er habe das Festival immer unterstützt, betont Geier. Und ihm tue es auch leid für die Jugendlichen am Ort. Aber das Festival werde jedes Jahr größer. 2011 waren es pro Tag zwischen 5000 und 6000 Besucher. „Ich habe die Veranstalter immer gewarnt“, sagt der Rathauschef. Wenn das Festival jedes Jahr weiter wachse, sei es auf dem Gelände nicht mehr durchführbar. Mit einem kleineren Fest, zu dem zwischen 1500 bis 2000 Besucher kommen, wären die „Havana Nights“ weiterhin möglich gewesen.

Für die Veranstalter der „Havana Nights“, die Klangwelt GmbH, kommt Geiers Ablehnung nicht überraschend. Es sei ein „offenes Geheimnis“ gewesen, dass der Bürgermeister das Fest nicht mehr genehmigen wird, sagt Thomas Sellmeir, einer der Geschäftsführer der Klangwelt GmbH. Trotzdem findet er es schade, dass das Festival im Ort keine Zukunft mehr hat. „Wir hätten die ,Havana Nights’ gerne weiterhin in Haag gemacht.“ Doch auf der anderen Seite sehen sie auch keine Möglichkeit mehr dafür: Schon im vergangenen Jahr habe Geier die Organisatoren spüren lassen, das ihm das Festival „ein Dorn im Auge“ sei, kritisiert Sellmeir. Von Seiten der Gemeinde sei ihnen 2011 Auflagen gemacht worden, die das „Festival gefährdet hatten“. Geärgert haben sich die Organisatoren zum Beispiel darüber, dass sie den Hinweis auf einen Campingplatz von ihrer Website nehmen mussten, obwohl es vor Ort einen gab. Aber der Bürgermeister habe wohl nicht so viele Leute da haben wollen, vermutet Sellmeir. Der Rathauschef sieht auch da ein Sicherheitsproblem, wie er im FT-Gespräch erklärte. Der Platz befinde sich im Überschwemmungsgebiet. Der Untergrund sei feucht. Wenn ein Unwetter hereinbricht, „gibt es eine Katastrophe“, sagt Geier.

Viele Festivalgäste seien aber verärgert gewesen, als sie vor Ort gesehen haben, dass es doch einen Campingplatz gibt. „Wir machen uns lächerlich“, kritisiert Sellmeir. Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister „nicht das Wahre gewesen“. Deshalb, und weil laut Sellmeir das Gelände und der Parkplatz ans Limit kämen, haben sich die Veranstalter schon vor einiger Zeit nach einer neuen Örtlichkeit in anderen Gemeinden umgesehen. Wo, das wollte Sellmeir noch nicht sagen. Es sei noch nichts spruchreif. Doch lange könne es nicht mehr dauern. Denn auch 2012 sollen die „Havana Nights“ wieder stattfinden. Ein „geballtes Line-Up mit hochkarätigen DJs“ habe man schon an der Hand.

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