1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising

Haager Bürgerinnen und Bürger klagen an: Bachfreilegung „eine Katastrophe“

Erstellt:

Kommentare

Der frisch freigelegte Plörnbach in Haag sorgt bei den direkten Anwohner für Unmut.
Der frisch freigelegte Plörnbach in Haag sorgt bei den direkten Anwohner für Unmut. © Martin

Direkte Anwohner meldeten sich im Haager Gemeinderat zu Wort: Die Freilegung des Plörnbachs sei eine Katastrophe. Es müsse dringend nachgebessert werden.

Haag – Heftige Kritik hagelte es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Haag an der vor Kurzem erfolgten Freilegung des Plörnbachs. An der Uferböschung des Gewässers, das am nördlichen Ortsausgang von Haag jetzt wieder innerhalb eines Teilstücks an der Oberfläche fließt, hat es aufgrund von starken Regenfällen im Dezember Abspülungen gegeben.

Die Kritik der Anwohner und der Räte richtete sich sowohl an die Planung, als auch an die Ausführung. „Eine Katastrophe“ sei das, meldete sich ein empörter Haager Bürger bei der Einwohnerfragestunde vor Beginn der Sitzung zu Wort. Der Bach trete seiner Meinung nach schnell über die Ufer, wenn es so starke Regenereignisse gebe, wie es im Laufe des Dezembers der Fall gewesen sei. Der Einlauf des Baches in die im weiteren Verlauf im Untergrund liegende Röhre sei fehlerhaft konzipiert. Aus Sicherheitsgründen habe dort ein Gitter angebracht werden müssen. Außerdem komme das Wasser in einem „leichten Winkel“ am Einlauf zum Rohr. Deshalb komme es „nicht richtig weg“, wie es der Haager Bürger ausdrückte. Durch den Regen seien viele Kubikmeter Humus von den Uferböschungen „wegg’schwoabt“ worden. Die Erdmassen blockierten den Einlauf, Blätter und Unrat würden sich zudem dort verfangen.

„Eine ungute Situation“, bestätigte auch Bürgermeister Anton Geier. Das Rückstauvolumen müsse in jedem Fall verbessert werden. Allerdings könne eine Tektur nur in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt erfolgen. Wasserrechtliche Vorgaben würden von staatlicher Seite streng kontrolliert und seien in einem speziellen Gewässerentwicklungskonzept der Regierung von Oberbayern zusammengefasst, das auch hinsichtlich des Umweltschutzes strenge Auflagen habe.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Damit eine wasserrechtliche Genehmigung ausgesprochen werden könne, müssten viele Auflagen erfüllt sein. Dass man sich diese „ökologische Spielereien“ gar nicht erlauben könne, schimpfte Robert Schwaiger. Es gehe darum, dass der Ort vor Hochwasser geschützt sei. Das müsse oberste Priorität haben. Die Leidtragenden seien schließlich die direkten Anwohner, so der CSU-Gemeinderat. Bürgermeister Anton Geier erläuterte in dem Zusammenhang den Hochwasserschutz, der von der Gemeinde nicht vernachlässigt werde. Im Oberlauf des Plörn- und Marchenbaches seien bereits drei Regenrückhaltebecken gebaut worden „Ein viertes soll folgen“, betonte der Rathauschef. Allerdings stehe vor dessen Realisierung zunächst der nötige Grunderwerb. Und der gestalte sich erfahrungsgemäß nicht einfach. „Wir bleiben da natürlich dran“, versprach Geier. Starkregenereignisse würden schließlich immer häufiger eintreten.

Mängel müssen beseitigt werden

Wie es jetzt mit dem frei gelegten Teilstück des Plörnbaches weitergeht? Zunächst müssten die Schwächen in der Planung beseitigt werden, so Geier. Am Einlauf des Baches werde das Wasser „in einem leichten Winkel“ angespült. Und das müsse behoben werden. Außerdem strebe man es an, die Uferböschung mit Beton zu befestigen. Er werde nicht mehr locker lassen, dass die Situation entschärft werde, betonte der Bürgermeister.

Maria Martin

Auch interessant

Kommentare